Pöltl bei einem Medientermin vor dem NBA-Draft

© APA/HELMUT FOHRINGER

Basketball
06/23/2016

Tag der Entscheidung: Wenn aus Talenten Stars werden

Der Wiener Jakob Pöltl kann als erster Österreicher in der NBA landen. Wo, ist ungewiss.

von Philipp Albrechtsberger

Läuft alles wie erwartet, wird der 20-jährige Wiener Jakob Pöltl Donnerstagnacht Millionär sein. Doch um Geld geht es ihm nicht.

Jakob Pöltl geht es um seinen Kindheitstraum. Einen Traum, den Millionen Basketballer träumen – in der NBA zu spielen, der besten, teuersten und glamourösesten Liga der Welt. Als erster Österreicher hat Pöltl reelle Chancen, von einem der 30 Klubs ausgewählt zu werden. Die Auswahl erfolgt im Rahmen des NBA-Drafts, der jährlichen Spielerbörse, bei der sich die Vereine mit den besten Nachwuchsspielern verstärken. Das Mega-Event sehen Zehntausende Zuseher vor Ort im Barclays Center von Brooklyn und Millionen vor den Bildschirmen (zu sehen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ab 2 Uhr MESZ/live ORF Sport+).

Fieser werden

Von den US-Experten wird Pöltl hoch gehandelt, nach den Probetrainings wurde sein Spiel in alle Einzelteile zerlegt – ein Auszug: "Es gibt nicht viele 2,10-Meter-Riesen, die über das Parkett laufen können wie er. In der Defensive sollte er noch ein bisschen fieser werden." Für die künftigen Arbeitgeber und Fans gibt es sogar eine Anleitung, wie man seinen Namen ausspricht: YA-KOB PER-DEL. Als mögliche Klubs werden die Milwaukee Bucks, die New Orleans Pelicans und sogar Rekordmeister Boston Celtics gehandelt.

Wird ein Talent von einem Klub ausgewählt, heißt das noch nicht, dass der Spieler auch dort landet. Oft sind die Athleten Teil von Tauschgeschäften. Prominentes Beispiel: Dirk Nowitzki. 1998 wurde der Deutsche von Milwaukee "gedraftet" und sofort nach Dallas transferiert – ein Glück. Während die Bucks seit 1971 auf eine Meisterschaft warten, vollendete Nowitzki in Dallas 2011 seine außergewöhnliche Karriere mit dem Titelgewinn.

Kurios verlief im Jahr 1984 der Draft, der bis heute als bester Jahrgang der Geschichte gilt. Ausgewählt wurden damals die späteren Hall-of-Fame-Mitglieder Michael Jordan, Charles Barkley und John Stockton. Bestgereiht im Draft war jedoch keiner dieser drei, sondern Hakeem Olajuwon. Der 2,13 Meter große Nigerianer hielt zwar mit 16 Jahren zum ersten Mal einen Basketball in der Hand, dominierte aber wenig später bereits im College-Basketball. Da Olajuwon der Traum jedes Teams war, begannen die Houston Rockets plötzlich zu verlieren, sodass sie am Ende auf dem letzten Platz standen und als erstes Team wählen durften.

An dritter Stelle wurde von Chicago damals Michael Jordan ausgewählt. Bulls-Manager Rod Thorn zeigte sich zurückhaltend: "Wir würden uns wünschen, Michael wäre größer. Es war einfach kein vernünftiger Center mehr da. Jordan wird diesen Klub nicht alleine umkrempeln und nach vorne bringen." Tat er aber: Chicago wurde sechs Mal Meister.

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