Quo vadis: Barbara Haas ist talentiert, weiß aber nicht, wie es weitergeht. Derzeit hat die 19-Jährige nicht einmal einen Sponsor.

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Teurer Tennis-Spaß
10/15/2015

Bangen um Tennis-Karriere: "Weil das Geld fehlt"

Einige junge Österreicherinnen wissen nicht, wie es weitergeht.

von Harald Ottawa

Man kauft sich ein Racket, sucht sich ein schönes Platzerl und schaut, dass man gut und damit reich wird. Eine Traumvorstellung von einem Tennisspieler. Die Realität schaut freilich anders aus, dies merkt man an den Beispielen der österreichischen Tennis-Damen.

Selbst Tamira Paszek machte sich nach ihrer Auftaktniederlage beim Generali Ladies in Linz schon Gedanken ums Geld. Dabei hat die zweifache Viertelfinalistin von Wimbledon (2011, 2012) in ihrem Leben bereits 2,3 Millionen Dollar (rund zwei Millionen Euro) verdient. Die vergangenen Jahre brachten aber ein Minus.

Wie geht es den anderen Österreichern damit, die nicht die Erfolge einer Paszek hatten? Patricia Mayr-Achleitner war selbst zumindest einige Zeit Top 100 gewesen, bevor sie nun in der Linzer Qualifikation verletzungsbedingt ihre Laufbahn beendete. Die 28-jährige Tirolerin klärt auf: "Eine Profi-Spielerin braucht, wenn sie spart und wie ich alles alleine checkt, mindestens 120.000 Euro im Jahr. Im Normalfall aber rund 200.000 Euro." Sponsor Simacek, Ligaspiele im In- und Ausland sowie Preisgelder konnten dies wettmachen, reich wurde die langjährige Fed-Cup-Spielerin aber nicht. Trainer, Reisen, Hotels kosten Geld. Preisgeld verdiente sie in ihrer zwölfjährigen Laufbahn insgesamt rund 900.000 Euro brutto, in ihrer letzten Saison nicht ganz 30.000 Euro. Allerdings sei gesagt, dass es Mayr-Achleitner heuer kein einziges Mal in den Hauptbewerb eines der vier Grand-Slam-Turniere brachte (bei den US Open gab es für eine Erstrundenniederlage umgerechnet 34.329,92 Euro brutto, Anm.).

Kein Sponsor

Den Weg nach oben hat die 19-jährige Barbara Haas, Nummer 240 der Welt, mit etwas Glück noch vor sich. Die talentierte Oberösterreicherin gewann im September in Podgorica ihr erstes Challenger und erhielt dort 3919 Dollar brutto. "Ich habe nicht einmal einen Sponsor", sagt das Talent, das in Linz knapp an der tschechischen Top-40-Spielerin Barbora Strycova scheiterte. Haas lebt vor allem noch von Geldern aus einem Investorenmodell. Doch wie lange noch? "Babsi weiß nicht, ob sie in zwei Jahren noch spielen kann. Nur deshalb, weil die Zukunft finanziell nicht gesichert ist. Wenn du Top 100 bist, geht es, der Weg dorthin ist aber schwer zu finanzieren", sagt ihr Trainer Jürgen Waber. Der Grund? "Fehlende Sponsoren in Österreich."

Die 19-jährige Vorarlbergerin Julia Grabher ist etwas später dran, hat aber nach der bestandenen Matura im Juni erste Erfolge auf der Tour erzielt. Mutter Heike erzählt: "Unser Budget beträgt rund 60.000 Euro. Davon kommen 10.000 vom Tennisverband, 10.000 von Sponsoren, dazu kommen noch kleine Gönner. Den Rest muss ich alleine tragen. Aber wir müssen dringend etwas unternehmen." Mit Sponsor ist das Generali-Young-Ladies-Team gemeint, das einige Jugendliche unterstützt. Preisgeld: 6000 Euro heuer.

Sponsor Papa

Auch die noch 16-jährige Mira Antonitsch, die wie Grabher in Linz in der Qualifikation scheiterte, zählt zum Team. Sie spielt vorwiegend Jugendturniere, bei denen es kein Preisgeld gibt. "Hauptsponsor sind Mama und Papa", sagt Vater Alexander Antonitsch, ehemaliger Profi. Vom Generali-Team kommt Unterstützung, aber auch vom ÖTV. "Der Verband leistet Zuschüsse, diese sind aber Weitem nicht so hoch wie in anderen Ländern." 60.000 bis 80.000 Euro koste eine Saison.

Karriere? Reichtum? Waber weiß: "80 bis 90 Prozent im Alter von Babsi hören irgendwann auf. Weil das Geld fehlt." Vielleicht hilft ja das geplante Damen-Tennis-Konzept des ÖTV ein wenig.

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