Unbekanntes Wanderziel West-Ungarn

Foto: Bergverlag Rother

Zu Fuß kann man ganz neue Seiten des Landes entdecken. Ein neues Buch gibt Tipps zu 50 Touren.

Die Steppenlandschaft der Puszta, der herrlich warme Balaton, herzhafte Küche und freurige Czárdás-Musik - das ist Ungarn, wie es der Urlauber kennt. Als Wanderziel wird das Land der Magyaren im Ausland dagegen kaum wahrgenommen. Dabei warten Hunderte Kilometer gut markierter Wege nur darauf, dem Wanderer die unbekannteren Seiten Ungarns zu zeigen.

Die Autoren Marcus Stöckl und Rosemarie Stöckl-Pexa haben den westlichen Teil Ungarns erkundet - und dabei überraschend vielfältige Landschaften entdeckt: sanfte Hügel, klassische Aussichtsberge, unerwartet steile Felsen und tiefe Höhlen oder Basaltkegel und andere Relikte längst erloschener Vulkane. Festgehalten haben sie die Entdeckungen in einem neuen Buch. Zur Einstimmung lesen Sie unten eine Tour aus dem Wanderführer.

Durch die Rám-Schlucht (4:30 h)

Foto: Bergverlag Rother

Die bestens durch Geländer und Leitern versicherte Rám-Schlucht gehört zu den absoluten Fixpunkten jedes Wanderurlaubs in Ungarn. Das felsige Tal ist so schmal, dass man über weite Strecken im Bachbett gehen muss - und bietet damit ein ideales Wanderziel für heiße Sommertage. Am Umkehrpunkt der Tour genießen wir vom Aussichtspunkt Rezső aus einen fantastischen Ausblick auf das Donautal.

Ausgangspunkt: Dömös, 125 m. Bushaltestelle der Linie 880 Budapest - ¬Esztergom; Parkmöglichkeit an der M-11 Budapest - Szentendre - Esztergom.
Höhenunterschied: 620 m.
Anforderungen: Anspruchsvolle, Trittsicherheit und gutes Schuhwerk erfordernde Tour. Vor allem nach längeren Regenfällen nicht trockenen Fußes begehbar.
Einkehr: Vom Rezső-kilátó erreicht man in ca. 15 Min. Dobo¬gókő, wo es Einkehrmöglichkeiten gibt. Außerdem Gasthäuser und Bierstuben am Ausgangspunkt.

Von Dömös gehen wir, wie bei Tour 3 beschrieben, bis zum Rastplatz bei der Szentfa-Kapelle, dann noch auf dem markierten Weg weiter, bis wir den Bach queren und wenige Meter dahinter die Markierung nach rechts führt. Auf ihr queren wir nochmals einen Bach, dann die schmale Asphaltstraße und gelangen zu einem Rastplatz am unteren Ende der Rám-Schlucht. Der Weg führt nun rechts zum Bach hinab und folgt diesem, ihn immer wieder querend.

Foto: Bergverlag Rother

Wir passieren eine Quelle, dann beginnt die eigentliche Schlucht. Zum Teil ist zwischen den steil aufragenden Felswänden so wenig Platz, dass man direkt im Bachbett gehen muss, allerdings sind alle schwierigen Stellen durch Handläufe gesichert. Das Tal weitet sich wieder etwas und nach einem kurzen, einfachen Abschnitt beginnt der engste Teil der Klamm mit senkrechten, teils überhängenden Wänden. Die Schlüsselstellen, an denen man früher durch eine Kette gesichert neben Wasserfällen hochklettern musste, wurden 2005 durch Leitern entschärft; ein Abenteuer ist die Bezwingung der Schlucht immer noch.

Wo sich das Tal gabelt, gehen wir rechts und erreichen so den Ausstieg über mit Holz befestigte Stufen, die uns zu einem Rastplatz führen. Bei diesem treffen wir auf die Markierung, folgen ihr links auf einem Karrenweg und biegen, in Sichtweite einer Asphaltstraße, wieder markiert, rechts ab. Wir durchqueren ein Tal, kreuzen dahinter die Asphaltstraße und steigen, vorbei an der Júlia-Quelle (Rastplatz) zum Bergsattel Szakó-nyereg hinauf.

Hier treffen wir auf die Markierung, der wir nun nach links weiter bergauf folgen. Wir passieren den Rastplatz Ilona-pihenő, gelegen auf einer natürlichen Kanzel unter einem weiteren großen Felsen, dann geht es wieder über Stufen hinauf zum Tost-Gyula-Obelisken. Ab hier mit gemächlicher Steigung immer am Bergrücken durch den Wald bergauf, bis von links die Markierung einmündet und wir ¼ Std. später die Aussichtsplattform Rezső-kilátó erreichen.

Foto: Bergverlag Rother

Wir gehen den gleichen Weg zurück und biegen dann rechts auf die Markierung ab. Zuerst kreuzen wir eine Schotter-, dann eine Asphaltstraße und gelangen so zum bereits bekannten Rastplatz am oberen Ende der Rám-Schlucht. Weiter dem Weg folgend gehen wir zunächst hoch über der Schlucht, dann in einem weiten Linksbogen hinab in ein Paralleltal, in dem wieder mehrere Bachquerungen zu bewältigen sind. Schließlich kommen wir zu einem Rastplatz am Talgrund, wo wir die Asphaltstraße queren und gleich dahinter rechts hinab zum Bach gehen. Auf dessen anderer Seite vereint sich unsere Markierung wieder mit den anderen Markierungen und wir folgen dem bekannten Weg über die Szentfa-Kapelle zurück nach Dömös.

Buchtipp

Diese und 49 andere Touren durch West-Ungarn finden Sie in dem neuen Bergführer

Marcus und Rosemarie Stöckl-Pexa
Ungarn West
Zwischen Balaton, Budapest und Mecsek
Rother Wanderführer, 192 Seiten
GPS-Tracks zum Download
15,40 Euro

(KURIER.at) Erstellt am
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