Sport | Bundesliga
17.02.2018

Kein Sieger in Wien: Remis zwischen Rapid und Sturm

Ein spätes Tor durch Boli Bolingoli rettet Rapid einen Punkt in einer über weite Strecken hitzigen Partie.

In seiner neuen Funktion als Teamchef schaute Franco Foda seinem Ex-Team gegen Rapid zu. Und sah bei Sturm die Rückkehr zur Foda-Spielweise aus dem Herbst: Nach zwei Zu-Null-Pleiten rückte Nachfolger Heiko Vogel von seiner Ballbesitz-Idee ab.


Fußball-Bundesliga - 23. Spieltag
Rapid Wien Sturm Graz 1:1 (0:1)
SV Mattersburg Austria Wien 2:1 (1:1)
Wolfsberger AC Flyeralarm Admira 1:3 (0:2)
LASK Linz SCR Altach 2:0 (0:0)
Red Bull Salzburg SKN St. Pölten So., 16.30 Uhr

Das 4-1-4-1-System wurde mit einigen Umstellungen gegen eine Fünferkette und aggressives Spiel auf Konter getauscht. Lange sah es nach einem vollen Erfolg aus. Rapid glich erst aus, als ein Schuss von Boli Bolingoli das Schneetreiben in Minute 88 durchbrach.

Stange im Weg

In Minute 7 war Thomas Murg erstmals auf Thomas Schrammel zugelaufen und versetzte seinen Ex-Mitspieler. Der Schuss prallte an die Stange, Philipp Schobesberger staubte ab, stand aber im Abseits. Sturm wartete auf Konter – wie nach einem Fehlpass von Lucas Galvao. Sandi Lovric spielte Deni Alar frei, doch der Ex-Rapidler scheiterte an einer starken Reaktion von Tormann Richard Strebinger (9.).

Das war der erste Fehler von Rapid, der zweite wurde bestraft. Strebinger spielte ungenau, Sturm dafür perfekt. Nach einem Doppelpass mit Deni Alar traf Thorsten Röcher direkt und genau ins Eck – 0:1. Nach insgesamt 200 Spielminuten bejubelte Vogel den ersten Treffer bei Sturm.

Zu viel Zeit

Als Galvao zu Boden ging, ließ Schiedsrichter Drachta zur allgemeinen Überraschung weiterspielen. Stefan Hierländer lief allein auf Strebinger zu und hatte offensichtlich zu viel Zeit zum Nachdenken. Es folgte ein ganz schlechter Querpass auf Alar (28.).

Ähnlich schlecht war der Abschluss von Schobesberger bei der besten Rapid-Chance. Joelinton hatte den wie beim 2:3 gegen Salzburg als Mittelstürmer aufgestellten Flügelflitzer geschickt. Tormann Siebenhandl blieb siegreich (31.).

Rapid agierte fehlerhaft, erstmals auch Dejan Ljubicic. Die Rückkehr von Boli Bolingoli brachte vorerst ebenso wenig Struktur ins Spiel. Dass die Nerven in Hütteldorf wieder blank liegen, zeigte eine rot-würdige Attacke von Thanos Petsos knapp vor dem Pausenpfiff – nur Gelb.

Späte Rettung

In Hälfte zwei wurde Rapid mit den Neuen, Tamas Szanto und Giorgi Kvilitaia, druckvoller, gefährlicher waren die Gäste: der starke Lovric traf fast aus der eigenen Hälfte (65.). Hierländer verfehlte bei einsetzendem Schneetreiben die Entscheidung nur knapp (80.).

Sollte Rapid wirklich nach 13 Heimspielen mit Treffern gegen Sturm ohne Tor bleiben? Zumindest die Latte wurde getroffen – durch Szanto (84.). Besser machte es mit roher Gewalt Boli Bolingoli. Der Belgier zog vom Sechzehner ab und knallte die Kugel mit seinem Premierentor ins Eck – 1:1 (88.). In Minute 95 rettete Strebinger sensationell gegen Peter Zulj und damit den Punkt.

Rapid Wien 1:1 Sturm Graz

Allianz Stadion, Wien, SR Oliver Drachta

Tor: 0:1 Röcher (20.), 1:1 Bolingoli (88.)

Rapid: Strebinger - Auer, M. Hofmann, Galvao, Bolingoli - Ljubicic, Petsos (55. Szanto) - Murg, Joelinton, Berisha (62. Kvilitaia) - Schobesberger

Sturm: Siebenhandl - Koch, Spendlhofer (84. Schoissengeyr), Maresic, Schulz, Schrammel - Zulj, Lovric (71. Potzmann) - Hierländer, Alar, Röcher (76. Jantscher)

Gelbe Karte: Galvao (40.), Petsos (45.), Joelinton (45.) bzw. Schrammel (58.), Spendlhofer (67.), Koch (90.)