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03/04/2017

Schröcksnadel: "Hoffe, dass er es damit nicht sein lässt"

Kurz bevor der erste Durchgang des Mannschafts-Skispringens bei der Nordischen WM in Lahti begann, gratulierte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel im Interview mit der Austria Presse Agentur dem sechsfachen Weltcup-Gesamtsieger Marcel Hirscher. Der Funktionär stellte aber auch etwas besorgt die Frage nach Hirschers Zukunft. "Ich hoffe, dass er es damit nicht gut sein lässt."

APA: Marcel Hirscher hat den sechsten Gesamt-Weltcup-Sieg fixiert. Was sagen Sie zu dieser Riesenleistung?

Peter Schröcksnadel: "Ich habe ihm eh schon gratuliert. Das ist eine Superleistung. Bisher hat der Girardelli fünf Weltcupsiege, aber nicht fünf hintereinander. Er hat jetzt sechs hintereinander, das ist eine außerordentliche Leistung, das kann man nicht hoch genug einschätzen. Man hat ihn scheinbar gefragt, wie lange der Rekord hält, es war eine gute Antwort: mindestens die nächsten sechs Jahre. Aber ich glaube, der hält schon länger, so Ausnahme-Athleten gibt es nicht jedes Jahr."

APA: Kann denn diese Serie noch lange weitergehen?

Schröcksnadel: "Jetzt muss man schauen, wie er sich entscheidet, was er weitertun will. Ich hoffe, dass er es damit nicht gut sein lasst, sondern bei den Olympischen Spielen noch mitfährt."

APA: Warum sollte Hirscher es jetzt bleiben lassen?

Schröcksnadel: "Wo das Problem natürlich liegt, ist, wenn er wieder normal im Weltcup startet, dann wird man dann das nächste Jahr, wenn er nicht mehr den Weltcup gewinnen sollte, sagen, na jetzt ist er schlechter. Da muss man sehr, sehr aufpassen und die Frage ist, ob er sich dann nicht nur ausgesuchte Rennen sucht und auf das verzichtet, weil es ist sicher nervlich eine große Anspannung. Weil du musst dann schauen, dass du über die ganze Saison usw... und jedes Mal fragt man dich. Also das wird seine Überlegung sein müssen - wie verhält er sich da in der Zukunft, wie will er vorgehen?"

APA: Also eine weitere Rekordjagd zum siebenten oder gar achten Gesamt-Titel ist für Sie kein Thema?

Schröcksnadel: "Nein, ich denke, irgendwann wird es sehr schwierig werden. Ich traue es ihm auch zu, dass er es noch einmal gewinnen kann. Aber ob er sich die nervliche Belastung antun will, das ist die andere Frage, da muss er schauen und sich gut beraten, wie er im nächsten Jahr vorgeht, weil ein Olympiasieg wäre noch was Schönes."

APA: Provokant gefragt: Wäre es nicht gut für den Skisport, wenn wieder einmal ein anderer Athlet gewinnt?

Schröcksnadel: "Am Patscherkofel haben wir alle Neune gehabt und dann hatten wir hier heute bei den Langlauf-Damen einen norwegischen Vierfachsieg usw. Ich glaube der Sport lebt davon, auch wenn man einen Schumacher hernimmt oder Mercedes: es gibt einen Helden und alle versuchen, den zu schlagen. Und da liegt das Spannungselement drinnen. Wenn man keinen Helden hat und es immer einen anderen Sieger gibt, dann ist es überhaupt nicht spannend. Oder es gibt eine Nation, die sehr gut ist, die jeder schlagen will."

APA: Gut jedenfalls, dass Hirscher für Österreich fährt. Auch bei Marc Girardelli hätte es ja seinerzeit anders laufen können, oder?

Schröcksnadel: "Der war ja nie im ÖSV, der war nur im Landesverband. Ich habe ihn dann ja ein paar Mal gefragt, ob er nicht zu uns will, das wäre vielleicht durchaus möglich gewesen. Aber, so wie er es gemacht hat, war es sicher auch richtig. Aber der Marcel macht vieles richtig und das ist schön und vor allem ist er auch am Boden geblieben. Er hebt auch jetzt nicht ab und du kannst ganz normal mit ihm reden. Er bleibt trotz der großen Erfolge, die er hat, ein normaler Mensch."

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