Die BSFZ-Arena in der Südstadt.

© APA/HERBERT NEUBAUER

Bundesliga
03/13/2017

Die Südstadt: Die Unvollendete ist fünfzig

Im März 1967 wurde das Stadion der Admira eröffnet - seither war es Bühne für einige kuriose Spiele.

von Stephan Blumenschein

Es ist ein Provisorium, und es wird wohl immer eines bleiben: Vor 50 Jahren wurde das Fußballstadion in der Südstadt vor den Toren Wiens eröffnet, fertig gebaut wurde die heutige BSFZ-Arena allerdings nie.

Der zweite Rang der Gegentribüne, die auch überdacht werden sollte, fehlt ebenso wie die beiden Stehplatztribünen hinter den Toren. Nach einem Finanzskandal hatte Geldgeber Newag/ Niogas (heute EVN) die Lust an der Admira verloren.

Nach einer zweijährigen Bauzeit fand am 4. März 1967 trotzdem das erste Meisterschaftsspiel in der Südstadt statt: Die Admira besiegte Herbstmeister Innsbruck 3:1. Das Premierentor erzielte der 17-jährige Willy Kreuz. Gekommen waren 7000 Fans.

Ein Zuschauermagnet war die Südstadt nie. Trotzdem wurde in der Gartenstadt österreichische Fußballgeschichte geschrieben.

Die Top 7 der Spiele

Die UEFA-Cup-Sensation
Am 19. September 1973 war Inter Mailand mit Startrainer Helenio Herrera in der Südstadt siegessicher angetreten. 11.000 Zuschauer sahen aber eine Sensation. Kurt Swojanowsky, aufgewachsen im SOS-Kinderdorf in der Hinterbrühl, stahl den Inter-Stars wie Mazzola und Facchetti die Show. Sein Kopftor bedeutete einen 1:0-Sieg. Da Admira das Rückspiel im San-Siro-Stadion nur 1:2 verlor, stieg man in die zweite UEFA-Cup-Runde auf.

Das Massenspektakel
Heute stößt die Südstadt schon bei 10.000 Zuschauern an die Grenzen. Am 7. September 1968 waren mehr als doppelt so viele da: 20.168 drängten sich offiziell beim Gastspiel von Rapid in das Stadion. Die Tribünen waren überfüllt, dutzende Fans standen sogar auf dem Kabinengebäude. Die Hütteldorfer siegten 5:1. Das nächste Admira-Heimspiel gegen den LASK lockte hingegen nur 2379 Zuschauer in die Südstadt.

Die Aufholjagd
Siege gegen die Übermacht Rapid sind jedem Admiraner Balsam für die Fan-Seele. Ein Erfolg bleibt immer in Erinnerung: Scheinbar aussichtslos 0:3 lag die Admira am 29. Juli 1992 zurück. Doch ein Tor in der Nachspielzeit der ersten Hälfte war der Weckruf. Am Ende waren die Hütteldorfer mit der 3:4-Niederlage noch gut bedient. Ein Rapid-Tor erzielte Admiras Jahrhundertteam-Stürmer Gerhard Rodax. Drei Jahre zuvor hatte er bei einem 4:1 noch vier Mal gegen Rapid getroffen.

Das Austria-Meisterstück
Nur einen Punkt benötigten die Wiener im Fernduell mit dem FC Tirol vor der letzten Runde der Saison 1990/’91, um erstmals unter Trainer Herbert Prohaska den Titel zu holen. Aber im letzten Spiel sah es in der Südstadt schlecht aus. 12.000 Austria-Fans zitterten, als es nach 37 Minuten 0:2 gegen Admira stand, und jubelten, als Prosenik kurz vor Schluss den überragenden Admira-Keeper Knaller doch noch zum 2:2 bezwingen konnte.

Die Fight-Night
Das überflüssigste Nachspiel fand in der Südstadt am 15. April 2006 statt: Nach einem 1:1 im Abstiegsduell gegen Tirol gab es eine Massenschlägerei auf dem Spielfeld. Hannes Eder hatte beim Wacker-Ausgleich in der 93. Minute mit ordinären Geste die Admira-Spieler provoziert. Die verloren die Nerven. Vier Admiraner und zwei Innsbrucker wurden gesperrt. Der Iraner Mohsen Faraji, der eigentlich nur als Zuschauer im Stadion war, fasste die Bundesliga-Rekordstrafe von 20 Spielen aus, weil er den Innsbrucker Andreas Hölzl niedergetreten hatte.

Der GAK-Feiertag
Am 20. Mai 2004 strahlte die Südstadt in Rot. Gut 8000 GAK-Fans waren über den Wechsel gekommen, um den bereits fixen Meistertitel zu feiern. Zum ersten und einzigen Mal erhielten die Grazer den Meisterteller. Für den GAK war es aber der Anfang vom Ende: Drei Jahre später folgte der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit.

Die Chaospartie
Drei Unterbrechungen wegen Flutlichtausfällen, ein Schiritausch und der erste Flitzer in der Südstadt: Es war viel los am 28. Juli 2016 beim Europa-League-Quali-Spiel zwischen Admira und Liberec. Erst um 23.44 Uhr stand der 2:1-Sieg der Tschechen fest.

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