Inselkreuzfahrt Kroatien

© /PETR-BLAHA

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12/23/2020

Kroatien: Insel-Hüpfen mit dem Motorsegler

Schwimmen in einsamen Buchten, Rafting, Wandern, Biken oder Yoga. Vom Wasser aus lässt sich die Inselwelt der kroatischen Adria aus einem neuen Blickwinkel erleben. Erholung und Erlebnis sind garantiert.

Der Motorsegler gleitet mit rund 30 km/h dahin. Der Fahrtwind sorgt für eine leichte, angenehme Brise. Die einzige Aktivität ist Schauen. Da und dort zieht eine Insel vorbei. Das Meer erweckt den Eindruck eines großen Landsees. Die Wasseroberfläche ist ausgesprochen ruhig, es gibt kaum Wellen.

Dann und wann lässt der Kapitän den Anker werfen. Es sind schöne Buchten, schließlich kennt er die besten Plätze. Die Gäste gleiten oder springen von Backbord ins Wasser. Die einen schwimmen ans Ufer, die anderen kehren nach einigen Tempi zurück aufs Schiff. Jene, die den Landgang wagen, versuchen auf den kleineren und größeren Steinen nicht auszurutschen und einen angenehmen Sitzplatz am Strand zu finden. Nach einiger Zeit kehren alle zurück aufs Schiff, wo am Deck der My Vita geduscht werden kann und so das Salz auf der Haut verschwindet.

Eine gewisse Zeitlosigkeit hat die Gäste ergriffen. Das Wasser, die Luft und die Sonne lassen den Körper in angenehmer Weise spüren, dass er weit weg ist vom Autofahren und von der Arbeit am Computer.

Kroatien ist ein Naturparadies. Nicht nur die 1244 Inseln, Eilande und Felsen vor der Küste, sondern auch das Landesinnere. Nahe der dalmatinischen Stadt Zadar hat sich die Zrmanja ihr wildromantisches Flussbett durch die Karstfelsen Tulove grede gebahnt. In den 1960er- Jahren wurden in der zehn Kilometer langen Schlucht von Obrovac bis zur Flussmündung bei Novigrad viele Szenen der Winnetou-Filme gedreht. Die Rafting-Tour auf der Zrmanja ist ein einmaliges Erlebnis. Die Gäste werden mit Schwimmwesten, Schutzhelmen, Hosen und Gummischuhen ausgerüstet. Sechs sitzen mit Paddeln bewaffnet in einem Boot und werden von einem erfahrenen Führer begleitet.

Dort, wo Winnetou ritt

Die kahlen Felsen der Schlucht sind unvergleichlich schön, sie vermitteln das Gefühl, an jedem Felsen könnte Winnetou ums Eck reiten. Bevor es einen zehn Meter tiefen Wasserfall runtergeht, heißt es aussteigen, die Führer lassen die Schlauchboote die Schlucht hinunterstürzen, bevor diese unten wieder bestiegen werden. Müde und erschöpft, aber glücklich steigen wir nach der dreistündigen Tour aus den Booten.

Weitere beeindruckende Ausflugsmöglichkeiten sind die Plitvicer Seen oder die Krka-Wasserfälle. Beide Nationalparks dienten ebenfalls als Filmkulissen für Winnetou. Selbst moderne Indianer-Schinken nutzen die Naturschönheiten noch immer als Kulissen.

Diese Touren sind ein Kontrapunkt zur beschaulichen Bootsfahrt auf der Adria. Denn das Inselhüpfen mit dem Motorsegler bietet nicht nur passive Erholung, sondern auch zahlreiche Aktivitäten. Jeden Abend legt das Schiff, das je nach Größe mit 14 bis maximal 40 Gästen belegt ist, gegen 17 Uhr an einem Inselhafen an, bevor es am nächsten Vormittag wieder den Anker lichtet. So kann jedes Hafenstädtchen samt seiner Umgebung zu Fuß oder mit dem Rad erkundet werden. Zum Beispiel Rab, das mehr als 2000 Jahr alt ist und seine goldenen Zeiten im Mittelalter erlebt hat. Die vier Glockentürme sind das Wahrzeichen der Stadt, 1884 war es bereits ein Kurort der k&k Monarchie. Zahlreiche Restaurants und Cafés laden zum Verweilen ein. Für die auf den Inseln verbliebenen Einheimischen ist das Leben nicht einfach, denn Industrie gibt es keine und die Landwirtschaft wirft zum Überleben wenig ab.
So haben sich Zeljka Belak Kostelan (37), ihr 39-jähriger Mann Daniel und ihre beiden Kinder Anna (12) und Patrick (17) auf Öko-Produkte spezialisiert, die sie den Touristen in einem Shop anbieten. Sie offerieren etwa Matar, das ist in Essig eingelegter Meerfenchel, der voll mit Vitamin C ist und früher gegen Skorbut verwendet wurde. Oder Buchika, das einem Brotaufstrich ähnelt, und Lavendel-Salzbäder.

