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freizeit Reise
05/11/2012

Südkorea: Yeosu lädt die Welt ein

Am 11. Mai begann die Expo 2012 in der beschaulichen Hafenstadt Yeosu. Das Motto der heurigen Weltausstellung: "Der lebende Ozean und die Küste".

Was früher unscheinbare Zementsilos waren, soll in Yeosu zum kulturellen Aushängeschild werden. Möglich macht das die kommenden Samstag beginnende Weltausstellung Expo 2012 in der südkoreanischen Küstenstadt: Die Silos wurden zu einem modernen Aussichtsturm, dem Sky Tower, umgebaut. Von dem über 70 Meter hohen "Himmelsturm" blickt man auf eine malerische Bucht - und das imposante Expo-Gelände. Es erstreckt sich auf einer Fläche von 1,74 Quadratkilometern direkt an einem behutsam sanierten alten Hafenbecken. Es ist nicht das einzige Gebäude, das der Uferseite des Orts ein neues Gesicht verpasste. Unter dem Motto "Der lebende Ozean und die Küste" soll die Expo Millionen von Besuchern aus der ganzen Welt anlocken.

An der Außenseite des "Himmelsturms" befindet sich eine riesige Orgel, die in ihrer Harfenform den Wellen des Meeres nachempfunden wurde. Während der dreimonatigen Ausstellungszeit soll aus ihr Musik erklingen. Der Umbau zeigt die Bemühungen, High-Tech-Glanz zu verbreiten. "Als ich jung war, war es ein hässlicher Turm", sagt die 27-jährige Sara Kim aus Yeosu, die für das Expo-Organisationskomitee arbeitet. "Das Unvorstellbare wurde möglich, aus den hässlichen Silos wurde ein Turm mit der weltgrößten Pfeifenorgel." Die Silos seien ein Symbol für die industrielle Entwicklung der Stadt gewesen. Heute soll der Sky Tower unter anderem ein Symbol einer "grünen" Expo sein.

Im sonst beschaulichen Yeosu, 455 Kilometer von der Hauptstadt Seoul entfernt an der Südküste des Landes, will der einstige wirtschaftliche Tigerstaat für sich werben. Südkorea stellt sich stolz als Technologieland vor und will zugleich Touristen anlocken. Der Ruf Yeosus werde durch die Expo gefördert, glaubt die 35 Jahre alte Kim E.H., die ebenfalls aus Yeosu stammt. Allerdings seien die Preise durch die Expo für vieles, etwa Grundstücke, gestiegen. "Das ist der Preis, den die Bewohner Yeosus zahlen müssen."

Veranstalter rechnen mit acht bis zehn Millionen Besuchern

Obwohl es nur eine kleine "International Expo" ist - verglichen etwa mit der sechs Monate dauernden "World Expo" in Shanghai 2010 - ist die Ausstellung für Yeosu mit seinen knapp 300.000 Einwohnern ein gigantisches Projekt. Fast scheint es das Fassungsvermögen der Stadt zu sprengen: Die Veranstalter erwarten zehn Millionen Besucher, davon mehr als eine halbe Million aus dem Ausland, vor allem aus China und Japan.

Die Einwohner sehen die Lage der Stadt mit ihrem wichtigen Seehafen, ihren Industrie- und Meeresparkanlagen und mehr als 300 kleineren Inseln aber auch als ideal an für das diesjährige Expo-Thema. Mit Information und Unterhaltung soll das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Meeren geschärft werden, so eines der Ziele. Die Stadt verkörpere "die Vision eines nachhaltigen Gebrauchs des Ozeans", sagt der Generalsekretär des Expo-Komitees, Kim Keun Soo.

104 Länder und zehn internationale Organisationen präsentieren sich in Pavillons und bieten Zukunftslösungen an. Zugleich demonstriert Südkorea, zu dessen wichtigsten Exportprodukten Autos, Chips und Schiffe gehören, seine Wirtschaftskraft: Öffentliche und private Investitionen von 1,9 Milliarden Dollar (etwa 1,3 Milliarden Euro) flossen in den Expo-Park. Dazu kommen 8,7 Milliarden Dollar teure Infrastrukturmaßnahmen der Regierung.

So entstand etwa direkt am Expo-Gelände ein neuer Bahnhof für den Hochgeschwindigkeitszug KTX. Er wird die Touristen von Seoul in rund dreieinhalb Stunden nach Yeosu bringen. Für die Hafenstadt ist die Expo ein Kraftakt, der sich auszahlen soll. Außerdem soll das Expo-Gelände Zentrum des Tourismus-Gürtels im Süden des Landes werden, hofft Kim Keun Soo.

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