Sport | Bundesliga
09.11.2016

Abschied des Schalke-Doppels von Rapid

Ex-Trainer Büskens und Ex-Sportdirektor Müller verbrachten ihren letzten Tag in Hütteldorf

Am Mittwoch leitete Co-Trainer Thomas Hickersberger erstmals das Training der Rapid-Profis. Am Montag hatte es ein Auslaufen von der WAC-Pleite und die Information von Mike Büskens Beurlaubung gegeben, am Dienstag war frei. Der Mittwoch war auch der letzte Tag des 48-jährigen Deutschen in Wien.

Dass Büskens nicht nur am sportlichen Misserfolg gescheitert ist, zeigt ein Blick auf die Bilanz. Natürlich, ihm stand eine intakte Mannschaft und der teuerste Kader der Rapid-Historie zur Verfügung. Aber 1,64 Punkte pro Spiel nach 25 Partien sind im grün-weißen Schnitt gar nicht so miserabel. Josef Hickersberger (Meistermacher 2005) kommt etwa nur auf 1,61 Punkte. Vorgänger Zoran Barisic schaffte unter anfangs wesentlich tristeren Voraussetzungen 1,76 Zähler.

Auch für Ex-Sportdirektor Andreas Müller sprechen einige Zahlen, vor allem die lukrativen Verkäufe und gelungene Vertragsverlängerungen von Schlüsselspielern wie Schwab, Schaub oder Schobesberger.

Müller verabschiedete sich ebenfalls aus Hütteldorf. In einem Text auf der Rapid-Homepage betont er, dass der letzte Europacup-Herbst "ein Highlight seiner langen Karriere war". Außerdem will der 53-Jährige seine lebenslange Mitgliedschaft behalten und in Ruhe analysieren, was falsch gelaufen ist.

Das Eigentor

Ganz oben auf der Liste muss die Bestellung von Büskens stehen. Wenn Müller einen unverdächtigen Trainer geholt hätte, wäre er selbst wohl noch im Amt. Dann zeigte sich auch noch, dass der langjährige Schalke-Kumpel gar nicht auf einer Wellenlänge mit Müller lag. Zwar sind beide Vertreter der "alten Schule" und auf Ehrlichkeit bedacht, viel zu sagen hatten sie sich schon bald nicht mehr.

Zweifel kamen auf, als Müller statt Barisic unbedingt eine "härtere Hand" wünschte und bis zuletzt glaubte, die Mentalität der Spieler wäre das Hauptproblem. Der Rundumschlag im KURIER-Interview nach dem 2:4 in Ried kam nicht nur bei den Spielern schlecht an.

Müller kam aber auch unschuldig zum Handkuss. Als die Vergangenheit von Neuzugang Max Entrup in einem Austria-Fanklub zum bestimmenden Thema wurde (trotz Platz 1 in der Tabelle), wankte der Verein. Müller fand als einer von wenigen klare Worte, auf eine einheitliche Linie wartete er aber vergeblich.