© therme geinberg

Therme Geinberg
01/31/2014

Morgenland im Innviertel

Traumhaftes Thermalwasser, oberösterreichischer Orient und schönes Schwitzen - ein Wochenende in der Therme Geinberg.

von Julia Karzel

Er wirkt beinahe außerirdisch, wie er von Nebelschwaden und grünem Licht umwabert am Beckenrand steht und im breitesten Innviertler Dialekt Instruktionen kräht. Der Wassergymnastik-Animateur der Therme Geinberg hat zwar nur wenige Zuhörer, die turnen aber enthusiastisch mit. Arme heben, kreisen, hüpfen, zack, zack. Ein frostiger Winterabend könnte wohl nicht viel besser verbracht werden, als in 36 Grad warmen Thermalwasser im Außenbecken, Gymnastikgebrüll hin oder her: Der Gegensatz der polar anmutenden Kälte im Gesicht und des warmen Wassers ist gänsehautherrlich. Abgesehen von dem sportlichen Grüppchen, tummeln sich noch zahlreiche weitere Badegäste am Beckenrand. Leise Gespräche dringen als wattiertes Gemurmel durch die Dampfschwaden, schemenhafte Gestalten gleiten durch die Wellen. Der Altersdurchschnitt beträgt geschätzte sechzig plus. Logisch, an einem Freitagabend. Und der entspannten Stimmung sehr zuträglich. Lediglich im Innenbereich sitzen ein paar Endzwanziger im Whirlpool, die mit etwas Wirbel einen der ihren in den Hafen der Ehe verabschieden. Grund für die gute Stimmung sind wohl auch die leeren Cocktailgläser am Beckenrand, die Minuten zuvor bargeldlos an der kleinen Thermenbar erstanden worden sind.

Geinberg5: Refugium für hohe Ansprüche

Geinberg5 Private SPA Villas, Oberösterreich, Gein…

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Am Abendbüfett sieht man sie wieder, die Junggesellenabschiedsfeierer. Statt in Badehose und Frotteemantel nun schick gekleidet. Das ist wichtig im Vier-Sterne-Restaurant der Therme. Wer in Hotelpatschen und Jogginghose aufkreuzt, wird von dem Kellner belustigt aber bestimmt aufgefordert, doch bitte die Garderobe umzugestalten. Ist schließlich der Zutritt zum Restaurant gewährt, sind bekleidungstechnische Strapazen schnell vergessen. Alleine von dem Vorspeisenbüfett könnte sich eine mittelgroße Schulklasse problemlos eine Woche lang ernähren: Lachsfilets, Mini-Quiches, Gemüse und Obst, diverse Salate, Wurst- sowie Käse- und Brotsorten – die Auswahl ist vielfältig und lässt kurz keinen Gedanken an die Hauptspeise zu. Aber nur kurz. Nach hervorragendem Perlhuhn und einem kleinen Ausflug an die Hotelbar, wird die Saunawelt erkundet. In der Therme Geinberg kann man sich auf verschiedenste Arten ins Schwitzen bringen: Ob die klassische finnische Variante, karibische Saunahütten, Kräuterdampfbad oder der 95-Grad-Vorhof zur Hölle – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Mein Favorit: Die Blockhütten im Freien - aromatischer Duft, perfekte Temperatur, gesellige, aber dennoch angenehme Atmosphäre und die wohltuende Kälte gleich vor der Tür. Lediglich die Sphärensauna für Einsteiger ist langweilig lauwarm und wird mit eher gewöhnungsbedürftigen „Relax-Klängen“ und Vogelgezwitscher beschallt.

Guter Morgen im Morgenland

Besonders beworben wird in Geinberg der sogenannte Hamam, der 2012 eröffnete, orientalische Wellnessbereich. Bereits die dunkle Eingangstür weckt Assoziationen an 1001 Nacht, doch die Einzelheiten sind dann nur für eingeschworene Morgenlandspezialisten selbsterklärend. Zu der größten Ungewissheit findet sich nämlich auch im Flyer des Hamams keine Antwort: Nackt oder nicht nackt? So tapsen an besagtem Winterwochenende mehrere Menschen ratlos in den hoteleigenen Bademänteln durch die gefliesten Gänge mit den feingeschnitzten Holztüren und blicken verstohlen um sich. Man versucht auf möglichst unanstößige Weise herauszufinden, ob die anderen Badegäste unter ihren Frotteemänteln und Handtüchern Badebekleidung tragen. Schließlich die Rettung: Eine freundliche Hotelangestellte eilt an das ratlose Bademantel-Rudel heran und erklärt die Spielregeln des Hamam. Diese entsprechen dem arabischen Ritual. Badekleidung: Nein. Stattdessen trägt der kultivierte Hamam-Besucher ein sogenanntes Pestemal, ein leichtes Baumwolltuch, das zu den verschiedenen Entspannungsprozeduren abgelegt wird.

Für drei Euro bekommt man das Pestemal, einen Peelinghandschuh namens Kese und eine Olivenseife ausgehändigt. Ein Gang in den Hamam besteht aus mehreren verschiedenen Etappen: Zunächst geht es ins Dampfbad. Dort herrschen gefühlte dreihundert Grad – umso angenehmer ist der Schwall an kaltem Wasser, der danach aus einer Metallschüssel über den erhitzten Körper gegossen wird. Anschließend ist Entspannung am Nabelstein angesagt, ein vorgewärmter, sternförmiger Marmorstein in der Mitte des Hamams, der traditionell auch als Plätzchen für Klatsch und Tratsch genutzt wird. Danach folgen Peeling mit dem Handschuh, erneutes entspannen, Peeling mit Seife, entspannen, duschen, entspannen. Und dann noch ein bisschen entspannen. Die unterschiedlichen Etappen können beliebig oft wiederholt werden. Wer möchte, kann auch eine orientalische Schaummassage in Anspruch nehmen. Ebenfalls ein Teil des orientalischen Wellnessbereichs: Eine Lounge mit großzügigen Sitzgelegenheiten und einer Bar zur Selbstbedienung mit verschiedenen Teesorten und Trockenfrüchten. Wer nach dieser Erfahrung nicht tiefenrelaxed zurück in den Thermenbereich schwebt, dem kann wohl nicht mal ein Dornröschenschlaf den Stress aus den Gliedern treiben.

Traum für Turteltäubchen

Am Samstag und Sonntag ist das Publikum in der Therme differenzierter: Viele Pärchen und Kinder mischen sich unter die graumelierten Schwimmer. Statt Instruktionen zur Wassergymnastik hört man das Kichern dreier Burschen, die unerlaubterweise vom Beckenrand springen. Die dunklen Schatten inmitten der Dampfschwaden sind heute herzige Turteltäubchen. Dem Genuss tut das Ganze keinen Abbruch – vor allem da in der Lagune, dem Salzwasserbecken der Therme Geinberg, Musik unter Wasser abgespielt wird.

Getrieben von der diffus gesundheitsfixierten Atmosphäre erwischt man sich beim Abendessen dabei, Tomatenscheiben und Gurkenstreifen zu hamstern. Und nach der ganzen Entspannung wird vor der Abfahrt Sonntag Früh noch einmal so richtig aktiv bei der Wassergymnastik mitgehampelt. Zack, zack.
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