Reise
25.10.2017

Das Paradies ist jetzt ganz nah

Der Mini-Staat beherbergt einige der schönsten Strände der Welt, dazu Hideaways, die keinen Wunsch offenlassen. Seit heute fliegt die AUA direkt hin.

Den Traumstrand auf Praslin muss man sich im Schweiße seines Angesichts erobern: Schon eine halbe Stunde marschieren wir – an den grünen Wiesen des Golfplatzes vom Hotel Constance Lémuria, an einem Teich und sanften Hügeln vorbei – auf einem sandigen Weg Richtung Meer. Kommt da noch was? Die Füße in den Badeschlapfen beginnen zu brennen.

Doch dann der Wow-Moment: Das dichte Grün öffnet sich in eine perfekt geformte Bucht mit weißem Sand und sich sanft wiegenden Palmen, umsäumt von bizarr geformten Granitfelsen. Postkartenfeeling, unwirklich schön. Menschen? – kaum. Nur zwei Pärchen, die jung und makellos und offensichtlich sehr verliebt sind. Kein Sonnenschirm, kein Liegestuhl, nur Strand, wie Gott ihn schuf. Ja, die Anse Georgette hält, was uns versprochen wurde: Sie ist eine Traumbucht. Wir müssen uns erst einmal hinsetzen und diese Szenerie wirken lassen. Erst dann tauchen wir ein ins türkise, glasklare Wasser.

Wer einmal von der Schönheit der Seychellen betört wurde, der kommt wieder. Garantiert. Denn anders als auf den Malediven – dem zweiten Inselparadies im Indischen Ozean – fühlt man sich auf den Seychellen nicht wie im goldenen Käfig, sondern frei in seiner Bewegung und in der Kommunikation mit Einheimischen. Hier wie dort finden sich einige der besten Luxusresorts der Welt, nur mit dem Unterschied, dass auf den Malediven kein Kontakt mit der – streng islamistischen – Bevölkerung erwünscht ist. So sitzt man meist im Resort fest.

Hideaway der Luxusklasse

Anders auf den Seychellen: Wir nehmen – nach einer Nacht auf der Hauptinsel Mahé nahe der putzigen Hauptstadt Victoria, das Cat Coco-Schnellboot nach Praslin. Überall nette, bunte Häuser, alles sehr gepflegt. Den Menschen geht es gut und sie sind entsprechend fröhlich und aufgeschlossen. Ein Taxifahrer bringt uns zu einem Nebenpier, wo schon das Boot nach Félicité wartet. Félicité (übersetzt: Glückseligkeit) ist eine Privatinsel vor der Küste La Digues, auf der sich das Luxushotel Six Senses Zil Pasyon befindet. Ein Hideaway der Luxusklasse, in dem jeder, der es will, ungestört (sprich: in seiner Villa) bleibt. Die Gäste schweben vorzugsweise mit dem Helikopter ein und lassen sich höchstens beim Freiluft-Yoga oder abends in der stylishen Rum-Bar blicken. Was aber nicht verwundert, denn die Villen sind äußerst komfortabel: Wie Adlerhorste mit Panoramablick aufs Meer, auf Praslin und La Digue. Mit einem Private Pool, der Bikini und Badehose unnötig macht. Mit einer freistehenden Badewanne beziehungsweise Duschkabine vor der Panorama-Kulisse. Mit einem Himmelbett mit dippelverhindernden Moskitovorhängen. Und mit einem Butler, der bringt, was man braucht.

Honeymooner kommen gerne hierher, aber auch altgediente Ehepaare fühlen sich einfach glücklich, wenn sie einen romantischen Sonnenuntergang auf den Felsen über dem Resort erleben. Während die Sonne über dem Meer versinkt, serviert der Butler ungefragt Champagner und Häppchen.

Aber, wie schon erwähnt, der Mensch hält es nicht lange aus im goldenen Käfig: Am nächsten Tag nehmen wir das Boot nach Praslin, mieten ein Auto – klein, mit wenig PS und dem Lenkrad auf der falschen Seite – und tuckern los. Fahren ins Vallée de Mai, ein atemberaubender Nationalpark, in dem seltene Pflanzen und Tiere wie der Tree Frog oder der Black Parrot leben.
Josepha, eine Rangerin, führt uns durch den Urwald und zeigt uns all die Dinge, die wir ohne sie nie sehen würden: zum Beispiel die männlichen und weiblichen Palmen, auf denen die Coco de Mers, die riesigen, popoähnlichen Schalenfrüchte – von den Einheimischen auch Liebesnuss genannt – wachsen. Phallische Blütendolden in ansehnlicher Größe (bis zwei Meter lang) müssen sich mit den "weiblichen" Bäumen paaren, um eine Coco de Mer hervorzubringen. Diese sind den Seychellois heilig: Wer unbefugt eine – nicht nummerierte und zertifizierte – Coco de Mer außer Landes bringen will, riskiert hohe Strafen.

