Der Strand Agios Ioannis auf Meganissi ist ein Geheimtipp

© /Florian Albert/TUI

Lefkas
06/17/2016

Ein Hauch Jetset im ruhigen Naturparadies

Schon Aristoteles Onassis erkannte die Schönheit der griechischen Insel: Im Ionischen Meer gelegen, beeindruckt sie durch üppige Vegetation, kleine Fischerdörfer und klares Meerwasser in allen Blauschattierungen.

von Julia Pfligl

Mehr als 250 Sonnentage hat Lefkas pro Jahr – der Tag unserer Ankunft zählt eindeutig zu den restlichen hundert. Es schüttet wie aus Kübeln, immer wieder zucken Blitze über den grauen Himmel. "Wir wollen euch einen österreichischen Empfang bereiten", scherzt der Hotelmitarbeiter, während er uns mit einem Golfcart zu unseren Zimmern bringt und dabei mehrere tiefe Regenlacken durchquert. Aber die griechische Gastfreundschaft (den Satz "Sorry about the weather" werden wir an diesem Tag noch oft hören) und die atemberaubende Landschaft der Ionischen Inseln trösten über ein paar Stunden Sauwetter locker hinweg. Schon am zweiten Tag unserer Reise tut Griechenland so, als wäre nie etwas gewesen: strahlender Sonnenschein, eine leichte Brise, angenehme 25 Grad. Perfekt.

Durch das Sonnenlicht kommt die Farbpracht von Lefkas erst richtig zur Geltung. Im Gegensatz zu seinen ägäischen Schwesterinseln besticht das 23.000-Einwohner-Eiland durch üppige, grüne Vegetation. Gemeinsam mit dem tiefblauen Meer, den unzähligen gelben Blüten ("Sparto") und den touristisch weitgehend unberührten weißen Sandstränden – immerhin leitet sich "Lefkas" vom griechischen Wort für "Weiß" ab – ergibt das ein Postkartenmotiv nach dem anderen.

Trotz seiner natürlichen Schönheit stand Lefkas bisher im Schatten der nahe gelegenen Inseln Korfu, Kefalonia und Zakynthos – von Massentourismus ist hier noch nicht viel zu spüren. Vor allem ruhesuchende Familien, Individualtouristen und Wassersportler schätzen das entspannte Paradies, das über eine schwimmende Brücke mit dem Festland verbunden ist. Surfer zieht es nach Vasiliki: In der weitläufigen Sandbucht im Süden der Insel herrschen meist perfekte Windverhältnisse, im kleinen Ort lässt es sich herrlich flanieren und Fisch essen.

Das "touristische Zentrum" von Lefkas ist der lebendige Hafenort Nidri an der Ostküste, der mit seinen vielen Geschäften, Cafés und Restaurants an die italienischen Badeorte an der Adria erinnert. Fast wäre aus Nidri ein Jetset-Ort à la Saint Tropez geworden: In den Sechzigerjahren vergnügte sich hier die schwerreiche Reederfamilie Onassis und lockte die ersten Touristen nach Lefkas. Familienoberhaupt Aristoteles liebte das Ionische Meer und die sanften grünen Hügel – 1962 kaufte er die Mini-Insel Skorpios, die nur wenige Kilometer vor Nidri liegt und heute seiner Enkelin Athina gehört. Von seinem Privateiland kam er oft nach Nidri, um in den Tavernen zu feiern – etwa im Restaurant Flisvos, wo heute Schwarz-Weiß-Fotos der Onassis-Familie und des US-Filmstars William Holden an den vergangene Jetset-Tage erinnern. Auch eine überlebensgroße Statue mitten auf der Hafenpromenade zeigt, wie stolz die Bewohner auf den verstorbenen Aristoteles sind.

Kleiner Schatz

Von Nidri fahren wir mit der Fähre vorbei an Skorpios nach Meganissi, einem "kleinen Schatz", wie unser Reiseleiter sagt. "Hier sind die Türen immer offen", erzählt er. Etwa tausend Menschen leben auf der grünen Insel sieben Kilometer östlich von Lefkas. Sie teilen sich exakt eine Apotheke, eine Bäckerei – und ein Taxi. Kein Wunder, denn durch die außergewöhnlich schmalen Gassen in den drei Ortschaften schaffen es nur geübte Fahrer ohne Lackschaden.

