Sport | Bundesliga
11.02.2018

Rollentausch bei Rapid: Der Kapitän heißt Hofmann

Max Hofmann (l.) war in der Liga einmal Kapitän: Beim 2:1 von Rapid bei der Admira © Bild: APA/HERBERT P. OCZERET

Vor der Admira-Partie: Max Hofmann macht sich in unerwarteter Rolle Gedanken über die Fans von Rapid.

Bei Rapid gibt es drei Kapitäne: Schwab, Dibon, Schaub – alle verletzt. Einen Ehrenkapitän: Steffen Hofmann – zwar im Matchkader, aber vermutlich Ersatz. Und einen langjährigen Vizekapitän: Mario Sonnleitner, der von Max Hofmann aus der Mannschaft gespielt wurde.

Genau dieser Max Hofmann wird Rapid heute in der Südstadt (16.30 Uhr) aller Voraussicht nach gegen die (ebenso ersatzgeschwächte) Admira als Kapitän aufs Feld führen. "Kandidat Nummer sechs" erzählt im KURIER-Gespräch: "Thomas Schrammel wäre neben mir auch noch im Mannschaftsrat gesessen." Doch der Routinier wechselte zu Sturm.

Also bleibt nur noch der "kleine Hofmann": "Ich hätte gerne andere Umstände und würde dafür auf die Kapitänsschleife verzichten."

Erinnerung ohne Niederlage

Eine Premiere ist es für den 24-Jährigen aber nicht. Ausgerechnet in der kurzen Ära Büskens ("das war der einzige Trainer, bei dem es für mich richtig schlecht ausgesehen hat") trug der Wiener im Herbst 2016 – knapp vor dem Rauswurf des Deutschen – die Kapitänsbinde. Drei Mal auswärts, im Cup gegen BW Linz (4:0), im Europacup in Sassuolo (2:2) und – beim 2:1 gegen die Admira, einem der seltenen Siege in der BSFZ-Arena.

"Mir taugt es ja in der Südstadt. Vielleicht hängt unsere schlechte Bilanz mit den vielen Ex-Rapidlern dort zusammen: Die sind besonders heiß und wollen beweisen, dass sie noch eine Chance mehr verdient hätten", vermutet der Langzeit-Rapidler.

Kontakt zur Fanszene

Für Hofmann kam ein Abschied nie in Frage: "Es gibt für mich nix Größeres. Es ist mein Herzensverein." In den 14 Jahren in Hütteldorf hat Hofmann schon viele Fan-Probleme (mit)erlebt. Er glaubt nicht, dass sich der Derby-Skandal sportlich negativ auswirken wird: "Ich hoffe, dass es mit den Fans wieder ruhiger wird, aber das ist die Aufgabe anderer im Verein. In der Kabine sind die Strafen kein Thema. Wir sind eigentlich gut drauf."

Der Innenverteidiger kennt beide Seiten, stand als Jugendlicher auf der Tribüne: "Ich habe mit Leuten aus der Fanszene Kontakt und versuche auch, auf die führenden Köpfe einzuwirken – die sind nicht auf Randale aus." Eher würde die Häufung der Ausschreitungen mit Wachstumsschmerzen zusammen hängen: "In einer so groß gewordenen Kurve werden immer einige Idioten dabei sein. Wir können nicht 7000 unter Kontrolle halten."