Eine Kinderskiwiese zentral im Ort, eine von der Skischule Walchhofer. Dazu ein Skikarussell und jede Menge Unterhaltung.

© Foto Atelier Wolkersdorfer

Reise
11/03/2019

Zauchensee: Wedeln mit dem Weltmeister

Die Familie Walchhofer versteht viel vom Skifahren, und besonders viel von Hotellerie und Wellness.

von Christian Böhmer

"Gemma ’s an", sagt der Weltmeister. Zwei kräftige Stockschübe und drei geschmeidige Schlittschuhschritte später ist er weg, der "Michl".

Man sieht ihn kaum noch hinter den angeschneiten Pistenbuckeln am Rosskopf. Zu dicht ist der Schneefall. Zu schnell ist der Michl. Und damit sind schon zwei sehr wesentliche Dinge über diesen Pistenausflug in Zauchensee gesagt.

Erstens: Als sportlicher Skifahrer kann man sich genau nicht im Windschatten eines Weltcupsiegers halten; und zwar auch dann nicht, wenn der Weltmeister für seine Verhältnisse vergleichsweise gemütlich auf der Kante zieht.

Zweitens: Im zweithöchst gelegenen Skigebiet der Salzburger Skiwelt Amadé, schneit’s an manchen Tagen viel – und an anderen sehr viel.

Zauchensee ist ein Schneeloch, immer gewesen. Und mit immer sind zumindest die vergangenen 30 Winter gemeint, in denen der Autor auf den Hängen zwischen Strims- und Gamskogel unterwegs war.

Aber zurück zum Ausflug. Der "Michl", das ist der international bekannteste Spross der Familie Walchhofer, Michael. Früher einmal war er einfach "nur" einer der weltbesten Skifahrer. Gold bei der Weltmeisterschaft, Silber bei den Olympischen Spielen, bester Abfahrer in drei Saisonen – als durchschnittlich begeisterter Skifan kennt man "Walchi".

Doch so zurückhaltend er sich damals bei den Zielraum-Interviews gab: Heute ist er ein bisserl anders, redseliger. Und das liegt nicht allein daran, dass der "Walchi" einige Winter älter geworden ist.

Walchhofer ist Hotelier, Gastgeber, Vortragender. Und an besonderen Tagen nimmt er Hausgäste mit auf die Piste und erzählt vom Trainieren, seiner Kindheit und den Kühen auf der Oberzauchenseealm. Sprichwörtlich im Vorbeifahren. Singen kann er übrigens auch. Aber dazu später mehr, das macht er nämlich nicht auf der Piste.

Skikarussell

Für Familien ist das Skigebiet Zauchensee ein ganz wunderbarer Fleck. Wer direkt im Ort wohnt, braucht den gesamten Urlaub lang kein Auto.

Die Lifte sind alle nahe, also auch für kleine Skifahrer fußläufig gut erreichbar. Kinderlifte bzw. -skiwiesen gibt es zwei – eine von der Skischule Walchhofer (wie gesagt, die Familie versteht was vom Wintersport). Die zweite ist ein paar hundert Meter entfernt zentral im Ort. Ein Skikarussell ist auch dabei.

In Zauchensee selbst warten 80 Pistenkilometer und 25 Lifte. Wem lokale Klassiker wie die Drei-Täler-Fahrt hinüber bis nach Kleinarl zu wenig sind, der kann den Skipass in Gastein oder sogar am Dachstein verwenden. 760 Pistenkilometer, 270 Lifte. Da sollten selbst ausnehmend selektive Skifahrer die passende Piste finden.

Bumm-Bumm-Après-Ski wie man es andernorts noch hoch hält, ist in Zauchensee nicht so angesagt.

Natürlich gibt es die urigen Hütten im Ort, die Felser und die Garnhof; auch bei der Schirmbar neben der Rosskopf-Bahn ist öfter etwas los. Und im "Schneelöchl" erledigen seit Jahrzehnten Generationen von Skilehrern die abendliche Nachbesprechung der Carving-Einheit.

Aber ansonsten ist man in Zauchensee richtig, wenn man auf Ruhe und Krafttanken Wert legt. Wenn einem der Sinn steht nach Mondschein-Wanderungen am See, nach Pferde-Kutschen, die vorm Hotel halten, nach Schneeschuhwanderungen oder Rodelpartien auf der Sonnalm.

Kindertraum statt Luxus-Suite

"Urlaub beim Weltmeister", damit werben die Walchhofers und der Zauchenseehof.

