Sport | Bundesliga
03.02.2018

Sturm verliert in Mattersburg beim Debüt von Trainer Vogel

Sturm fand kein Mittel, Pink erzielte das Goldtor - 13. Tor von Mattersburg nach einem Standard.

Der Fanbus nach Mattersburg wurde wegen mangelnder Anmeldungen abgesagt. Dennoch war der Fan-Sektor im Pappelstadion voll. Der Sturm-Anhang folgte dem Tabellenführer, der erstmals unter der Regie des neuen Trainers Heiko Vogel antrat. "Ein Privileg", sagte der Deutsche zur Situation vor seinem Bewerbsspiel-Debüt.

Unter Vorgänger Franco Foda, der mittlerweile zum österreichischen Teamchef aufgestiegen ist, wurde Mattersburg im Herbst zwei Mal mit 3:2 geschlagen.


21. Runde:

Samstag, 03.02.2018

Mattersburg - Sturm

1:0 (1:0)

Salzburg - Admira

2:1 (1:1)

WAC - Altach

0:0

LASK - St. Pölten

2:1 (0:0)

Sonntag, 04.02.2018

Rapid - Austria

16.30


Hüben wie drüben war vorerst aber die Personalpolitik interessant. Bei Sturm: Jantscher und Edomwonyi haben noch keine Spielgenehmigung, Jeggo und Hierländer waren gesperrt, Zulechner und Röcher erkrankt.

Und dennoch waren sieben Spieler aus der letzten Startelf von Franco Foda dabei, die im Dezember gegen die Austria 0:1 verloren hatten. Allerdings in teils neuen Positionen: Im 4-1-4-1-System spielte Innenverteidiger Maresic vor der Abwehr, Außenspieler Potzmann im zentralen Mittelfeld, Huspek spielte statt Röcher auf der linken Seite.

Mattersburg hat die letzten drei Heimspiele im Herbst gewonnen. Personell hat sich nicht’s geändert, Coach Gerald Baumgartner kann mittlerweile auf ein eingespieltes Team zurückgreifen. Gestern allerdings mit Ausnahmen. Perlak, Seidl und Ortiz waren angeschlagen, Höller meldete sich krank, Bürger stand nicht im Kader.

Baumgartner lobte vor dem Spiel den Gegner. Ebenso tat es Heiko Vogel. Respekt war angesagt und Vorsicht, weshalb sich eine veritable Partie Rasenschach entwickelte. Mattersburg aber agierte entschlossener.

Pink mit Chancen

Ein Schuss von Malic wurde mehrfach abgefälscht, Pink schoss übers Tor (20.). Ein Stanglpass von Prevljak wurde von Koch zur Ecke geklärt, diese Schoss Grgic, Markus Pink setzte sich per Kopf gegen Zulj durch – 1:0 (31.). "Sie haben viele große Spieler, die bei Standards gefährlich sind", hatte Vogel noch gewarnt. Es war das 13. Mattersburger Tor aus einer Standardsituation. Pink versiebte nach Fehler von Schoissengeyr noch eine Topchance (34.).

Nach Seitenwechsel traf Koch die Latte (47.). Damit war es mit dem Grazer Schwung aber vorbei. Sturm machte wieder viele Eigenfehler. Einen Patzer von Tormann Siebenhandl konnte Prevljak nicht nützen (51.). Dessen Schuss nach Pass von Okugawa parierte Siebenhandl sehr gut (60.). All die vergebenen Chancen rächten sich aber nicht, weil Sturm nach vorne zu harmlos blieb.


Tabelle:

1.

Salzburg

21

13

7

1

42:15

27

46

2.

Sturm

21

14

2

5

39:25

14

44

3.

Rapid

20

9

7

4

35:24

11

34

4.

Admira

21

9

4

8

36:36

0

31

5.

LASK

21

8

6

7

27:24

3

30

6.

Austria

20

7

5

8

30:29

1

26

7.

Altach

21

7

5

9

24:28

-4

26

8.

Mattersburg

21

6

6

9

27:33

-6

24

9.

WAC

21

3

8

10

17:30

-13

17

10.

St. Pölten

21

1

4

16

14:47

-33

7

Mattersburg - Sturm 1:0 (1:0)

Mattersburg, 3.400, SR Muckenhammer

Tor: 1:0 (31.) Pink

Mattersburg: Kuster - Novak, Malic, Mahrer, Lercher - Grgic (67. Sittsam), Jano - Okugawa, Ertlthaler (79. Gruber), Pink - Prevljak (84. Maierhofer)

Sturm: Siebenhandl - Koch, Schoissengeyr, Schulz, Schrammel - Maresic (81. Lovric) - Schmerböck (59. Eze), Zulj, Potzmann (77. Schubert), Huspek - Alar

Gelbe Karten: Malic bzw. Zulj, Koch, Maresic, Lovric

Die erste Hälfte war eine Katastrophe

Gerald Baumgartner (Mattersburg-Trainer): "Die Entscheidungen, die die Spieler getroffen haben, waren hervorragend. In der ersten Hälfte haben wir eine Top-Leistung geboten. Ich denke, dass der Sieg wegen der vielen Chancen hochverdient war. Wir hatten viele Ausfälle und die Spieler, die in die Mannschaft gerutscht sind, haben gut gespielt. Gott sei Dank ist unsere schlechte Chancenauswertung nicht bestraft worden."

Heiko Vogel (Sturm-Trainer): "Wir dürfen uns über die Niederlage nicht beschweren. Wir haben uns schwergetan. Die zweite Hälfte war aber besser. Mattersburg hat sehr diszipliniert gespielt. Wir wussten, dass sie in den Standardsituationen und im Konter sehr gefährlich sind. Unser Spiel war zu unpräzise und unsere Pässe zu ungenau. Wir haben aber dennoch intensiv gespielt, doch es hat die Präzision gefehlt. Es gilt, Ruhe zu bewahren und sich nicht von der Niederlage irritieren zu lassen.

Deni Alar (Sturm): "Die erste Hälfte war eine Katastrophe. Wir haben uns sehr viel vorgenommen, die Ergebnisse im Trainingslager waren scheinbar zu gut. Wir haben vieles vermissen lassen und haben nie richtig begonnen zu kämpfen. Wenn wir diese Niederlage nicht als Weckruf verstehen, sind wir im Fußball falsch. Wir konnten keinen Pass anbringen. Jedoch hat all das nichts mit dem Trainerwechsel zu tun. Wir dürfen nicht glauben, dass alles locker und lässig geht. Die Einstellung hat nicht gepasst. Wir müssen unbedingt ein anderes Gesicht zeigen."

Günter Kreissl (Sturm-Sportdirektor): "Mattersburg hat verdient gewonnen. Uns sind zu viele Eigenfehler passiert. Unsere Ballverluste haben den Gegner stark gemacht. Jetzt ist es wichtig, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das Spiel war in jeder Hinsicht enttäuschend. Gegen den WAC wartet auf uns ein wichtiges Spiel, in dem wir diese Niederlage korrigieren können. Wir haben den Spielern gebetsmühlenartig gepredigt, dass man die Testspiel-Ergebnisse nicht überbewerten darf. Jetzt gilt es, den Mund abzuputzen und den Blick nach vorne zu richten."