Sport
16.03.2012

100 EPO-Derivate sind nicht nachweisbare

Der renommierte deutsche Anti-Doping-Experte Mario Thevis geht davon aus, dass bis zu 100 EPO-ähnliche Substanzen bei Tests nicht nachweisbar sind.

"Sie wirken wie EPO, aber sie haben eine andere Struktur, und das heißt, dass die aktuellen EPO-Tests sie nicht entdecken können", erklärte der Wissenschafter von der Sporthochschule Köln bei einer Anti-Doping-Konferenz in London.

Das in der Medizin gegen Blutarmut eingesetzte Hormon Erythropoetin (EPO) wird im Sport seit vielen Jahren unerlaubt verwendet, um die Anzahl der roten Blutkörperchen zu erhöhen und damit die Ausdauerleistungsfähigkeit zu verbessern. Ein homologierter EPO-Doping-Test ist seit zwölf Jahren im Einsatz. Seither wurden zahlreiche Sportler als EPO-Dopingsünder überführt, aber auch laufend neue EPO-Derivate (Dynepo, CERA) entwickelt und auch verwendet.

Thevis ist sich sicher, dass einige der neuesten Derivate im Profisport bereits eingesetzt werden, obwohl sie über übliche Verkaufskanäle noch gar nicht erhältlich sind. "Glücklicherweise kennen wir das Problem. Wir müssen neue Tests zum Aufspüren dieser Substanzen entwickeln, die laut Berichten und Gerüchten im Profisport bereits verwendet werden, obwohl sie offiziell noch gar nicht eingeführt wurden", betonte Thevis. Es sei aber sehr schwierig, Testmethoden gegen Substanzen zu entwickeln, deren Strukturen noch nicht bekannt sind, ergänzte der Biochemiker.