Majestätische Riesen

Einfach so zurückfahren geht nicht auf Praslin – zu verlockend sind die Strände und Strandlokale direkt neben der Straße. Wir stoppen an der Anse Lazio und entdecken ein Gehege von Riesenschildkröten neben dem Strand. Manche dieser archaischen Tiere sind über hundert Jahre alt.

Es ist Zeit für einen Hotelwechsel, ins "Le Duc de Praslin". Ein nettes, kleines Hotel an der Anse Volbert, mitten in einer Einheimischen-Siedlung gelegen. Sauberes Zimmer, Pool in der Mitte der Anlage, gutes Frühstück, Restaurant-Ableger am Strand, nette Bar: Der beste Beweis dafür, dass die Seychellen nicht nur voller Luxushotels sind, sondern durchaus leistbar.

Schauspieler & Beatle

Zurück auf der Hauptinsel Mahé nehmen wir noch einmal den klapprigen Linienbus hinein nach Victoria, um durch die kleinste Hauptstadt eines selbstständigen Staates zu bummeln. Viele Sehenswürdigkeiten gibt es nicht: eine katholische Kathedrale mit Pfarrhaus, den kleinen Clocktower an der Kreuzung von Independence Avenue und Albert Street, einen bunten Markt, den Botanischen Garten.

Unsere letzte Nacht auf den Seychellen verbringen wir in einem legendären Hotel auf Mahé: dem Banyan Tree an der Anse Intendance. Das weitläufige Grundstück mit prachtvollem Herrenhaus gehörte bis 1976 dem Schauspieler Peter Sellers und dem Beatle George Harrison. Heute erinnern überall in der Lobby und in der Bar des Luxushotels Fotos und Memorabilien an die berühmten Ex-Besitzer. Wir gönnen uns noch einen Takamaka und sind uns einig: Die beiden, Gott hab sie selig, hatten sicher viel Spaß hier. Hier, im Paradies.

Anreise Austrian fliegt seit heute ein Mal pro Woche auf die Seychellen. Jeden Mittwoch geht es nonstop ab 875 € von Wien nach Mahé.www.austrian.com

Währung Seychellen-Rupie. 100 SRP entsprechen ca. 1,6 €.

Beste Reisezeit Es ist das ganze Jahr über sommerlich warm.

Island Hopping Problemlos. Mit den Cat Coco-Booten sind alle größeren Inseln wie La Digue oder Praslin von Mahé aus mühelos erreichbar.

Erleben Die Strände der Seychellen sind öffentlich, aber sehr schwer zugänglich. Zur Anse Georgette etwa gelangt man nur, wenn man sich vorab im Hotel Constance Lémuria anmeldet. Nicht abwimmeln lassen! Der Indische Ozean kann sehr rau sein. Überall an den Stränden wird vor unberechenbaren Strömungen gewarnt. Also nicht zu weit hinausschwimmen.
– Für Wassersportler sind die Seychellen ein Paradies: Neben Segeltörns zwischen den Inseln werden auch Schnorchel- und Tauchtouren angeboten.
– Wander- und Naturfans kommen in den Nationalparks wie dem Vallée de Mai auf ihre Kosten. Eintrittspreis: ca. 20 € pro Person plus Führung.Mietautos für einen Tag sind günstig: ca. 50 bis 60 €.

Übernachten Die Seychellen bieten das ganze Spektrum an Unterkünften von ultimativen Luxushotels wie
– Six Senses Zil Pasyon auf Félicité. Preise für eine Villa ab 1860 € pro Nacht. www.sixsenses.com
– Banyan Tree Hotel auf Mahé, Zimmer ab 4500 € pro Woche, www.banyantree.com bis hin zu netten Mittelklassehotels und kleinen Pensionen wie
– Le Duc de Praslin auf Praslin ab ca. 330 € pro Nacht. www.leduc-seychelles.com
– H Resort Beau Vallon auf Mahé um ca. 450 € /Nacht. www.slh.com/ hotels/h-resort-beau-vallon