Peter Schröcksnadel mit einem Steelhead im Barkley Valley.

© /Peter Schröcksnadel

Fliegenfischen
10/18/2015

Eine Weltreise zu Traumplätzen mit Peter Schröcksnadel

Der ÖSV-Präsident zählt zu den weltbesten Fliegenfischern. Er kennt die schönsten Plätze – von Norwegen bis Florida.

von Maria Gurmann

Ich fische seit meinem fünften Lebensjahr. Das war kurz nach dem Krieg", erzählt Peter Schröcksnadel (74) am Beginn unserer Weltreise, die uns an die schönsten Plätze für Fliegenfischer führen wird. "Mein Freund und ich sind immer schwarz fischen gegangen. Mit einer kleinen Angel, die Fische haben wir im Hemd versteckt und heimgebracht. Der Vater hat mir eine g’schmiert und die Fisch’ g’fressen."

Der Alpen-Napoleon

Seit 25 Jahren regiert er als ÖSV-Präsident den österreichischen Skiverband, wird als "Napoleon der Alpen", "Eccelstone des Skisports" und als "mächtigster und erfolgreichster Sportfunktionär" bezeichnet. Nur wenige wissen, dass der Herr über den heimischen Skizirkus, der heuer am 24. 10. mit dem Skiweltcup Opening in Sölden beginnt, einer der besten Fliegenfischer weltweit ist.

Es ist die Königsdisziplin der Fischerei. Da gibt es keine Wettbewerbe. Nur die Elite der Fliegenfischer trifft sich an den schönsten Plätzen zur richtigen Zeit, weil nur sie weiß, wann und wo sie die Schnur mit der bunt gefederten Kunstfliege werfen kann, um Steelhead, Giant Trevally, Atlantischen Lachs oder Tarpun an den Haken zu kriegen. "Da trifft sich die Upperclass der Fliegenfischer." Schröcksnadel ist einer von ihnen. Er kann das Wasser lesen, sieht mit seinen geschulten Adleraugen den Fisch und wirft mit einer Leichtigkeit die Schnur – bis zu 40 Meter weit. Gute Fliegenfischer sind schon mit 30 Metern glücklich.

Im Winter hat der Ex-Senioren-Skiweltmeister immer die Ski im Auto, im Sommer das Fischzeug. "Fischen kannst in ganz Österreich. Ich fahr’ zum Beispiel nach Wien, hab’ dort a G’schäft, und nachher bleib’ i an der Steyr, der Traun oder am Inn stehen, geh’ zwoa Stund’ fischen und fohr ham."
Jeden Sommer fliegt der vom Wissenschaftsminister mit dem Professorentitel Ausgezeichnete nach Kanada. Den Barkley River in British Columbia kennt Schröcksnadel wie seine Westentasche. Ein Dorado für Fliegenfischer. Das Barkley Valley ist umrahmt von schneebedeckten 3000ern im Norden. Dort hat der Naturliebhaber auch sein Haus. Vergessen sind Termine, Telefon und der Skizirkus. In der Urlandschaft gibt es nur noch seine Passion – die Suche nach seinen Fischen.
"Egal, ob der Fisch groß oder klein ist, es ist immer eine Herausforderung. Auf das Wie kommt es an, Fliegenfischen ist das Schwierigste", sagt der Herr über ein Firmenimperium, dessen Organigramm zwei KURIER-Seiten füllen könnte. Das Tagesgeschäft seines Firmenimperiums gab er schon an seinen Sohn Markus (51) ab. Mit Webcams und dem Panorama-Fernsehen in den Skigebieten war er genauso Pionier wie mit den Pistenleitsystemen. Auch etliche Bergbahnengesellschaften zählen zu seinen Firmen.

Der Einfühlsame

Fliegenfischen ist eine Lebensart, nicht nur Hobby. "Du musst ständig konzentriert sein, musst die Natur kennen, das Wasser lesen können und den Fisch trotz der Wellen sehen." Beobachtungsgabe, Wachsamkeit, Geduld, Einfühlungsvermögen und vor allem schnelles Reagieren müsse man vereinen. Wenn es ums Fischen geht, sprudelt es nur so aus seinem Mund. Auf Fragen über Familie und Privatleben ist der ÖSV-Präsident dagegen stumm wie ein Fisch.

