Sport | Bundesliga
06.05.2017

Salzburg patzt: Mattersburg als Partyschreck

Salzburg muss nach der Niederlage die Meisterfeier verschieben.

Wenn Menschen besonders lustig sein wollen, dann fragen sie Gerald Baumgartner vor dem Spiel gegen Salzburg: "Lieben Sie Partys?" Na klar, dass Baumgartner gern feiert – aber erst, wenn seine Mattersburger den Klassenerhalt geschafft haben. Fünf Runden vor Schluss lag Mattersburg sechs Punkte vor Schlusslicht Ried.

Bundesliga - 32. Runde
Mattersburg - Red Bull Salzburg 2:1 (1:1)
Rapid Wien - Wolfsberger AC 4:0 (2:0)
Sturm Graz - SKN St. Pölten 3:2 (2:1)
SV Ried - Admira Wacker 1:0 (0:0)
SCR Altach - Austria Wien So. 16.30 Uhr

"Wir können uns nicht auf einem Punktpolster ausruhen, wir wollen heute einen Punkt holen", sagte daher der Coach. Partystimmung kam bei den Burgenländern nicht auf, nur weil Salzburg die Meisterschaft fixieren wollte. Genau das konnte im Pappelstadion passieren. Der Titelverteidiger hatte sicherheitshalber die Meister-Leiberl schon im Bus mitgenommen.

Zurück zu lustigen Fragen. "Was machen Sie hier", hätte man Teamchef Marcel Koller fragen können. Lainer, Lazaro, Kuster und Perspektivspieler Laimer anschauen – hätte wohl die Antwort gelautet.

Oscar weiter sieglos

"Mögen Sie Mattersburg?", hätte eine Frage an Oscar Garcia lauten können. Der Spanier ist der erste Trainer seit Kurt Jara im Jahr 2000, der seine Mannschaft zwei Mal hintereinander zum Meistertitel geführt hat. Nur in Mattersburg hatte er noch nie gewonnen. Allerdings saß er erst ein Mal auf der Bank im Pappelstadion, bei der Wasserschlacht im Herbst, die 1:2 verloren gegangen ist.

Seither hat sich aber die Salzburger Mannschaft gefestigt, ist zur Dominante im Jahr 2017 geworden. Noch kein Spiel war in diesem Jahr verloren gegangen. Und auch in Mattersburg trat die Mannschaft kompakt und offensiv orientiert auf. Im Angriffsspiel stach vor allem der Brasilianer Wanderson heraus. Er steckte den Ball Minamino durch, der schneller als Malic war, aber an Kuster scheiterte. Den Nachschuss platzierte Wanderson durch die Beine von Kuster zum Führungstreffer ins Tor (10.).

In der Anfangsphase liefen die Mattersburger den Salzburgern nur hinterher, waren aber zumeist einen Schritt langsamer. Auch nach Zuspiel von Lazaro nutzte Wanderson den engsten Raum zur Ballannahme, allerdings konnte Malic in höchster Not klären (20.).

Mattersburg hatte bis zu diesem Zeitpunkt keine gefährliche Aktion nach vorne, zu sicher stand wieder einmal die Abwehr der Salzburger. Aber vielleicht macht zu viel Souveränität nachlässig. Wie sonst konnte Maierhofer allein im Fünfmeterraum köpfeln? Passiert nach Eckball von Atanga und desorientierter Flugeinlage von Miranda (25.). Es war das erste Tor des langen Stürmers seit Februar 2017.

Und ein wichtiger Weckruf. Denn nach dem Ausgleich aus dem ersten Eckball kam Mattersburg auch besser in die Zweikämpfe, konnte das Kombinationsspiel der Salzburger besser unterbinden.

Die hatten ihre Probleme mit Standardsituationen. Nach der Pause konnten sie bei einem weiten Einwurf von Farkas nicht klären, Atanga erzielte die Mattersburger Führung (48.). Die Salzburg-Leihgabe verzichtete dabei auf übermäßigen Torjubel.

Salzburg kam nicht mehr zurück ins Spiel, das aggressive, körperbetonte Spiel der Burgenländer liegt dem künftigen Meister nicht. Denn die Meisterleiberl mussten zwar im Bus zurück nach Salzburg, werden aber sicherlich in nächster Zeit übergezogen werden.