Sport | Bundesliga
16.12.2017

Rapid beendet das Jahr mit einem Schützenfest

Rapid schoss das Schlusslicht St. Pölten mit 5:0 ab und festigte den dritten Tabellenplatz.

Rapid hat das Kalenderjahr 2017 mit einem Sieg abgeschlossen. Die Hütteldorfer setzten sich am Samstag in der 20. Fußball-Bundesliga-Runde auswärts gegen den SKN St. Pölten durch Tore von Joelinton (32., 85.), Stefan Schwab (35./Elfmeter, 90.) und Veton Berisha (54.) mit 5:0 durch und holten damit nach vier Partien wieder einen vollen Erfolg.


Fußball-Bundesliga - 20. Spieltag
Red Bull Salzburg LASK Linz 0:0 (0:0)
Admira Wacker SCR Altach 3:1 (0:0)
SV Mattersburg Wolfsberger AC 5:1 (1:0)
SKN St. Pölten Rapid Wien 0:5 (0:2)
Austria Wien Sturm Graz So., 16.30 Uhr

Nach vier Spielen ohne Sieg hat Rapid den Frieden bei der anstehenden Weihnachtsfeier gerettet: Gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht SKN gab es in St. Pölten einen standesgemäßen 5:0-Kantersieg.

In der Startviertelstunde hatten beide Teams die große Chance auf die Führung. Zuerst die Rapidler, die nach der spielerisch starken Vorstellung beim 2:2 gegen Mattersburg auf die idente Startelf gesetzt hatten: Nach Pass des überragenden Dejan Ljubicic scheiterte Louis Schaub am Arm von Christoph Riegler (11.). Drei Minuten später wurde Husein Balic schön freigespielt, die Bajrami-Flanke köpfelte der Flügel aber in die Arme von Richard Strebinger.

Es folgte eine Viertelstunde, die außer der Kälte in der NV-Arena nicht viele Themen hatte. Dafür sahen die 3669 Zuschauer danach fünf Minuten, die es in sich hatten.

Neue Haarfarbe hilft

Zuerst sprintete Joelinton in einen Einwurf von David Stec. Aus der eigenen Hälfte legte der diesmal hinter Veton Berisha als hängende Spitze aufgebotene Brasilianer ein unwiderstehliches Solo hin. Vorbei an Riegler kurvte der Erblondete zum 0:1 (32.).

Nur eine Minute später kam Balic zu seiner zweiten Top-Chance. Rapid-Leihstürmer Max Entrup hatte mit der Ferse vorgelegt. Doch Balic scheiterte an Strebinger, der sich im Stile eines Eishockey-Goalies im Kasten breit gemacht hatte.

Nur eine weitere Minute danach setzte Philipp Schobesberger nach einem Konter zum Haken an. Michael Huber, mittlerweile vom anfänglichen Ersatzspieler unter Trainer Oliver Lederer zum SKN-Kapitän aufgestiegen, zeigte gar zu viel Einsatz: Ebenso klar wie unnötig war sein Foul. Stefan Schwab verwertete den Elfmeter souverän – 0:2 (35.).

Berishas Premiere

Die erste Chance zur Vorentscheidung vergab der im Rapid-Dress noch ungeschlagene Veton Berisha (50.). Die zweite, nach feinem Schobesberger-Pass, verwertete der Norweger zu seinem Premierentreffer – 0:3 (55.).

Erst danach begann das übliche Chancenvernebeln, sogar einen von Joelinton selbst herausgeholten Elfmeter hielt Riegler (78.). Der fällige Kantersieg wurde nach Gelb-Rot für Martin Rasner aber doch herausgeschossen. Joelinton köpfelte eine Auer-Flanke ins Netz (85.).

Trainer Goran Djuricin brachte Steffen Hofmann, und dem Altmeister gelang prompt ein Assist: Hofmanns Vorlage wurde von Schwab ebenso gekonnt zum Schlusspunkt verwertet – 0:5 (90.).

Beim SKN wird es 2018 mit neun Punkten Rückstand auf den WAC mehr brauchen als die geplanten Leihen von Rapid-Reservist Philipp Malicsek und Red-Bull-Talent David Atanga.

SKN St. Pölten 0:5 Rapid Wien

St. Pölten, NV-Arena, 3669 Zuschauer, SR Jäger

Tor: 0:1 Joelinton (32.), 0:2 Schwab (35./Elfmeter), 0:3 Berisha (55.), 0:4 Joelinton (85.), 0:5 Schwab (90.)Anmerkung: Riegler hielt in Minute 78 einen Elfmeter von Joelinton

SKN: Riegler - Stec, Huber, Muhamedbegovic, Mehmedovic - Rasner - Balic, Bajrami, Ambichl (59. Pak), Schütz - Entrup (80. Riski)

Rapid: Strebinger - Auer, Sonnleitner, Galvao, Bolingoli - Ljubicic, Schwab - Schaub (86. S. Hofmann), Joelinton (87. Kvilitaia), Schobesberger - Berisha (76. Murg)

Gelbe Karte: Rasner (11.), Stec (78.) bzw. Strebinger (62.)

Gelb-Rote Karte: Rasner (81.)

Lederer: "Es liegt viel Arbeit vor uns"

Oliver Lederer (Trainer St. Pölten): "Diese Partie war symbolisch und charakteristisch für SKN in der Hinrunde. Wir haben zu Beginn gut mitgespielt und dann die Chance verpasst, in Führung zu gehen. Auch nach dem 0:1 hatten wir eine Riesenchance. In der Winterpause liegt viel Arbeit vor uns. Ich werde zu 100 Prozent an meiner Spielweise festhalten, weil ich überzeugt davon bin, dass es so funktioniert. Ich bin nach wie vor sehr zuversichtlich."

Goran Djuricin (Trainer Rapid): "Wir haben in der ersten Hälfte nicht gut ins Spiel gefunden. Die Chancen, die wir hatten, haben wir aber gemacht. Wir waren dann glücklich 2:0 in Führung. In der zweiten Hälfte waren wir drückend überlegen, da haben wir unsere individuelle Klasse ausgespielt. Wir haben heute nicht so gut gespielt und trotzdem 5:0 gewonnen, so kann's auch einmal gehen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Stürmer wieder treffen. Es waren harte fünf Monate als Cheftrainer bei Rapid, sehr intensiv. Spielerisch haben wir uns sehr gut weiterentwickelt."