ski-wm-news 07.02.2017

Lädiert, aber top - Weirather happy, Gut eher weniger

Ein gebrochener Mittelhandknochen, ein blau geprellter Körper - Skifahren ist ein schmerzhafter Sport. Das hält die Rennläuferinnen aber nicht davon ab, Gas zu geben und aufs Podest zu fahren. Tina Weirather war bei der WM in St. Moritz hinter der von einer Knieverletzung zurückgekehrten Nicole Schmidhofer mit Super-G-Silber auch überglücklich, Lara Gut mit Bronze eher weniger.

Für Weirather war es das erste Edelmetall überhaupt. Sie hat nach vier Kreuzbandrissen schon mehrere Verletzungspausen hinter sich. Auch die zwei letzten Großereignisse verliefen unglücklich: 2014 stürzte die Liechtensteinerin in Topform bei Olympia in Sotschi im Abfahrtstraining und bestritt dort wegen einer Knochenprellung am Schienbeinkopf des rechten Beins kein Rennen. 2015 bei der WM in Beaver Creek lief auch alles gegen sie, als Vierte im Riesentorlauf schrammte sie zudem knapp am Podest vorbei.

"Manchmal habe ich auch selbst versagt - wie in der Abfahrt in Beaver Creek", wollte Weirather die Schuld nicht nur bei Verletzungen und anderen Umständen suchen. "Der Druck hat sich immer mehr aufgebaut, ich habe an nichts anderes gedacht als das heutige Rennen. Der Druck war enorm, aber ich bin stolz und happy, dass ich es umgesetzt habe."

Dabei waren die Voraussetzungen wieder einmal alles andere als gut, denn am 24. Jänner erlitt sie im Riesentorlauf in Kronplatz einen Bruch des Mittelhandknochens. "Dass es eine Fraktur ist, weiß ich erst seit einem CT vor vier Tagen. Das war ein bisschen ein Schock. Aber es hat nichts geändert. Ich bin damit in Cortina schon gefahren, zwar mit großen Schmerzen, aber es hat funktioniert. Deshalb habe ich auch jetzt keinen großen Gips drauf getan, nur weil ist weiß, dass es ein Bruch ist."

Lokalmatadorin Gut war am 29. Jänner im Super-G von Cortina d'Ampezzo auf dem Weg zum möglichen Sieg gestürzt und hatte schmerzhafte Prellungen am rechten Oberarm und Oberschenkel davongetragen. Vor allem die blauen Flecken am Bein brauchen viel Therapie. "Auf der Piste war es überhaupt kein Problem, jetzt spüre ich es natürlich. Aber das wusste ich eh, meine Physios sind schon bereit und warten. Das wird dauern, bis sich das regeneriert", erklärte sie.

Nach der Zieleinfahrt sah man den Frust im Gesicht der Schweizerin, die als Topfavoritin angetreten war. "Natürlich ist das für sie sehr bitter bei der Heim-WM", hatte auch Schmidhofer Mitleid.

"Im Ziel dachte ich, ich habe es total versaut. Aber es ist eine Medaille. Es ist gut, so eine WM zu beginnen. Ich bin glücklich, dass ich mit einer Medaille heimgehe. Es ist Bronze, nicht der vierte Platz. Es ist gut. Zuerst muss man mal eine Medaille holen." Gut konnte es noch so oft sagen, es gelang ihr nicht wirklich, die herbe Enttäuschung zu überspielen.

( Agenturen , jw ) Erstellt am 07.02.2017