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02/17/2017

Flach-Spezialist Schwarz Außenseitertipp im Slalom

"Das Flache taugt mir", sagt Marco Schwarz und wirft in Gedanken schon einmal einen Blick auf jene Slalompiste, wo am Sonntag die letzten Medaillen der alpinen Ski-WM in St. Moritz vergeben werden. Laut bisherigem Saisonverlauf sind Marcel Hirscher und Henrik Kristoffersen die Goldanwärter, die Hangbeschaffenheit könnte aber leicht einen Überraschungs-Ausgang bringen.

Freilich hat Hirscher in seiner Karriere schon auf flachen Hängen Siege gefeiert, wie zuletzt im November in Levi beispielsweise, steil mag er halt lieber. Der 27-Jährige hält in St. Moritz vieles für möglich. "Im Slalom ist es für mich abartig offen. Bei der Topografie des Hanges ist sehr viel möglich. Da haben wir einen in den eigenen Reihen, Marco Schwarz. Es gibt nur einen Schnelleren im Flachen, das ist der Andre Myhrer. Dann kommt der Blacky. Vielleicht gibt es in dem Slalom überhaupt keine Favoritenmedaille. Es kann aber auch alles so laufen, wie die letzten Rennen waren", sagte Hirscher.

Der Schwede Myhrer gewann im März 2016 beim Weltcup-Finale die WM-Generalprobe vor Hirscher, dem Norweger Sebastian-Foss Solevaag sowie den Ex-Aequo-Vierten Schwarz und Julien Lizeroux (FRA), Sechster war Manuel Feller. "Blacky" Schwarz weiß, dass ihm das Gelände mit den wenig steilen Übergängen taugt und entgegenkommt. "In der Favoritenrolle sehe ich mich nicht, ich bin sicher der Jäger. Damit kann ich mich gut zurechtfinden. Ich bin gut drauf und habe sicher auch gute Chancen. Es zählen nur eins, zwei, drei. Ich werde voll andrucken."

Beim Saisonauftakt in November in Levi war Schwarz Halbzeitzweiter hinter Hirscher, schied aber im Finale aus. "Bei den nächsten Rennen bin ich nicht mehr so ins Fahren gekommen. Ich habe auch wegen der Startnummer ein bisserl nachdenken angefangen, bin nicht mehr so befreit gefahren wie in den Trainings." Seit Kitzbühel fährt der 21-Jährige wieder mit einem Ski-Modell und Platten aus dem vergangenen Jahr. "Es geht mit dem alten Material wieder in die richtige Richtung, ist habe seitdem wieder ein gutes Gefühl am Ski."

Michael Matt begann die Saison mit Platz zwei in Levi, war "megahappy", hinterfragte aber auch die 1,30 Sekunden Rückstand auf Hirscher. Er kam zum Schluss, dass er im Steilhang nicht ans Limit gehen konnte. Das habe sich dann deutlich gezeigt, als die Jänner-Rennen mit dem Klassikern auf steilem und schwierigem Gelände kamen. "Nach Kitzbühel habe ich einiges umgestellt und für Schladming eine neue Skitaillierung ausgepackt. Resultat war die fünfte Laufzeit im zweiten Durchgang."

Er habe zuletzt in der Innerkrems gut trainiert und an der Feinabstimmung gearbeitet. "Ich bin bereit für Sonntag", sagte der Flirscher. Auch wenn es im Flachen in diesem Winter gut funktioniert hat, so muss auch der steile Übergang in St. Moritz klappen. "Du musst voll Gas geben, es wird ja gleich wieder flach. Das Steilstück ist nicht so lange wie in Levi, aber wenn du da zurückziehst, bekommst gleich eine halbe Sekunde, das kannst dir nicht leisten."

Wie Hirscher hätte auch Manuel Feller lieber einen schwierigeren Hang. "Aber das ist bei Großereignissen oft so, dass der Slalom nicht mit Adelboden, Kitzbühel oder Wengen mithalten kann. Der ist wie Levi, und Levi ist der einfachste Hang im Weltcup. Aber nicht der einfachste zum Schnellsein, sondern eher der schwierigste zum Schnellsein, weil du von Start bis Ziel voll attackieren musst, sonst bist du nicht dabei", weiß der Tiroler. Deshalb lautet die Devise von oben bis unten Vollgas.

Auch Felix Neureuther hat für die WM versucht, sein Flach-Vermögen zu verbessern. Er trainierte im Sommer in einer Skihalle in Mecklenburg-Vorpommern, um sich speziell für St. Moritz vorzubereiten. Es sei einiges weitergegangen. "Es gibt immer noch welche, die da besser sind, ein Marco Schwarz, ein Andre Myhrer, der Marcel Hirscher hat sich auch massiv verbessert. Sagen wir es mal so: Ich bin denen ein Stück weit nähergekommen", sagte der Bronzemedaillengewinner von 2015 in der Süddeutschen Zeitung.

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