© ZDF/Walter Wehner

Drehstart
03/01/2016

ZDF verfilmt Krechel-Roman "Landgericht"

Johanna Wokalek und ROMY-Nominierter Ronald Zehrfeld in einer wahren Familiengeschichte.

Das ZDF meldet den Drehstart für den Zweiteiler "Landgericht". Die Dreharbeiten zur Verfilmung des gleichnamigen, preisgekrönten Romans von Ursula Krechel haben Ende Februar in Berlin begonnen und sollen laut einer ZDF-Aussendung voraussichtlich bis Mitte Mai dauern. Weitere Drehorte sind Tschechien, Baden-Württemberg, Bayern und Kuba. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

Erzählt wird die Geschichte der jüdisch-christlichen Familie Kornitzer, die Exil und Verfolgung in der Nazizeit überlebt und nach Kriegsende versucht, ihr Leben in Westdeutschland wieder aufzubauen. In den Hauptrollen spielen Johanna Wokalek ("Die Päpstin") und der KURIER-ROMY-Nominierte Ronald Zehrfeld ("Phoenix", "Dengler"). Die weiteren Rollen sind unter anderem mit Barbara Auer, Ulrike Kriener, Katharina Wackernagel, Christian Berkel und Felix Klare besetzt. Regie führt Matthias Glasner ("Gnade", "Blochin"), das Drehbuch schrieb Heide Schwochow.

Suche nach Wiedergutmachung

"Landgericht", so der Arbeitstitel, erzählt nach wahren Begebenheiten "eine dramatische Familiengeschichte und schildert zugleich die Gründungsjahre einer Republik, in denen sich Opfer, Täter und Mitläufer auf der schmerzhaften Suche nach Gerechtigkeit und Wiedergutmachung auseinandersetzen müssen", heißt es in der Aussendung.

ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler wird dazu folgendermaßen zitiert: "Die Verfilmung des Romans zeigt aus besonderer Perspektive das Ende der NS-Zeit und die ersten Nachkriegsjahre in Deutschland: Wir folgen den Opfern, die den Holocaust und den Krieg im Exil überlebt haben. Die Erfahrung der Flucht und die Trennung der Familien schlagen tiefe Wunden, die auch nach einer Rückkehr in die fremd gewordene Heimat nicht heilen. Die Fernseh-Adaption des Romans soll diesen Menschen eine Stimme und ein Gesicht geben."

Familie über die Welt verstreut

Durch die zunehmende Verfolgung der Nazis zerbricht die Familie Kornitzer im Jahr 1938: Die Eltern schicken ihre Kinder Georg (Moritz Hoyer) und Selma (Lisa Marie Trense) acht- und vierjährig mit dem jüdischen Kindertransport nach England, wo sie sich nur unter Mühen behaupten können. Der jüdische Richter Richard Kornitzer (Ronald Zehrfeld) emigriert nach Kuba, seine nicht jüdische Frau Claire (Johanna Wokalek) erhält kein Visum. Während des Krieges ist sie auf sich allein gestellt. Claire bleibt zurück und verweigert die Scheidung von ihrem Mann. Fast zehn Jahre später – nach Ende des Krieges – soll die Familie wieder zusammenfinden.

Die Roman-Autorin Ursula Krechel erhielt 2012 für "Landgericht" den Deutschen Buchpreis, bereits in "Shanghai fern von wo" hat sie über das Elend der Emigration und der gescheiterten Rückkehr ins Nachkriegsdeutschland geschrieben.

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