Marokko: Magisches Dreieck

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Sich verlieren in Marrakesch. Ruhe finden in Essaouira. Und am Strand von Agadir der verlorenen Geschichte der Stadt nachspüren

Kunstvoll arrangierte Berge von Gewürzen und Früchten. Teppich- und Stoffhändler, an deren bunter Pracht man nicht einfach nur so vorbeischlendern kann. Handwerker, die in winzigen Nischen färben, schmieden, gerben und schnitzen. Hier ein Glas duftender Tee, dort ein würziger Hühnerspieß, für die Mutigen ein Stück vom Schafskopf - wer sich in den Souks von Marrakesch nicht verirrt, der verliert sich, um wieder aufzuleben zwischen Farben und Gerüchen, im geschäftigen Treiben orientalischer Manier.

Irgendwie findet man immer den Weg zurück, auf den Djemaa el Fna (Platz der Gaukler), wo die Kunst des Erzählens, des Wahrsagens und der Akrobatik gepflegt wird und die "Gnaouas" zum Klang ihrer Metallkastagnetten springen. Und abends orientiert man sich an der angrenzenden Moschee la Koutoubia mit ihrem hell angestrahlten, 75 Meter hohen Minarett. Wer hier einen Abend verbringt, wird Zeuge eines von der UNESCO ausgerufenen, immateriellen Kulturerbes.

Rote Stadt

Marrakesch, die "Rote Stadt", deren Gemäuer die Augen nicht blendet: Unglaublich, der Blick über die Dachlandschaften der Medina, über Palmen und Olivenhaine; wie als Zuckerguss locken die schneebedeckten Gipfel des Atlasgebirges am Horizont.
Sattsehen kann man sich hier lange nicht, etwa an Palästen, die mal edel, mal schlicht mit Marmor, Stuck, Mosaiken und Schnitzereien aus Zedernholz prunken (z. B. die alte Koranschule Medersa Ben Youssef). Und Gärten, wie rund um den Bahia-Palast oder der von Yves Saint Laurent angelegte Jardin Majorelle, lassen selbst Anti-Botaniker schwärmen.
Nach dem orientalischen Overkill lohnt sich ein Ausflug ins Ourika-Tal, wo sich die Kontraste Marrakeschs ruhiger widerspiegeln. Steile Schluchten, grüne Terrassenfelder, ein plätschernder Gebirgsbach, orientalische Marktstände, Kamele vor der Kulisse hoher Berge: Zeit, auszuspannen, abseits vom Getümmel, Kakteenhonig zu kosten oder das mittlerweile auch in der Kosmetikindustrie Heil versprechende Arganöl zu probieren.

Die Vollendete

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Essaouira, Punkt zwei an der Dreiecks-Route liegt an der Atlantikküste und ist sowohl von Marrakesch als auch von Agadir etwa 170 km entfernt. Die Stadt mit langer Geschichte und mannigfaltigen Einflüssen, weißen Mauern und blau gestrichenen Fenstern strahlt Ruhe aus und wirkt authentisch. Hier hat man die Qual der Wahl: Ein Apartement in der als Weltkulturerbe ausgewiesenen Medina mit Meerblick? (www.jackapartments.com) Eine urige Ferienwohnung des Wiener Wahlmarokkaners Christoph Braendle in den mit Arganbäumen bewachsenen Hügeln? (Information und Buchung in Wien: T.: 01/ 219 77 78)
Oder doch lieber stylisch im neuen Sofitel Golf & Spa gastieren? (www.sofitel.com)

Der befestigte Kornspeicher

So wird das unter Marokko-Fans nicht so geschätzte Agadir genannt. Freilich: 1001 Nacht sucht man hier vergeblich. Es lädt der 12 km lange Sandstrand zum Baden ein. Doch abseits der Promenade kann man heutiges arabisches Leben kennenlernen; das sich nach dem Beben von 1960 - binnen 10 Sekunden war alles dem Erdboden gleich - an neuen Plätzen wieder aufgerichtet hat.

Tipp: Fisch essen in den Lokalen am Hafen, im Getümmel der Einheimischen (vorher Preis fixieren!) Kontaktfreudige Reisende werden hier auf Geschichten von Menschen treffen, deren Wurzeln auf die Zeit vor und nach der Katastrophe zurückgehen. Agadir ist eine stolze Stadt. Die Wertschätzung verdient.

Infos

Flug Wien-Casablanca-Wien via Frankfurt mit Lufthansa ab 486 €. Wien-Agadir-Wien via Nürnberg mit Air Berlin ab 550 €.

BESTE REISEZEIT Küste: April bis November. Land: Oktober bis Mai.

RESTAURANTS Marrakesch: Azar, libanesische und marokkanische Speisen in modernem Ambiente.
www.azarmarrakech.com
Dar-Rhizlane: internationale und orientalische Köstlichkeiten im Palast. www.dar-rhizlane.com
Essaouira: Hôtel Dar L'Oussian: Lokal mit Meerblick in der Medina.
www.dar-loussia.net
Ourika-Tal: Fein speisen in der Auberge Ramuntcho, Vallée de L'Ourika, Aghabalou www.ramuntcho.ma

Auskunft Marokkanisches Fremdenverkehrsamt, T.: 01/512 53 26, www.visitmarocco.com

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(kurier / Caro Wiesauer) Erstellt am
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