Computerspiele: Mehr als neun Stunden sind Gift

A gamer wears headphones while playing a game at t
Foto: REUTERS/JONATHAN ALCORN Zwei Stunden Videospielen in der Woche wäre eigentlich genug.

Zwei Stunden gamen führt zu besseren Schulleistungen. Alles darüber hinaus schadet eher.

Haben Sie sich schon einmal sich selbst oder Ihre Kinder dabei ertappt, am Computer oder Smartphone gezockt zu haben? Solange sie nicht länger als zwei Stunden in der Woche vor dem Bildschirm sitzen und spielen, ist das kein Problem. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt spanische Forscher, die ihre Studie in dem Wissenschaftsmagazin Annals of Neurology veröffentlicht haben.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass ein bis zwei Stunden Videospielen pro Woche zu einer besseren Hand-Auge-Koordination und zu steigenden Leistungen in der Schule führen. Kinder, die hingegen neun oder mehr Stunden pro Woche gamen, zeigen eher Verhaltensprobleme und eine geringere Sozialkompetenz.

Mehr als zwei Stunden bringt nichts

2442 Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren wurden zu den Auswirkungen von Videospielen untersucht. Das Ergebnis zeigte, dass eine Stunde Videospielen pro Woche ausreichend ist, um eine bessere Hand-Auge-Koordination zu erzielen. Maximiert man den Gamingkonsum auf zwei Stunden die Woche, sollen der Effekt und die schulischen Leistungen sogar noch verbessert werden. Eine wöchentliche Spielzeit darüber hinaus bringt aber keinen zusätzlichen Vorteil und geht meist mit Verhaltensauffälligkeiten, mehr Konflikten mit Gleichaltrigen und schlechteren sozialen Kompetenzen einher.

Ab neun Stunden Gamen die Woche seien die negativen Auswirkungen deutlich ausgeprägt, so die Forscher. Laut Jesus Pujol, einem der Studienautoren und Radiologen am Hospital de Mar, heißt es: "Videospielen an sich ist weder gut noch schlecht, der Grad der Nutzung ist ausschlaggebend."

Was Nachuntersuchungen zeigten

Ein Jahr nach der ursprünglichen Untersuchung wurden bei etwas mehr als einem Zehntel der Kinder MR-Untersuchen durchgeführt. Es zeigte sich, dass Videospielen in geringem Ausmaß eine bessere Leistung von Gehirnregionen, die mit dem Erlernen neuer Fähigkeiten in Verbindung stehen, liefert.

Allerdings weisen Experten auch darauf hin, dass es gerade In der Ära des Internets durchaus von Vorteil wäre, motorische Fähigkeiten auch durch Sport und Spiel im Freien zu entwickeln und verbessern.

(Kurier) Erstellt am
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