Norbert Darabos klagt: "Die Fans werden bei Rapid immer wichtiger"

© KURIER/Martin Gnedt

Rapid-Kuratorium
11/08/2016

Darabos bricht mit Rapid: "Das tut schon weh"

Der Ex-Minister fällt aus dem Rapid-Kuratorium. War die Kritik an der Fanpolitik der Grund?

von Alexander Huber

Nicht nur bei der Trainerfrage stehen bei Rapid Entscheidungen an. Vorbereitet werden für die Hauptversammlung am 28. November auch die Vorschläge für das Kuratorium. Darin sitzen Rapid-Sympathisanten – von ORF-Chef Wrabetz über Grün-Politiker Pilz bis zum früheren Primgeiger der Philharmoniker Hellsberg. Unter der Leitung von Casinos-Vorstand Hoscher wird der Verein beraten.

Ein prominentes, langjähriges Mitglied wird aus diesem Kuratorium ausscheiden: Norbert Darabos. Nicht ganz freiwillig, wie der Ex-Sportminister und nunmehrige Landesrat im Burgenland erzählt. "Entscheidend dürfte ein KURIER-Interview von 2014 sein. Ich würde jedes Wort wieder so wählen."

"Krebsgeschwür"

Was ist passiert? Darabos bekam schon 2013 das schlechteste Ergebnis, weil er nach dem Platzsturm über Fans als "Krebsgeschwür, das entfernt werden muss", sprach. Nach den Ausschreitungen im Happel-Stadion im November 2014 kritisierte Darabos die Fan-Politik von Rapid und der Austria heftig.

Zuletzt wurde im sechsköpfigen Wahlkomitee diskutiert, dass Darabos bei der Versammlung nicht die nötigen 50% kriegen würde. Außerdem wollten die drei Mitglieder-Vertreter im Komitee nicht für den Burgenländer stimmen, "der schon auf der Pfarrwiese dabei war". Als ein Grund wird angegeben, dass Darabos kaum noch Sitzungen besucht hätte.

"Für mich liegt es daran, dass die Fans im Verein immer wichtiger werden. Obwohl ich selbst immer Rapid-Fan bleiben werde." Nachsatz: "Ich ziehe meine Kandidatur zurück. Aber weh tut das schon."