Mit größter Hingabe widmet er sich seiner selbst erwählten Aufgabe. Von frühmorgens bis spätabends steht er im Wasser. Manchmal braucht er 1000 Würfe, um eine Chance auf einen Fisch zu haben. Wenn er dann beim ersten Wurf eine Stahlkopfforelle von 15 Kilo – "für mich der schönste Fisch" – am Haken hat, ist sein Glück vollkommen.

Der Abenteurer

Städte- oder Kulturreisen macht er nicht. Am Strand hält er es höchstens zwei Tage aus. Lieber ist Schröcksnadel wochenlang mit seinen Fischerfreunden unterwegs. In Alaska landet der Pilot direkt am Schotter des Flussufers. Nach Norwegen an den Gaula-Fluss oder nach England an den Tyne River zum Lachsfischen. In den Keys von Florida, auf Hawaii oder der Südseeinsel Kiribati zeigen die versierten Fischer ihr Können. Um dort einen 2,5 Meter langen Tarpun zu fangen, muss man körperlich fit sein. Das ist der durchtrainierte Tiroler auch mit 74 immer noch.

"Das, was ich mache, ist Abenteuer pur." Mitten in der Natur von Alaska oder British Columbia begegnet er manchmal Bären und Klapperschlangen. Über Angler schmunzelt der ÖSV-Boss: "Auf dem Stockerl sitzen und warten ist nicht meine Sache."

Die richtigen Fischer zeigt der Unternehmer auf seinem iPad und schiebt ein Foto nach dem anderen über den Bildschirm: Da ist auf der Pazifikinsel Kiribati der von einem Triggerfish abgebissene blutende Daumen seines Freundes. Da ist sein Lieblingsbild: Schröcksnadel, vermummt wie in der Wüste, im türkisblauen Meer, stolz seinen Gian Trevally (Riesenmakrele) fürs Foto präsentierend. Vergessen sind seine Machosprüche, wenn der Fliegenfischer am Ende unserer virtuellen Weltreise über seine Leidenschaft schwärmt. "Mit dem Fischen kommst in der ganzen Welt uma, ka Schmäh."

1. Mein liebstes Restaurantin Vancouver ist das Kobe. Man sitzt rund um den Teppanyaki-Grill und sieht, dass es frisch ist. Und es ist gar nicht so teuer.

2. Der schönste Ausblick ist auf der Westküste von British Columbia, am Meer, im Fjord auf der Höhe von Vancouver Island. Da gibt es kein Haus, dafür Gletscher, das Meer und den Strand. Aber es gibt auf dieser Welt viele schöne Plätze.

3. Mein liebstes Geschäft in Vancouver ist das Pacific Angler. Da finde ich das ganze Zubehör für Fliegenfischer.

4. Mein Lieblingsplatzim Flugzeug ist der Gangsitz. Wenn ich aufs Häusl muss, brauche ich nicht über irgendwen drüber steigen.

5. Die besten Plätze zum Fliegenfischen kennt nur die Upperclass der Fliegenfischer.

PauschalangeboteHotel Rauter in Osttirol: 503 € pro Person inkl. 4 Nächte HP, 3 Tage Fischereilizenz für die Isel und den Tauernbach, täglich ein Lunchpaket fürs Picknick am Wasser,www.fliegenfischen-oesterreich.com/pauschalarrangements/
Kurse für Fliegenfischer

– eMail: mark@marksflyfishing.com.

Hotel Lisa im Salzburger Flachau: Pauschale ab 362 € inkl. 4 Nächte/F, 3 Tageskarten (Mur, Torrener Ache, Naturteichanlage)
– Mit dem Camper durch British Columbia, 15.07.2016 bis 31.07.21016, inkl. Flug, 2687,20 € pro Person, www.fti.at
– Individualreisen unter www.canadareisen.at, www.alaskareisen.at

Restaurant Kobe in Vancouver, 1042 Alberni St., Japanisch, Teppanyaki. www.koberestaurant.com

Anglergeschäft Pacific Angler in Vancouver, 78 E Broadway, www.pacificangler.ca

Fishing Festival 2016 in Wels vom 6. bis 7. Februar 2016. Vorträge zu Angelreisen rund um die Welt. Wurfdemos und Insider-Infos am Flyfishing Pool. Alles über Angeln & Fliegenfischen. www.fishing-festival.at

Auskünfte www.kanada-info.at, www.visitbritain.at

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