Sport
31.12.2012

And the Oscar goes to ...

Spektakulären Ereignisse und große Erfolge – auch Österreicher spielten mit

Novak Djokovic und Viktoria Asarenka beenden das Tennisjahr als Nummer eins. Davor gab es viele dramaturgische Höhepunkte. Ein etwas anderer Rückblick:

Im Geheimdienst Ihrer Majestät. Queen Elisabeth II. würdigt in ihrer Weihnachtsansprache einen Schotten. Warum? Andy Murray schlägt vier Monate zuvor im Olympia-Finale ausgerechnet Rasen-König Roger Federer. Kurze Zeit später krönt sich der 25-Jährige in New York zum ersten britischen Einzel-Sieger eines Grand-Slam-Turniers seit 1936.

Skyfall. Sergej Bubkas Vater wollte als Stabhochspringer immer hoch hinaus, er selbst muss am 1. November tief hinunter. Der mittelprächtige Tennisspieler fällt in Paris aus dem Fenster des dritten Stockes. Nach vielen Verletzungen geht es mit dem Lebensgefährten von Viktoria Asarenka wieder aufwärts.

Liebesgrüße aus Moskau. Österreichs Daviscup-Team schlägt Russland 3:2 und zieht erstmals seit 1995 in ein Daviscup-Viertelfinale ein. Die Russen geben auch einen sehr netten Spielkameraden ab und streiten lieber untereinander.

Ein Quantum Trost. Wegen Tamira Paszeks Teilnahme am olympischen Tennisturnier auf Rasen wird lange verhandelt. Dann darf sie doch spielen – und unterliegt sang- und klanglos der Französin Cornet, gegen die sie beim Grand-Slam-Turnier an Ort und Stelle in Wimbledon noch gewonnen hat. Die Vorarlbergerin spricht von einer ihrer größten Enttäuschungen und sucht Trost bei Fußballer-Freund Georg Margreitter.

Ein Käfig voller Narren. Auch, wenn nicht immer Fasching ist: Der gegenwärtige Weltranglisten-Erste Novak Djokovic schlüpft Ende Oktober beim Turnier von Paris-Bercy in die Maske des Star-Wars-Bösewicht Darth Vader – und verliert kurze Zeit später sein Match. Bös’ gelaufen. Die ehemalige Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki wiederum stopft sich im Dezember bei einem Jux-Turnier in São Paulo Handtücher in die Kleidung und imitiert Serena Williams. Für 2013 steht ein Zickenkrieg im Drehbuch.

Wie ein wilder Stier. David Nalbandian führt im Finale des ehrwürdigen Rasenturniers von Queen’s gegen den Kroaten Marin Cilic 7:6 und 4:3 und verliert dennoch. Der Argentinier giftet sich nach einer Schiedsrichterentscheidung zu viel, tritt gegen die Werbebande vor dem Stuhl eines Linienrichters und verletzt diesen am Bein. Disqualifikation und Geldstrafe.

Die glorreichen Sieben. Rafael Nadal gewinnt in Paris und stellt damit den Weltrekord auf. Noch kein Spieler hat zuvor sieben Mal den Siegerpokal der French Open in den Händen gehalten.

Verdammt in alle Ewigkeit. Die letzten Hoffnungen auf ein Comeback zerschlagen sich. Daniel Köllerers Einspruch beim CAS in Lausanne ist erfolglos, der Welser bleibt lebenslang wegen Wettmanipulation gesperrt.

Scream I. Augen auf, Ohren zu! Beim Australian-Open-Finale zwischen Maria Scharapowa und Viktoria Asarenka werden fast durchwegs über 100 Dezibel gemessen. Bei so manchen Damen-Spielen sind Ohropax recht hilfreich. PS: Aufgrund der Erfolge gibt es 2012 noch fünf Fortsetzungen – Scream Teil VI spielt in Istanbul.

Denn sie wissen nicht, was sie tun. Der deutsche Tennisverband pfeift auf eine Olympianominierung von Routinier Tommy Haas und stellt Philipp Kohlschreiber auf. Der wiederum pfeift auf Olympia und sagt mit Turnierbeginn ab. Da auch Florian Mayer nicht nach London will, hält Doppelspezialist Philipp Petzschner im Einzel die Fahnen hoch – zumindest zwei Runden lang.

Tamira Paszek war einer der ersten Damen, die in der neuen Saison aufschlugen. In Brisbane wird sie 2013 nicht mehr zu sehen sein, die 22-jährige Vorarlbergerin musste sich in Runde eins der Polin Urszula Radwanska 6:2, 2:6 und 0:6 geschlagen geben.

Auch Jürgen Melzer, Österreichs Nummer eins bei den Herren, ist in Brisbane. Sein Gegner kommt aus der Qualifikation und wird erst zugelost, im Doppel tritt er heute gemeinsam mit dem Kanadier Milos Raonic an. Andreas Haider-Maurer hob am Samstag Richtung Australien ab und wird ab Samstag in Sydney Qualifikation spielen. Danach folgt die Qualifikation für die Australian Open.

Die Nummer eins der Welt, der Serbe Novak Djokovic spielte sich in Abu Dhabi für die neue Saison warm und gewann dort nach einem 6:7-6:3-6:4-Finalsieg über den Spanier Nicolas Almagro das Einladungsturnier.

Almagro war für den erkrankten Landsmann Rafael Nadal eingesprungen. Der 26-Jährige wollte ursprünglich nach einer Knieverletzung ein Comeback feiern, jetzt erwischte er einen Virus.„Meinem Knie geht es viel besser, und der Reha-Prozess verläuft wie von den Ärzten vorausgesagt gut. Aber das Virus hat mir nicht erlaubt, in dieser Woche zu trainieren“, erklärte Nadal, der erst Ende Februar beim Sandplatz-Turnier von Acapulco einsteigen möchte. „Ich möchte absolut fit wieder zurückkehren, alles andere macht keinen Sinn.“ Nadal fehlt dadurch freilich auch bei den Australian Open.