Seit Monaten kommen laufend neue Modelle auf den Markt - ein Grund für die guten Quartalszahlen.

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KFZ-Industrie
07/23/2015

Daimler: Hoffnung liegt in China

Noch vor zwei Jahren gab es eine Gewinnwarnung - heute liegt die Rendite bei über zehn Prozent.

von Katrin Rother

Daimler legte seine Quartalszahlen vor - und für den Autobauer läuft es derzeit gut. Dank dem hohen Absatz und des schwachen Euros stiegen die Erlöse im zweiten Jahresviertel im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro. Der Gewinn liegt mit 2,4 Milliarden Euro etwa acht Prozent über dem des Vorjahreszeitraumes. Die PKW-Sparte mit Mercedes-Benz hat vom Umsatz 10,5 Prozent operativen Gewinn - das sind rund 2,2 Milliarden Euro Spartengewinn. Erstmals seit vier Jahren liegt die Rendite wieder über zehn Prozent. Von April bis Juni verkaufte Daimler gut 500.000 Autos. Das Stuttgarter Unternehmen will dieses Jahr den Absatzrekord von 2014 (rund 2,5 Millionen verkaufte Autos) einstellen.

Der Absatz wird durch die Flut neuer Modelle beflügelt. "Daimler muss die hohe Geschwindigkeit seiner Modellerneuerung beibehalten", sagt der Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft in Geislingen, Willi Diez. Bei der C-Klasse wurde das T-Modell nachgeschoben und nächstes Jahr soll eine neue E-Klasse folgen. Auch die Konkurrenz schläft nicht. BMW bringt noch dieses Jahr den neuen 7er auf den Markt. Laut Diez wird es für Daimler nicht einfach, die Position der S-Klasse gegenüber dem neuen BMW-Modell zu behaupten.

Chancen in China

Im Juni verkaufte Daimler um 38,5 Prozent mehr KFZ im Land der Mitte. Die Konkurrenz, Audi und BMW, schwächelte im Vergleich dazu. Der Grund für den Aufschwung ist der gewisse Neuigkeitswert, den Mercedes in China immer noch hat. Die Stuttgarter drängten erst wesentlich später auf den chinesischen Markt und hat sein Potential bis jetzt noch nicht vollständig ausgeschöpft. Dennoch dürfen jetzt keine Fehler gemacht werden. "Wir sehen natürlich, dass der Markt in seiner Wachstumsdynamik nachgelassen hat", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Aber alle Prognosen gingen nach wie vor von Wachstum aus, wenn auch leicht abgeschwächt. Das Ziel sei aber weiterhin, in China deutlich mehr als 300.000 Autos zu verkaufen. Im ersten Halbjahr lag Daimler bei 165.000 verkauften KFZ. Audi will trotz des schwierigen Marktes mindestens doppelt so viele Wagen verkaufen, wie Daimler. Der einstige Run auf westliche Marken im höherpreisigen Marktsegment lässt etwas nach. Das bestätigt auch ein Audi-Sprecher: "Die Kaufzurückhaltung chinesischer Kunden in der gehobenen Preisklasse ist deutlich spürbar".

Bereits im Mai kündigte Daimler-Aufsichtsratschef Manfred Bischoff an, den Vertrag von Dieter Zetsche bis 2019 zu verlängern.

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