An der kleinen Insel Olib lässt sich die Entwicklung vieler anderer Inseln ablesen. Lebten hier einst 2000 Menschen, sind es inzwischen nur mehr 140, vornehmlich Pensionisten. Viele sind in die USA ausgewandert. In den 1950er-Jahren in die Fleischindustrie nach New York und San Francisco. Einer von ihnen musste den Job des Fleischers aufgeben, er schied wegen Invalidität aus, ließ sich von der Versicherung abfertigen und kehrte mit dem Geld wohlbestallt auf Olib zurück. So mancher tat es ihm gleich, bis der US-Versicherung auffiel, dass die Invaliden alle von derselben Insel kamen und sie einen Kontrollor aus den USA nach Olib entsandten, der den Schwindel aufdeckte. In Summe hatten sich 75 Simulanten ihren Ruhestand gesichert.

Heute ist die Insel Olib weit abseits vom Schuss. Es gibt nur ein Lokal, jeder Besucher wird von den Pensionisten beäugt, die von ihren Sitzbänken aus das Kommen und Gehen beobachten. Ein Einheimischer hat sich auf Seegraskissen spezialisiert und versucht sie als gesunde Alternative an den Mann und die Frau zu bringen. Es wird auch Olivenöl zum Preis von 10 Euro pro Viertelliter offeriert. Ein stolzer Liter-Preis von 40 Euro.

Stationär und unterwegs

Eine Inselkreuzfahrt hat gegenüber einem herkömmlichen Badeurlaub in einem Club einen wesentlichen Vorteil: Man ist ständig unterwegs, jeden Abend wird woanders Station gemacht. Täglich ändert sich die Kulisse, ohne dass man sich gestresst fühlt oder der Erholungseffekt beeinträchtigt wäre. Die Kabine auf dem Schiff ist zwar etwas kleiner als ein Hotelzimmer, aber ausreichend groß. Der Komfort ist gegeben, denn Toilette, Dusche und Waschbecken mit Warmwasser stehen zur Verfügung. Preislich unterscheidet sich eine derartige Fahrt mit 600 bis 900 Euro nur wenig von einem traditionellen Badeurlaub. Das Essen auf dem Mitteldeck ist gut, die Meeresluft lässt es jedem noch besser schmecken.
Bereits bei der Ankunft in den Ausgangshäfen Rijeka, Zadar oder Trogir wird der Gast rundum versorgt. Ein Mitarbeiter geleitet jene, die mit dem Auto angereist sind, nach dem Umladen des Gepäcks auf das Schiff bis zur Autogarage, wo der Wagen bis zur Rückkehr sicher aufbewahrt ist. Jenen, die bereits am Vortag angekommen sind, werden günstige Hotelzimmer angeboten.

Sobald alle Gäste an Bord des Motorseglers sind, legt er ab und mit der Meeresbrise steigen die Urlaubsgefühle. Das Boot fährt aus dem Hafen, die Stadt wird von Minute zu Minute kleiner, das Blickfeld weitet sich. Und nach zwei, drei Stunden Fahrt wird zum ersten Mal in einer Bucht geankert. Die Gäste tauchen ab ins Wasser, der Urlaub hat Körper, Geist und Seele erreicht.

Info

Anreise Die einfachste Anreise ist mit dem Auto. Kroatien ist näher, als man denkt. Von Wien bis zum Hafen Rijeka dauert die Autofahrt rund fünf Stunden. Mautpickerl nicht vergessen! Man kann auch mit dem Bus oder mit dem Flugzeug anreisen. Flughäfen gibt es in Rijeka, in Zadar und in Split.

Währung Kroatien ist zwar EU-Mitglied, aber noch nicht im Euro-Raum. Die Landeswährung ist der Kuna. Ein Euro sind rund 7,5 Kuna. Auf den Booten kann man auch in Euro bezahlen.

Essen & Trinken Die Küche Istriens und der Kvarner Bucht ist vielfältig. Während es im Hinterland mit Fleisch und Faschiertem eher deftig zugeht, kommt an der Küste frischer Fisch auf den Tisch. In allen Variationen. Eines der beliebtesten Gemüse ist der Mangold, der mit seinem kräftigen Geschmack gut zu Sardinen passt. Kroatien besitzt eine lange Weinbautradition. Die meistgetrunkene Sorte ist der Malvazija istarska, eine weiße Rebsorte.

Schiffe Das Angebot ist vielfältig: Der Standard sind hölzerne Motorsegler. Weiters gibt es Boote der Comfort-Klasse, Comfort Plus, Premium oder Deluxe wie My Vita.

Angebot Der 132-seitige Katalog „Kreuzfahrten zwischen 1000 Inseln“ informiert über alle Schiffe und Touren.
Es gibt spezielle Angebote für die Familien in den Pfingst- und Sommerferien.
– Buchung und Katalog-Anforderung bei I.D. Riva Tours, Neuhauserstr. 27, D-80331 München.
Tel. 0049/89/231 10 00 oder Tel. 0049/720/902 323;
info@idriva.at; www.idriva.at

Auskunft Kroatische Zentrale für Tourismus in Wien, Tel. 01/ 585 38 84, www.kroatien.at

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