ZDF-Drama: Koschitz zwischen Liebe und Albtraum

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Foto: ZDF/Marion von der Mehden Franziska (Julia Koschitz) hält trotz allem zu Sebastian (Felix Klare)

In "Zweimal lebenslänglich" steht die österreichische Schauspielerin Julia Koschitz zu ihrem Freund - trotz Mord-Urteil.

Verliebt liegt das junge Paar im Bett. Als es an der Tür der Hamburger Wohnung läutet, ahnt niemand Böses. Doch dann stürmt die Polizei herein, um Sebastian (Felix Klare) zu verhaften. "Ich bin gleich wieder da", sagt der noch. Zurück bleibt völlig verstört seine Freundin Franziska (Julia Koschitz). Es beginnt ein Albtraum, der nicht enden will. Denn Sebastian wird des Mordes an einer Frau beschuldigt …

Zweimal lebenslänglich Foto: ZDF/Marion von der Mehden Julia Koschitz ("Schweigeminute", "Das Sacher", "Spuren des Bösen") spielt in "Zweimal lebenslänglich" (Montag, 20.15, ZDF) eine Frau, die nach und nach ins Grübeln gerät, ob sie jemals tatsächlich wusste, wer und wie ihr Freund tatsächlich ist. Am Anfang empfindet sie die Anklage als völlig absurd. Es schmerzt den Zuseher, sie so zu sehen. Als das Urteil gesprochen wird, "zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg. Sebastian ist das Zentrum in ihrem Leben. Deshalb mobilisiert sie eine unheimliche Kraft, ihn tatkräftig und mental zu unterstützen", erläutert Koschitz. Das gibt ihrem Freund die Kraft durchzuhalten. "Das ändert aber nichts daran, dass Franziskas Liebe etwas Selbstzerstörerisches hat."

Skepsis

Zweimal Lebenslänglich2.jpg Foto: ZDF/Marion von der Mehden Franziska kämpft gegen die Ablehnung ihrer Umgebung, der Freunde, der Berufskollegen, ihrer Eltern. Sie bricht mit ihnen. Doch auch in ihr steigen langsam Zweifel auf. "Das ist genau das, was mich bei dieser Geschichte am meisten gereizt hat: Wie gut kenne ich den Menschen, mit dem ich mein Leben teile?", sagt die 42-Jährige. "Wie viel projiziere ich in ihn hinein? Muss ich wirklich alles von ihm wissen? Darf man Geheimnisse haben?"

Franziska muss erkennen, dass sie belogen und betrogen wurde. Sie bekommt zunehmend Angst vor Sebastian, der sich immer mehr verändert, bis die Situation zwischen den beiden beim Langzeitbesuch in der Haftanstalt eskaliert – ein Moment bedrückender Intensität.

"So verstörend das klingen mag: Erst dadurch lernt sie, für sich einzustehen. Auf der einen Seite wird sie traumatisiert, auf der anderen Seite geht sie durch einen Emanzipationsprozess, der sie künftig ganz anders in der Welt stehen lässt."

Die österreichische Schauspielerin mit Wohnsitz München gilt als Spezialistin für tiefgründige Rollen. Dass sie auch ganz anders kann, zeigt sie gerade in Hamburg an den Kammerspielen, wo sie mit der Komödie "Ganzkörpereinsatz" auf der Bühne steht. Bald soll auch der Film "Happy Burnout" mit Wotan Wilke Möhring in der Hauptrolle ins Kino kommen. Er ist auch ihr Partner in der Tragikomödie "Am Ruder" nach Jakob Arjounis "Das Innere". Auf ARTE ist sie am 21. April mit "Kleine Ziege, sturer Bock" zu sehen.

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(kurier) Erstellt am
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