Sport | Bundesliga
03.12.2016

Canadi gereizt: Die Angriffslust des Trainers

Damir Canadi reagiert mit Schärfe auf die unbefriedigende Lage in Hütteldorf.

2018 hätte Damir Canadi mit der aktuell miesen Tabellensituation von Rapid gleich zwei Strohhalme mehr. Entweder die Hütteldorfer schaffen noch den sechsten Platz, profitieren von der Punkteteilung und greifen im Frühjahr neu an. Oder die Grünen bleiben Siebenter, gewinnen das untere Play-off und bekommen so noch eine letzte Chance auf die internationale Bühne.

Die am Freitag beschlossene (und von der Rapid-Spitze gutgeheißene) Ligareform ist aber natürlich nicht sofort gültig, sondern erst ab Sommer 2018.

Schärferer Ton

Deshalb ist es logisch, dass Canadi nach vier sieglosen Spielen die Gangart verschärft: Vor dem Heimspiel gegen St. Pölten (16 Uhr) präsentierte sich der Rapid-Trainer öffentlich erstmals angriffig und teilweise auch gereizt. Der Europacup ist in weite Ferne gerückt. Nur noch im Cup ist alles möglich, im Viertelfinale warten im April 2017 eben jene St. Pöltner.

Zum 1:1 in Mattersburg meint Canadi: "Da war sehr viel Gutes zu sehen. Wir lassen kaum noch Chancen zu. Auch wenn das in Wien viele nicht wahrhaben wollen."

Zum 0:4 der St. Pöltner im Heimspiel am Mittwoch gegen den WAC meint er: "Sie waren trotzdem sehr spielfreudig. Der WAC ist sehr tief gestanden. Wenn wir so spielen, möchte ich nicht wissen, was in den Zeitungen steht."

Dem erwarteten Pflichtsieg kann der Wiener dementsprechend nichts abgewinnen: "Der SKN ist seit dem Trainerwechsel viel besser geworden. Als wir dort mit Altach 1:0 gewonnen haben, hatten sie einen super Plan gegen unsere Dreierkette."

Canadi hält an seinem System fest

Das 3-5-2 wird dennoch durchgezogen werden. "Das war eine Reaktion auf die ganz schwache Leistung in Salzburg. Ich musste der Mannschaft sofort helfen. Jetzt ist sie stabilisiert."

Dafür gehen die für dieses System so wichtigen Seitenspieler aus. Der letzte fitte und gelernte Flügelspieler ist Arnor Traustason. Der zweite wird entweder Amateur Thurnwald (mit Kopfweh nach Peitschenschlag-Syndrom) oder Innenverteidiger Wöber (mit Bauchweh, weil ihn Canadi im Zentrum besser sieht).

Schobesberger ist erneut verletzt. Ein Knochenmark-Ödem lässt 2016 keine Spiele mehr zu. Schrammel ist gesperrt; Pavelic und Auer sind weiterhin verletzt.

Außerdem fehlt das Selbstvertrauen. Kapitän Sonnleitner sagt treffend: "Selbstvertrauen gibt es nicht im Sackerl zu kaufen. Das müssen wir uns mühsam wieder gemeinsam erarbeiten."