Auf Meganissi fühlt man sich in eine andere Zeit zurückversetzt: Auf den Wiesen grasen Ziegen und Schafe, die traumhaften Strände am glasklaren Meerwasser sind menschenleer. In einem der drei winzigen Dörfer zeigt uns eine 82-jährige Frau, wie sie Schafwolle mit ihrem Spinnrad zu Decken, Teppichen und Kleidern verarbeitet. Wie fast alle Bewohner von Meganissi lebt sie von der eigenen kleinen Landwirtschaft. Nur in Vathi, dem hübschen Fischerdorf mit der beschaulichen Restaurantmeile (Stichwort: blauweiß-karierte Tischdecken), kommt touristisches Flair auf.

Wer auf Preveza, dem Flughafen auf dem Festland, landet, hat zwei Möglichkeiten: über die Brücke nach Lefkas oder, in die andere Richtung, durch einen Unterwassertunnel in Richtung Parga. Schon die 60 Kilometer lange Fahrt ist ein Erlebnis, handelt es sich doch um einen der schönsten Küstenabschnitte des griechischen Festlandes.

In die kleine Küstenstadt Parga mit den verwinkelten Gassen und der schönen Uferpromenade kommen hauptsächlich Griechen, die hier ihre freie Zeit verbringen, sowie Tagestouristen von den beliebten Ferieninseln Korfu oder Paxi. Igoumenitsa, jener Ort, wo die Fähre nach Korfu ablegt, ist schließlich nur 40 Kilometer von Parga entfernt.

Den besten Blick auf die bunten Häuschen am Hafen, das Meer und den breiten Sandstrand Valtos Beach hat man von der venezianischen Festung oberhalb der Stadt. Der Aufstieg lohnt sich auf jeden Fall: Während es in den engen Gassen von Parga langsam heiß wird, spenden alte Bäume hier oben angenehmen Schatten. Dass es vor wenigen Tagen noch geregnet hat, haben wir längst vergessen.

Info

Anreise Tui fliegt von 2. Juli bis 10. September mit myAustrian Holidays jeden Samstag von Wien nach Preveza. Flugzeit ca. 1 h 40 min, Kosten ab 136 €. Transferzeit Preveza–Lefkas Stadt ca. 30 min.

– Die Fähre von Nidri nach Meganissi verkehrt mehrmals täglich, die Fahrtdauer beträgt ca. 30 min. Infos unter www.ferryboatmeganisi.gr

Hoteltipps Lefkas: Das 4*-Hotel Porto Galini Seaside Resort & Spa besticht durch eine traumhafte Hanglage, vielfältiges Frühstück und einen schönen, schmalen Kiesstrand. Beliebt bei Familien. 1 Woche mit Frühstück im Sommer inkl. Flug ab 772 € pro Person.

– Meganissi: Vom Infinity-Pool des 4*-Hotel Esperides hat man einen atemberaubenden Blick auf das Ionische Meer. 1 Woche mit Frühstück im Sommer inkl. Flug ab 1051 € pro Person.

– Parga: 1 Woche im 4*-Hotel Parga Beach Resort direkt am Strand inkl. Flug und Frühstück im Sommer ab 1285 € pro Person.

Details in allen Reisebüros und unter www.gulet.at.

Strände Der Strand Kathisma auf Lefkas verfügt über eine gute Infrastruktur und ist auch für Familien geeignet.

– Vasiliki ist der Hotspot für Wassersportler.

– Porto Katsiki ist der bekannteste Strand der Insel. Die malerische Bucht am südwestlichen Zipfel ist nur über Treppen erreichbar, im Sommer werden Liegestühle und Schirme vermietet.

– Die versteckten Strände Agios Ioannis und Limonari auf Meganissi bestechen durch glasklares Wasser.

Lokaltipps Die Beach Bar Copla liegt an einem der schönsten Strände auf Lefkas, Kathisma. Pool, Getränke und hervorragende Clubsandwiches. www.facebook.com/coplabeachbar

– Im Restaurant Flisvos am Hafen von Nidri speiste schon die Familie Onassis, der Seniorchef zählte zur Crew von Aristoteles’ Yacht. Serviert wird traditionelle griechische Küche.

Beste Reisezeit Von Juni bis September regnet es sehr selten, Höchsttemperaturen um 32 Grad.

Auskunft Griechische Zentrale für Fremdenverkehr: www.visitgreece.gr, ☎ 01/5125317/0

www.lefkas.net

www.meganisitravel.gr

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