Sport | Bundesliga
09.11.2016

Krammers Risiko: Warum bei Rapid Tempo dominiert

Der Rapid-Präsident will die rasche Wende. Altach-Coach Canadi ist der Top-Favorit.

Jetzt soll es schnell gehen. Das hat Michael Krammer klargemacht. Der Rapid-Präsident will noch diese Woche den neuen Trainer vorstellen.

Damit der Nachfolger von Mike Büskens genug Zeit hat, die Mannschaft in der Länderspielpause auf das heftige Programm ab 20. November vorzubereiten: Salzburg auswärts, Genk auswärts, Sturm daheim. Am Tag danach, dem 28. November, steigt die ordentliche Hauptversammlung mit der Wiederwahl des Präsidiums.

Der Plan des risikofreudigen Mobilfunk-Managers: Der Neue soll davor die Wende schaffen, dann wird auch die Laune des Wahlvolks wieder stimmen.

Und wenn nicht? Dann hätte Krammer den üblichen Ablauf wählen sollen: Interimstrainer bestellen, einen neuen Sportdirektor suchen und den Müller-Nachfolger in der Winterpause einen passenden Chefcoach aussuchen lassen.

Konträre Typen

Dass derzeit Tempo dominiert, zeigt auch die Trainersuche mit sehr unterschiedlichen Typen. Laut KURIER-Recherchen gibt es drei Kandidaten. Zwei davon sind bekannt: Top-Favorit Damir Canadi und Dietmar Kühbauer.

Also auf der einen Seite der Taktik-Tüftler, der variabel auf die Gegner reagiert und dessen Videoanalyst Maurizio Zoccola noch von Barisic für Rapid abgeworben worden war. Auf der anderen Seite die Marke Motivator. Zumindest bei der Admira und beim WAC hat Kühbauer einheitlich aus einer gesicherten Viererkette nach Ballgewinn schnell und schnörkellos nach vorne spielen lassen.

Kühbauer ist frei und passt zur "Rapid-Familie". Canadi spielte 1989 17 Minuten für die Austria, hat eine leistbare Ausstiegsklausel und wollte, dass Altach aus Fairnessgründen über ernsthafte Verhandlungen vorab informiert wird. Krammer hat einen engen Draht zu Altach-Präsident Kopf.

Nicht-Kandidat Slomka

Noch ohne Klub ist der Schweizer Murat Yakin. Kein Kandidat ist jedenfalls der oft genannte Mirko Slomka. Auf KURIER-Anfrage sagt der Ex-HSV-Coach: "Mit Rapid gibt es keinen Kontakt."

Mehr zu erzählen hat Andreas Müller: Der Ex-Sportdirektor wird sich mit einem Text auf der Klub-Homepage von Rapid verabschieden.