Doch es wäre zu kurz gegriffen, würde man das Ferienerlebnis hier darauf beschränken, dass einem jederzeit und überall – also vom Skikeller mit den beheizten Spinden bis oben in den Speisesaal – ein Weltmeister über den Weg laufen kann.

Das, was den Zauchenseehof als Familienhotel auszeichnet, findet sich nicht im Sockel-Geschoß bei den Kegelbahnen und dem üppigen Wellness-Bereich, wo sich Kinder und Erwachsene vor, nach und während eines Skitages in mehreren Becken austoben können. Der eigentliche Hit ist weiter oben zu finden. In den Geschoßen, die nachträglich an- und zugebaut worden sind.

"Wir mussten uns bei der Erweiterung des Hotels entscheiden, was wir aus den neuen, Licht durchfluteten Räumen machen wollen. Die eine Idee waren spektakuläre Suiten. Die andere: Irgendetwas für unsere jüngsten Gäste", erzählt Michael Walchhofer beim KURIER-Lokalaugenschein. Der Weltmeister hat mittlerweile vom Ski- in den Trachtenanzug gewechselt. Nicht nur weil man selber Kinder hat, war die Sache für ihn und die Familie relativ schnell klar: "Wir haben uns für die jungen Gäste entschieden."

Und das ist, man darf das jetzt einfach einmal so hinschreiben, ein verdammtes Glück für die Familien, die hier urlauben.

Sechs Tage pro Woche werden die Kinder nicht einfach beaufsichtigt oder betreut, sondern von ausgebildeten Kindergartenpädagoginnen unterhalten.

Es gibt ein Kinderkino und eine Kinderküche (ja, hier wird nachmittags mit den Kindern gebacken). Dazu eine Kinderbibliothek, eine Spielothek, Bastel-, Mal- und Kreativ-Ecken, Bobby-Cars und ein Piratenschiff. Und weil es genug Tischtennis, Hockey- und Fußballtische gibt, hält sich der Streit darum eher in Grenzen.

Die mächtige Wand

Vor allem aber gibt es unglaublich viel Platz : Der Indoor-Spielplatz geht über vier Etagen, die Softplay-Anlage misst drei Stöcke. Wer rutscht, rutscht sechs Meter lang über die Eisbergrutsche ins Bällebad.

Und dann gibt es noch die Wand.

Die Wand ist ein 7,5 Meter hoher Kletterturm, in dem Groß wie Klein dank einer großzügigen Verglasung quasi mitten in Zauchensee wie in der Auslage klettert oder das Klettern lernt. Die Betreuer im Zauchenseehof sind vom Fach, wobei man sie zum Sichern streng genommen gar nicht brauchen würde – es gibt Seil-Automaten.

"Die Kletterwand ist nicht nur für die Gäste, sondern auch für unsere Mitarbeiter ein Hit, weil sie sich hier spätabends noch ein wenig austoben können", sagt Walchhofer.

Hit ist ein gutes Stichwort. Denn wenn d’rüben auf der anderen Straßenseite des Hofs in der Felserhütte das erste Seidl getrunken ist, dann kann es schon passieren, dass unter den alten Krickerl und ausgestopften Wald-Viechern gesungen wird. Auch vom Walchi. Knopferl-Harmonika und Gitarre machen ordentlich Dampf. Wie die Gäste ist der Weltmeister bei "Pocahontas" oder dem "Altenmarkter Lied" nicht nur text- sondern auch melodie-sicher.

Wie gesagt, Es gibt auch Après-Ski in Zauchensee. Aber halt nicht im Ballermann-Format.

Anreise
A10 Tauernautobahn bis Ennstal, Ausfahrt 63 – Altenmarkt. Fahrzeit Altenmarkt-Zauchensee:
15 Minuten

Klimafreundliche Anreise
Nächste Schnellzugstation sind Radstadt (15 km) bzw. Bischofshofen (37 km).
Von Salzburg und aus Süddeutschland  verkehren mehrmals täglich Züge zu diesen Zielbahnhöfen

Stimmungsvoller Advent
Einmal im Tal, einmal im Bergdorf: Erstmalig erleben Gäste in Altenmarkt- Zauchensee in Salzburg eine doppelte „Advent.Zeit“.
Dabei feiert in diesem Winter der „Bergsee.Advent“ Premiere, der am 13., 20. und 26. Dezember den idyllischen Zauchensee zur Kulisse eines magischen Schauspiels aus Licht und Musik macht

Pauschale Zauchenseehof
Beispiel Kinderwoche Anfang März: 7 Nächte inkl. HP mit Kids All-In: 2.002 Euro für Eltern (Kinder unter 7 J. gratis)

Auskunft:
zauchensee.com
zauchenseehof.com

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