Michael Ostrowski bei der Pressekonferenz zu dem neuen Film von Gerhard Polt "... und Äktschn!".

© KURIER/Jeff Mangione

Setbesuch
03/28/2013

Ein Schlawiner als Schnösel

Michael Ostrowski spricht fünf Sprachen, vor der Kamera meist Dialekt

von Sandra Lumetsberger

Servus und Pfiat di – am Set zu Gerhard Polts neuer Kino-Satire „Und Äktschn“ in Freilassing herrscht Hektik. Den 40-jährigen Schauspieler Michael Ostrowski („Schlawiner“, „Vier Frauen und ein Todesfall“) bringt das nicht aus der Ruhe. Er sitzt entspannt in der Stube des Lokals Weißbräu, hat noch Zeit bis zur nächsten Szene, für die ihm in der Maske wieder das Haar gegelt wird und er sich im Kostümwagen in einen Anzugträger verwandelt. Der KURIER Romy-Nominierte (für seine wöchentliche Puls4-Satireshow „Demokratie“) nützt die Pause für ein Interview: „Griaß di“, sagt der Mann mit der Zahnlücke.

Ostrowski heißt eigentlich Stockinger und ist gebürtiger Steirer. In Oxford und New York studierte er Englisch und Französisch, außerdem spricht er fließend Italienisch und Spanisch. Am liebsten aber steirischen Dialekt. Das macht ihn authentisch, ein Wesenszug, den er auch an Polt mag: „Schon als Bub war ich Fan von Gerhard Polt undGisela Schneeberger. Er ist einer, der Sprache und Identität gepflegt hat.“

Wunschbesetzung

In der Satire, die Ende des Jahres ins Kino kommt, spielt Ostrowski einen Bankdirektor aus der bayrischen Provinz. Der schreibt einen fiktiven Filmwettbewerb aus, um mittels „Kulturförderung“ dem Hobbyfilmer Hans Pospiech (Gerhard Polt) Geld abzuzapfen. Seine Rolle beschreibt Ostrowski, der in Wien lebt und seit Jahren mit Kollegin Hilde Dalik liiert ist, als „nett, aber auch schnöselig.“ Als Schnösel geht er im echten Leben keineswegs durch. In ausgewaschener Jeans, mit Kapuzenpulli und Kappe versucht Ostrowski für den Fotografen „so cool auszusehen wie Nick Cave“, dessen Konzert er am Vortag in Berlin besucht hatte.

Seinen Durchbruch feierte der Schauspieler 2004 in der Rolle eines Porno-Amateurfilmers in „Nacktschnecken“. Til Schweiger hat ihn auf der KURIER-Romy Gala 2012 kennengelernt und ihn, ob seiner launigen Laudatio für eine Rolle in „Kokowääh 2“ engagiert. Auch für Polt war er eine Wunschbesetzung. „Er hatte sich den Film ‚Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott‘ angesehen, dann haben wir einander getroffen.“

Neben Volksoperndirektor Robert Meyer (er spielt einen Plattenladenbesitzer) steht auch Ostrowskis Film-Mutter aus der ORF-Serie „Vier Frauen und ein Todesfall“ – Brigitte Kren – vor der Kamera des neuen Polt-Films. Diesmal hat er das Sagen: „Sonst darf sie mich immer z’ammscheißen, da bekomm’ ich die Dachteln. Jetzt ist es mal umgekehrt. Sie spielt meine Sekretärin.“

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