Sport | Bundesliga
21.12.2017

Rapid: Keles lernte Bickels harte Seite kennen

Warum der Flügel vom Sportdirektor wieder in das Ostliga-Team zurückgeschickt wird.

Fredy Bickel wirkt wie der nette Onkel, der mit seiner bedächtigen Art lieber auf Streicheleinheiten als auf Härte setzt. Der Schweizer kann aber auch anders.

Vor dem Weihnachtsurlaub wurde mit einigen Spielern und ihren Beratern Klartext gesprochen. Die härteste Nachricht gab es vom Rapid-Sportdirektor für Eren Keles. Der 23-jährige Spätstarter, im Sommer von Trainer Djuricin noch für sein "enormes Potenzial" gelobt, muss zurück zu Rapid II in die Ostliga. Den Kaderplatz des linken Flügels übernimmt beim Trainingsstart am 3. Jänner Nachwuchs-Teamspieler Kelvin Arase, 18.

Was ist da passiert? Keles, der erst vor einem Jahr von der Vienna gekommen war, hat sich die eine oder andere Undiszipliniertheit erlaubt. "Das ist besprochen und vergessen, in diesem Bereich hat er sich stark verbessert", sagt der durchaus langmütige Bickel. Doch als "Dank" für die Förderung durch Djuricin tauchten von den Keles-Beratern plötzlich ungewöhnliche Sichtweisen auf. "Eren ist ein feiner Mensch. Er muss jedoch lernen, Selbstverantwortung zu übernehmen, sich nicht nur von seinem Umfeld leiten zu lassen", fordert Bickel, der eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages nicht grundsätzlich ausschließt: "Wenn er will, kann er auch über Rapid II seine Chance nützen."

Zwei Abschiede

Die Möglichkeit, den Amateuren beim möglichen Aufstieg in die neue 16er-Liga zu helfen, steht auch für Philipp Prosenik und Andreas Kuen im Raum. "Sie wollen es aber vielleicht woanders in der Bundesliga versuchen. Und ich will nicht, dass langjährige Profis widerwillig in der Ostliga mitlaufen", erklärt Bickel. Prosenik wird von seinen beiden Angeboten wahrscheinlich jenes bei Altach unterschreiben. "Kuens Problem ist, dass er natürlich spielen will, aber auf seinen Positionen die größte und stärkste Konkurrenz im Kader herrscht", sagt Bickel.

Um eine Weiterverpflichtung von Leih-Stürmer Joelinton wird noch gekämpft. "Es ist schön für uns, dass seine letzten Leistungen gut waren. Aber: Er wird von Hoffenheim sehr genau beobachtet." Also sind bei den jüngsten Gesprächen "manche Türen wieder zugegangen". Laut Bickel wird "im Jänner über mehrere mögliche Lösungen weitergeredet".

Amateure-Kapitän Denis Bosnjak, 20, versucht es wie sein Vorgänger Dejan Ljubicic: Der Sechser wird nach Wiener Neustadt verliehen.