Sport
13.01.2012

Benjamin Karl machte es auf dem Jauerling spannend

Benjamin Karl hat es am Freitag spannend gemacht. Mehr als ihm selbst lieb war.

Nach verpatztem ersten Qualifikationslauf im Parallel-Slalom-Weltcup auf dem Jauerling zitterte der Lokalmatador sogar ums Weiterkommen in die nächste Runde. Dort drehte der Niederösterreicher auf und schaffe es mit der neuntbesten Gesamtzeit in die Finalsession.

Bei den Damen war die Burgenländerin Julia Dujmovits Schnellste, insgesamt acht rot-weiß-rote Athleten sind im Achtelfinale dabei (ab 16.30 Uhr).

In Bussen wurden die Schüler aus der Region auf den Jauerling gekarrt, die Kinder sorgten bei Schneetreiben schon zu morgendlicher Stunde für gute Stimmung und kannten nur ein Ziel. Und das lautete " Karl". Dem 26-Jährigen aus dem nur 40 Minuten entfernten Wilhelmsburg spielten die Nerven jedoch einen Streich, kurz vor dem Ziel des ersten Laufes kam er von der Ideallinie ab und ließ viel Zeit liegen. Und erhöhte damit die Spannung. "Ich habe das aber nicht mit Absicht gemacht. Für die Leute war es sicher cool, für mich ein wenig zäh. Ich war nervöser als bei der WM", gestand der Weltcupführende.

In der zweiten Ausscheidungsrunde, an der die jeweils besten 16 Läufer des roten und des blauen Kurses, teilnahmen, drehte Karl richtig auf. "Da war Vollgas angesagt. Es war nicht leicht, weil die Piste ein bisschen gebrochen ist. Im Finale werde ich voll angreifen", erklärte der zweifache Weltmeister 2011, der im Zielraum von Fans umlagert war und trotz Schneetreibens eine dreiviertel Stunde lang Autogrammwünsche erfüllte. Mit harter Arbeit hatten die Organisatoren eine gute Piste zustande gebracht, speziell im Mittelteil war sie aber doch rasch löchrig geworden.

Bei den Damen sind im Finale neben Dujmovits auch Marion Kreiner (5.), Ina Meschik (6.) und Claudia Riegler (9.) dabei, bei den Herren überstanden neben Karl der groß aufzeigende Siegfried Grabner (4.), Ingemar Walder (10.) und Andreas Prommegger (12.) die erste Phase.

Dujmovits, derzeit Zweite im Weltcup, hat sich für den Heim-Veranstaltungen auf dem Jauerling und in Bad Gastein (Sonntag) vorgenommen, ins Gelbe Trikot der Weltcupführenden zu schlüpfen. Mit dem Qualifikationssieg hat die 24-Jährige schon einmal aufgezeigt. "Es läuft super nach Plan. Ich habe es ganz gut erwischt, es ist aber schon gescheit schwierig zu fahren. Aber taktieren kannst nicht, da musst du jeden Lauf riskieren", erklärte Dujmovits. Meschik ("Du darfst dir keinen Fehler erlauben"), Kreiner ("Für das Finale wird die Besichtigung wichtig") und Riegler ("Genial, was die hier geschaffen haben") zeigten sich von Strecke und Kulisse angetan.

Grabner war als Vierter bester Österreicher der Qualifikation, ob der Löcher sprach er von einer "Käsepiste", hatte aber sonst nur lobende Worte für die Veranstaltung übrig: "Wir müssen viel öfter in die Nähe von großen Städten gehen, einen Slalom kann man ja schnell mal wo austragen", meinte der Kärntner. Die Läufer erwarten für das Finale, dass sich im Schnee um die Tore rasch Wannen bilden werden, diese heißt es dann zu treffen. Vollen Angriff verspricht auch der Salzburger Prommegger: "Im Finale werden die Karten neu gemischt."