Sport
09.04.2012

Bubba Watson gewinnt US-Masters

Der US-Amerikaner setzt sich im Stechen gegen den Südafrikaner Louis Oosthuizen durch.

Es war ein dramatisches Finale beim US-Masters in Augusta, das eine Entscheidung am zweiten Extra-Loch und mit Bubba Watson einen Sieger brachte, das als Golfer in kein Schema passt.

Turnierfavorit Tiger Woods landete nur auf Rang 40 und war bei dem mit acht Millionen Dollar dotierten Turnier im Augusta National Golf Club ebenso chancenlos wie der Weltranglisten-Erste Luke Donald (32.) und Titelverteidiger Charl Schwartzel (50.). Der entthronte Vorjahressieger half der Tradition entsprechend danach seinem Nachfolger in das "Green Jacket".

   Als er den einfachen Sieges-Putt aus rund 20 Zentimetern versenkt hatte, brach Watson augenblicklich in Tränen aus. Er umarmte seinen Caddie, später neben vielen anderen auch seine besten Freunde unter den Profis. Er konnte sein Glück nicht fassen. "In meinen Träumen bin ich nie so weit gegangen", erklärte der aus Bagdad im äußersten Nordwesten von Florida stammende Profi.

   Bubba Watson, der Gerry Lester Watson getauft worden war und seinen gängigen Rufnamen aus seiner Kindheit mitgenommen hat, ist eine schillernde Figur. Watson hat sich als Bub unter Anleitung seines Vaters einen eigentümlichen Self-made-Schwung angeeignet, der in keinem Lehrbuch beschrieben ist. Für Golfpuristen ist vor allem seine Beinarbeit bei den langen Schlägen bestenfalls unorthodox. Dennoch gewann er auf der PGA-Tour 2010 und 2011 insgesamt drei Turniere. Im August 2010 schaffte er es bei der US PGA Championship ins Stechen, das er gegen den Deutschen Martin Kaymer aber verlor

Spektakulär und aggressiv

Watson ist ein ausgesprochener Longhitter. Mit einer durchschnittlichen Drive-Länge von 286 Metern ist er die aktuelle Nummer 1 auf der US-PGA-Tour. Genau wie Phil Mickelson spielt er sehr spektakulär und aggressiv. Die Fahnenpositionen auf den Greens können noch so diffizil sein, er greift immer an. Alles oder nichts, das ist seine Devise. "Ich will immer den unglaublichen Schlag zeigen. Wer mag das nicht? Deshalb spielt man ja Golf."

   Ein solcher unglaublicher Schlag verhalf Watson schließlich zum größten Erfolg. Am zweiten Loch des Stechens hatte er den Abschlag weit nach rechts verzogen. Der Ball landete in den Pinien. Der direkte Weg zum Green war versperrt. Watson machte eine kleine Lücke zwischen den Bäumen aus, ließ den Ball mit einem kräftigen Schlag nach links durch die Lücke wegzischen und dann mit einem wundersamen Haken nach rechts drehen. Der Ball kam unter dem tosenden Applaus der über 40.000 Fans vier Meter vom Loch zum Liegen.

   Oosthuizen, der überlegene Sieger des British Open 2010, hatte sich mit seinem Abschlag ebenfalls in Schwierigkeiten gebracht und benötigte an diesem Par-4-Loch fünf Schläge (Bogey). So reichten Watson schließlich zwei Putts aus der kurzen Distanz. Hätte Oosthuizen gesiegt, würde man jetzt vor allem von dessen Wunderschlag schreiben. Dem 29-Jährigen glückte am 2. Loch ein sogenannter Albatros (drei unter Par): An diesem 525 Meter langen Par 5 beförderte er den Ball aus rund 230 Metern mit dem zweiten Schlag ins Loch. Es war erst der vierte Albatros in der Geschichte des US Masters.

Pech für Mickelson

Zu den Verlierern der Schlussrunde auf dem Par-72-Kur zählten der Amerikaner Phil Mickelson und der Engländer Lee Westwood, nachdem die weiteren Favoriten Tiger Woods (40.), Rory McIlroy (40.), Luke Donald (32.) und Martin Kaymer (44.) ihre Chancen auf den Sieg schon spätestens am dritten Tag verspielt hatten. Woods musste in seinem 16. US Masters als Profi sogar seine schwächste Klassierung zur Kenntnis nehmen. Bei seinem Lieblingsturnier, das er viermal gewonnen hatte, war er bisher nie schlechter als 22. (im Jahr 2004) gewesen.

   Der dreifache Masters-Sieger Mickelson war aus der günstigen zweiten Position mit nur einem Schlag Rückstand auf den Schweden Peter Hanson in die Schlussrunde gestartet. Aber bereits am 4. Loch fing Mickelson mit viel Pech ein Triple-Bogey (3 über Par) ein. Er konnte dieses Handicap nicht mehr wettmachen und wurde schließlich Dritter, schlaggleich mit Westwood, Hanson und dem Amerikaner Matt Kuchar. Lee Westwood, Dritter der Weltrangliste, war wie so oft sehr nahe am Sieg. Seit 2008 schaffte er bei einem Major sieben Mal Rang zwei oder drei, mit nunmehr 38 Jahren muss er aber weiterhin auf seinen ersten Erfolg bei einem der vier großen Turniere warten.