Seine Bücher waren wohl das einzige, das Lagerfeld nicht wegwarf

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Reise
05/17/2019

Lieblingsorte: Auf den Spuren von Karl Lagerfeld in Paris

Nahe der Seine, vor allem in Saint Germain, war der kürzlich verstorbene Modeschöpfer oft anzutreffen.

Ein Cafe, eine Buchhandlung, ein Kunst-Shop: Es sind Orte, die sinnbildlich für Paris stehen. Und es sind Plätze, die für ihn wie ein kleines Zuhause waren: Die Rede ist von Karl Lagerfeld. Der im Februar verstorbene deutsche Modeschöpfer hatte schon sehr früh in der französischen Hauptstadt seine neue Heimat gefunden. 1952, im Alter von 18 Jahren, zog er nach Paris, arbeitete für verschiedene Modefirmen, wurde mit dem Modehaus Chanel weltberühmt.

Unnahbar. Mit diesem Wort wurde Lagerfeld oft beschrieben. Für die Chefin des Kiosk St. Germain war dies nicht der Fall, wie ein Bild.de-Beitrag zeigt. "Er war mein Stammkunde und ließ sich immer alles aufschreiben", schildert Nelly Todde, "er war mein größter Abnehmer". Er sei immer sehr sympathisch gewesen, "sehr nett, sehr angenehm, sehr höflich. Mir hat er sogar immer die Hand gegeben, obwohl er das ja allgemein nicht mochte", lacht die Kiosk-Besitzerin.

Nicht weit entfernt, im Sennelier Art Store, direkt neben der Kunsthochschule, kaufte Lagerfeld wiederum Pinseln und Stifte, mit denen er seine berühmten Frauensilhouetten malte. Er sei sehr diskret gewesen, berichtet Sophie Sennelier. Für manche Shootings habe er auch Dinge eingekauft, die er als Deko benutzte, etwa Pinsel.

Oft saß er im Cafe de Flore und trank Kaffee. Nicht verwunderlich: Seine Wohnung und der Karl Lagerfeld Store sind nur einen Katzensprung entfernt.

 

Auf der anderen Seite der Seine, hinter dem Jardin des Tuileries, befand sich seine Lieblingsbuchhandlung. In der Librairie Galignani kaufte Lagerfeld "teilweise jede Woche" ein, er habevor allem zu philosophischen Büchern gegriffen: Nietzsche, Kierkegaard, Spinoza. Auch der Poesie war er zugeneigt, las Bücher auf Deutsch, Französisch und Englisch.