Sport
05.12.2011

Als führender vom Dönermann ins Spital

viennaman 1,9/90/20

Bereits der Beginn der nun abgelaufenen Woche stand unter einem ganz schlechtem Vorzeichen, da ich nach dem Sonntagtraining extreme Schmerzen im Oberschenkel verspürte und deshalb sogleich den TOP Physiotherapeuten Ernst Moser (alias Ernesto "the machine"; 11. Platz beim St. George Ironman) aufsuchte. Seine fachmännische Meinung war, dass ich mir wohl einen Muskelfaserriss zugezogen habe.

Normalerweise bedeutet diese Diagnose, dass man zumindest 3 Wochen den Fuß nicht belasten darf. Nach Rücksprache mit meinem Trainer Harald Horschinegg fasste ich den Beschluss, bis zum Viennaman nicht mehr zu laufen.
Nach einer weiteren Behandlung bei Ernesto am Donnerstag entschied ich, am Samstag an den Start zu gehen, da ich mich insgesamt in Topform befinde. Diese Entscheidung stand allerdings im Gegensatz zu meinem eigenen Versprechen, dass ich mir nach Abu Dhabi gegeben habe: "Ich werde NIE wieder verletzt an den Start gehen!" Als ich damals mit einem Bandscheibenvorfall am Wettkampf teilgenommen habe, führte das zu einer halbjährigen Verletzungs- und zu einer einjährigen Wettkampfpause.

Aber nun zum Wettkampf: Der Viennaman 1.9 - 90 - 20

Das Schwimmen war einfach schlecht. Bei der letzten Boje habe ich einen kurzen Blick auf den Pulsmesser geworfen und bin regelrecht erschrocken: nur 150 Puls. Das ist für einen Wettkampf viel zu niedrig!
Umso überraschter war ich, dass ich mit einigen Favoriten aus dem Wasser gestiegen bin. Trotz eines absolut langsamen Wechsels ging ich mit lediglich einer Minute Rückstand auf die Favoriten auf die Radstrecke.

Bei Kilometer 10 holte ich die meisten vor mir fahrenden Gruppen ein. Aufgrund schlechter Erfahrungen aus der Vergangenheit fahre ich bei regnerischen Verhältnissen bewusst vorsichtig in den Kurven, um nicht zu sagen, wie ein Anfänger.
Die nächste Überraschung war, dass ich trotzdem nach ca. 15 km die Spitze übernommen habe.
Nach der ersten Runde bildete sich eine Gruppe hinter mir und ich entschied nach der Wende bei der Reichsbrücke 3 Minuten voll zu attackieren. Ich fuhr zwischen 400 - 450 Watt, ca. 60 km/h. Nach der ersten Minute dieses Zwischensprints drehte ich mich kurz um und sah, wie Andy Fuchs kämpfte, um an mir dran zu bleiben.
Nach 3 Minuten war ich dann weg und ging dank meinem SRM wieder zur vorher geplanten Leistung zurück.
Nach 40 Kilometern führte ich ca. mit 1 Minute Vorsprung und obwohl durch Nässe, Kälte und Wind die Bedingungen recht schwierig und meine PowerBar Riegel am Rahmen schon zu Beginn aufgeweicht waren, kam ich schlussendlich mit einem großen Vorsprung in die Wechselzone.

Die Hoffnung war groß, dass ich wie angekündigt das Rennen gewinnen werde können.
Endlich einmal konnte ich mich trotz meines lädierten Rückens halbwegs schnell zum Laufen aufrichten. Ich lief und lief, musste allerdings schon nach einem Kilometer wahrsinnige Schmerzen im Oberschenkel registrieren. Mit Fortdauer lief ich nicht schlecht, hatte aber extreme Schmerzen.
Nach 5 Kilometern lag ich immer noch an der Spitze und ich beschloss eine kurze Pause zu machen, da es vor lauter Schmerzen keinen Sinn mehr machte. Nach ca. 10 Minuten Stehpause ist dann der Worst Case eingetreten und ich konnte nur noch humpeln, da dann die Muskulatur ausgekühlt war.

Die Rettung brachte mich ins Spital und ich wollte unbedingt eine Ultraschall-Untersuchung vornehmen lassen. Der behandelnde Arzt war allerdings gegenteiliger Meinung und schickte mich zum Röntgen, obwohl man auf Röntgenbilden keine Muskeldefekte erkennen kann.
Der Besuch im Spital war dementsprechend vollkommen sinnlos.

Der Alternativplan ist eine MR-Untersuchung am Montag und dann wissen wir hoffentlich mehr.

Zusammenfassend lässt sich sagen:
- schlecht geschwommen
- 2-3 tolle Runden mit dem Rad (die letzte war sehr schlecht)
- und auf das Laufen wollen wir gar nicht eingehen.

Konklusio: Das Ziel wurde klar verfehlt. Ich wollte gewinnen und habe es nicht geschafft.

Ein Lob an Altstar Robert Lang, der nach einem echt tollen Rennen hinter Petr Vabrousek 2ter wurde.