Hollywood-Glanz: Die Gewinner der Akademie ROMY

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Foto: KURIER/Rainer Eckharter  Laudatorinnen Violetta Schurawlow  (li.) und Verena Altenberger

John Malkovich brachte Hollywoodflair ins Wiener Grand Hotel. Er überreichte Ausstatterin Birgit Hutter die Akademie Platin ROMY. Alle Gewinner im Überblick:

Traditionell am Donnerstag vor der großen ROMY-Gala in der Wiener Hofburg ging im Grand Hotel am Ring die Feier der ROMY Akademie über die Bühne – ORFIII sendet heute ein "Kultur Heute"-Spezial um 19.15 Uhr.

Diese mittlerweile nicht minder große und wichtige Ehrung würdigt die Leistungen der Könner hinter der Kamera. Warum macht der KURIER die ROMY? "Um der Branche etwas zurückzugeben", sagte Geschäftsführer Thomas Kralinger. Und er betonte dabei auch die oft unterschätzte Wirtschaftskraft der Film-Branche. Diese erziele jährlich einen Umsatz von einer Milliarde Euro und beschäftige 8000 Mitarbeiter.  ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner huldigte den "Grandiosen und Grandiosinnen" und meinte: "Lasst uns weiterhin verrückt und professionell sein."

Video: Eindrücke von der Akademie-ROMY

Höhepunkt dieses Festes war die Verleihung der Platin-Statuette an Kostümbildnerin und Ausstatterin Birgit Hutter, die von US-Schauspielstar John Malkovich laudiert wurde.

hutter, malkovich… Foto: KURIER/Rainer Eckharter

Zu ihren Produktionen der jüngsten Zeit zählen der TV-Event-Mehrteiler „Gotthard“, der Kino-Film „Die Trapp Familie“ oder Herbert Föttingers Umsetzung von Daniel Kehlmanns „Heilig Abend“ sowie von Horvaths „Niemand“ im Theater in der Josefstadt. Derzeit in Produktion: „Hilfe, ich habe meine Eltern geschrumpft“ mit Kostümen Hutters. „Es ist ein sehr schöner Beruf, wenn man Erfolg hat. Aber es ist eine richtige Hack’n“, sagte Hutter im KURIER-Interview anlässlich der Verleihung der Platin-ROMY der Akademie. Und es wird schwieriger: „Ich habe vor 20 Jahren mit mehr Geld pro Film gearbeitet als jetzt“.

Insgesamt wurden 14 Auszeichnungen vergeben. Gleich vier Preise gingen an den Film "Egon Schiele – Tod und Mädchen", darunter auch die Nachwuchspreise für die Schauspieler Valerie Pachner und Noah Saavedra. ORFIII-Moderatorin Ani Gülgün-Mayr führte erstmals mit Rudolf John durch den Abend.

Alle Gewinner:

Beste TV-Doku - Nikolaus Geyrhalter u. Markus Glaser, „Die Königin von Wien – Anna Sacher und ihr Hotel“: Die Seher gescheiter zu machen und  zugleich gut zu unterhalten ist die hohe Doku-Kunst. Das ist bei dieser Doku (Regie: Beate Thalberg, im Bild mit Glaser) aufs Beste gelungen. Schauspielerin Maria Happel überreichte die ROMY. Bester Kinofilm - Bruno Wagner, „Toni Erdmann“: Dieser Film ist ein Juwel, voll Aktualität, Dramatik, Absurdität  und Humor, in dem  zwei Lebensmodelle und zwei Generationen  auf dem Prüfstand stehen. Burg-Mimin Petra Morzé überreichte die ROMY an Co-Produzent Bruno Wagner von  der Wiener coop99.

