Sport
30.01.2015

Beaver Creek: Dünne Luft und dicke Brieftaschen

Die Skiregion in Colorado, Schauplatz der Ski-WM, ist für viele ein beliebtes Reise- und Wettkampfziel.

Nach der Landung im genau eine Meile hoch gelegenen Denver eine zweistündige Autofahrt über die Interstate 70, vorbei am Grab des Buffalo Bill, in 3000 Meter über den Eisenhower-Pass und durch einen Tunnel, hinter dem gleich dahinter das Outlet-Center von Silverthorn liegt, wo sich der Skizirkus alle Dezember wieder zum vorweihnachtlichen Shoppen trifft– selbst europäischen Rennläufern ist die WM-Region in Colorado längst vertraut. Und ÖSV-Sportchef Hans Pum erlebte hier nebst zig Weltcuprennen schon zwei Weltmeisterschaften. Die erste im Februar 1989, ...

... als ein paar Wochen später ein gewisser Marcel Hirscher in Salzburg erst geboren wurde;

... als Trainer Pum zwischen dem ersten und zweiten Riesentorlauf-Durchgang plötzlich verschwand, um in der Kirche von Vail eine Kerze anzuzünden, worauf Rudi Nierlich und Helmut Mayer (Papa des nunmehrigen Abfahrts-Olympiasiegers Matthias Mayer) Gold und Silber eroberten ;

... als der Deutsche Hansjörg Tauscher, der vor- und nachher nie ein Rennen gewann, als Abfahrtsweltmeister im 2600 Meter hoch gelegenen Ziel von Beaver Creek abschwang;

... und als Beaver Creek nur aus einzigem Hotel und einer Tiefgarage bestand.

Schon 1999, bei der nächsten US-WM, reihte sich in Beaver Creek ein Hotel-Palast neben dem anderen. Darunter ein besonders teurer, den zu dieser Zeit Frank Stronach besaß.

Rolltreppen führen bis hinauf an den Pistenrand, zumal Fußmärsche bedingt durch die Höhenlage für Milliardärsladys ganz schön anstrengend sein können. Nicht nur für sie.

Der Hals kratzt. Die Nasen der Neuankömmlinge sind verstopft. Rennläufer greifen zu Sauerstoffflaschen und Masken. Eine Methode, der sich Benjamin Raich schon am Rettenbachferner beim Söldener Weltcup-Saison-Auftakt intensiv bediente.

Die Luft in Beaver Creek ist ähnlich dünn wie hierzulande auf Gletschern. Dick wird sie in manchen Teams ohnehin früh genug werden. Dazu ist eine WM mit ihrer Hektik prädestiniert.