Austria will Fans in Stadionbau einbinden

Ab 2018 soll die Generali-Arena erstrahlen. © Bild: /FK Austria Wien/Andreas Perkmann Berger

Austria-Fans können sich am Neubau der Generali-Arena beteiligen.

Jahrzehntelang gab es bei der Wiener Austria nur einen Baumeister: Ernst Baumeister. Seit einiger Zeit aber tummeln sich gleich mehrere auf der Baustelle Generali-Arena in Wien-Favoriten. Denn die Violetten möchten viele Unterstützer für ihr Crowdfunding-Projekt gewinnen. Jeder Fan kann somit zum Baumeister für das kommende Stadion werden. 1066 Baumeister haben mit Stand gestern Nachmittag schon 194.822 Euro in die Kassen gespült. Das Fundingziel beträgt 250.000 Euro und sollte auf alle Fälle erreicht werden. Denn das Projekt läuft noch bis 14. Dezember. "Für alle Austrianer gibt es jetzt etwas absolut Einmaliges: Wir errichten gemeinsam unsere neue Arena." Diesen Slogan verkündet Kapitän Alexander Grünwald auf der violetten Homepage.

Paket-Dienst

Dort können die Fans auch zwischen einigen Baumeister-Paketen wählen. Für 19,11 Euro erhält man eine Urkunde und eine digitale Nennung. Wer 50 Euro ausgibt, dem wird schon mehr geboten: ein exklusiver Fanartikel, ebenfalls eine Urkunde, aber auch öffentliche Namensnennung, sofern erwünscht. Für 100 Euro wird der Name an der neuen Generali-Arena angebracht.

Martin Luther hat einst seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt, die Austria verewigt ihre Förderer an der Fassade der neuen Arena. Jedem das Seine, für Austrianer jedenfalls ein durchaus willkommenes Weihnachtsgeschenk.

Aktuell entstehen die Grundfesten der künftigen Austria-Heimstätte.
Austria Generali Arena Fußball © Bild: /Austria/Schlagenhaufen
Es gibt noch weitere Kategorien für 150, 200, 400, 600 und 1911 Euro. Für Letztere gibt es sogar einen eigenen Pflasterstein beim Stadion und ein VIP-Ticket für das Eröffnungsspiel in der Generali-Arena im Jahr 2018.

Die Austria trägt damit einem internationalen Trend Rechnung. Viele Beispiele zeigen die Wichtigkeit einer modernen Infrastruktur. Ein neues Stadion gewinnt zwar keine Spiele, bietet aber dem Fan mehr Komfort und Anreiz, die Veilchen live zu sehen. 2008 gliederte die Austria ihren Profibetrieb als erster Verein Österreichs und ganz im Sinne von Transparenz in eine Kapitalgesellschaft aus.

Loge & Garage

Seit Sommer 2016 baut der Klub das erste nachhaltige Stadion Mitteleuropas. Mit DO& CO hat man nicht nur einen Caterer der allerhöchsten Kategorie verpflichten können, die international erfahrene Firma wird auch bei der Innenausstattung der VIP-Logen ein entscheidendes Wort mitreden.

Aktuell wird neben dem Verteilerkreis in Wien-Favoriten kräftig gebaggert, da die Tiefgarage unter der künftigen Nordtribüne ausgehoben wird. Dort, wo dann die violetten VIP-Gäste ihre Parkplätze vorfinden sollen.

( kurier.at ) Erstellt am 01.12.2016