  Beste Kinodoku - Ruth Rieser, „Peter Turrini. Rückkehr an meinen Ausgangspunkt“: Turrinis komplexer Persönlichkeit nähert sich Rieser mit dem Kunstgriff der „Wurzelbehandlung“, in dem sie an dessen Ausgangspunkt geht. Rieser erweist sich dabei „als Zeitgeistdetektivin und feinsinnige Biografin“, meinte Laudatorin und Burgtheater-Chefin Karin Bergmann. Beste Programmidee - Michael Starkl, „GartenKult“: Eine  feine Serie auf ORFIII, die sich bereits RTL gesichert hat: In „GartenKult“ verraten Profis  Wichtiges ohne erhobenen Zeigenfinger,  während  ROMY-Nominee Katharina Gritzner charmant moderiert.  Beste Bildgestaltung TV-Film -Marcus Kanter, „Das Sacher“: Das Historienspiel fesselte Millionen Zuseher in Österreich und Deutschland. Marcus Kanters großartige Bilder spiegelten die Opulenz des Wiener Fin de siécle ebenso wider wie die kunstvoll in Szene gesetzte Tristesse von Armut und Unterwelt. Bestes Buch TV-Film - Rupert Henning, „Tatort: Schock“: Der Amoklauf eines jungen Deutschen im Jahr 2002 standen am Anfang.  Aus der   Beschäftigung mit der unerklärlichen Tat machte  Drehbuch-Autor und Regisseur Rupert Henning einen besonderen „Tatort“, der ihm nun eine weitere ROMY einbrachte. Schauspielerin Ulrike Beimpold übernahm sie an seiner Stelle. Bester Produzent TV-Film -Burkhard Ernst,
„Tatort: Schock“: Die Ermittler Eisner und Fellner sollen die Hintergründe eines Mordes, der noch nicht geschehen ist, aufklären. „Tatort: Schock“ ist kein leichter Stoff, den Produzent Burkhard Ernst überzeugend für den ORF umsetzen konnte. Bester Produzent Kino-Film - Franz Novotny u.
Alexander Glehr, „Egon Schiele – Tod und Mädchen“: Die beiden produzierten Dieter Berners erotisch-exaltiertes Künstlerporträt  von Egon Schiele und bewiesen damit ihr gutes Händchen für publikumswirksame und künstlerisch niveauvolle Unterhaltung. Bestes Buch Kinofilm - Hilde Berger u. Dieter Berner, „Egon Schiele – Tod und Mädchen“:
Leichtfüßig verfilmte Regisseur Berner das vielschichtige Drehbuch von Berger, in dem sich das private und professionelle Leben von Egon Schiele – zwischen Liebe und Kunst – zu einem lebendigen Reigen verknüpft. Preis der Jury - Alexander Millecker, „Bundespräsidenten-Duell unmoderiert, ATV“: Im Mai 2016 setzten die  ATV- Verantwortlichen Martin Gastinger und Info-Chef Alexander Millecker die beiden Bewerber um das höchste Amt im Staat –Alexander van der Bellen und Norbert Hofer – ohne Moderation ins Studio.  Ein Wagnis, das den Zusehern die später meistdiskutierte Wahl-Sendung brachte. Preis der Akademie - Marvin Lange, Christian Ulmen, „Jerks“: „Humor, der weht tut“, meinte Laudator und scheidender „Soko Donau“-Star Gregor Seberg über die maxdome-Serie „Jerks“ von „Tatort“-Kommissar  Christian Ulmen, der sich via Einspieler zu Wort meldete. Er und Fahri Yardim, auch im echten Leben Freunde, kämpfen sich in genialer Form durch alle unmöglichen Peinlichkeiten. Bester Nachwuchs - Noah Saavedra u. Valerie Pachner, „Egon Schiele – Tod und Mädchen“: Ein Film, der gleich beide Gewinner der Nachwuchs-ROMY hervorbringt: Valerie Pachner als Wally Neuzil ... ... und Noah Saavedra, der den jungen Egon Schiele gab. Noah Saavedra, gebürtiger Burgenländer mit chilenischen Wurzeln, spielte seine erste große Hauptrolle mit entspannter Lässigkeit. An seiner Seite brillierte die Oberösterreicherin Valerie Pachner als seine  Geliebte mit Authentizität und Temperament.  Platin ROMY, Birgit Hutter: Sie bestimmt, wie die Menschen aussehen, die wir in Film, Fernsehen und Theater sehen: Kostümbildnerin Birgit Hutter erhielt heuer von der ROMY Akademie die Platin-Auszeichnung für das Lebenswerk. Die 75-Jährige gehört zu den internationalen Größen in Sachen Kostüm und Ausstattung.

Infos zur Akademie-ROMY:

Die Akademiker: Die ROMY-Akademie besteht aus allen bisherigen Gewinnern der ROMY, die heuer zum 28. Mal stattfindet. Diese etwa 400 Personen sind bei den  Akademie-Preisen stimmberechtigt.  

Die Jury: Die Vorauswahl trifft eine Jury aus Fachjournalisten: ROMY-Gründer Rudolf John (Jury-Vorsitz Akademiepreise), Julia Pühringer (tele, Skip), Angelika Hager (Ressortleiterin Gesellschaft bei profil), Frido Hütter (Kleine Zeitung, Graz), Horst-Günther Fiedler (Chefredaktion von tv-media), Johannes Bruckenberger (stv. Chefredakteur APA), Christoph Hirschmann (Chefredakteur der Tageszeitung Österreich), Dietmar Pribil (Leitung kurier.tv), Christoph Silber (KURIER, Jury-Vorsitz Publikumspreise).

Die TV-Sendungen: ORF2 berichtet in „Guten Morgen Österreich“ (ab 6 Uhr) und in „Heute leben“  (17.30). ORFIII berichtet ab 19.15  Uhr in  einem „Kultur Heute“-Spezial. Im Anschluss (20.15): „Gruber geht“.

(kurier) Erstellt am
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