Reise
05.12.2011

Griechenland - Abseits der Klischees

Santorin ist die bekannteste Insel der Kykladen. Leichter lässt sich das urige Griechenland auf den Nachbarinseln Folegandros und Milos finden: Traumstrände, verschwiegene Dörfer und bizarre Felsformationen.

Die Vulkaninsel Santorin mit den weißen Häusern, blauen Kirchenkuppeln und den schwarzen Stränden liefert die Klischee-Bilder für unzählige Griechenland-Bücher. Aber es lohnt sich auch ein Abstecher zu den unbekannteren Nachbarinseln Folegandros und Milos. Dort ist der Tourismus noch nicht so ausgeprägt, und Hellas zeigt sich mit feinen Stränden, bizarren Felsformationen und idyllischen Orten noch von seiner urigen Seite. Die Kykladen eignen sich generell zum Inselhüpfen. Sie liegen weniger als eine Fährschiff-Stunde voneinander entfernt.

Kleinod Folegandros

Vom Schattenplatzerl sind es noch geschätzte drei, aber gefühlte zehn Meter ins Wasser. Über dunklen Kies, der in die Flip-Flops quillt. Heiß, heiß, heiß!

Also rennen. Die brennenden Füße haben es aber gleich wieder gut: Das Meer ist "wie mit Weichspüler gespült", wie Mitreisende C. beschreibt. Recht hat sie. Es ist geradezu flauschig weich, hat eine Farbmischung aus Azur und Türkis, ist angenehm kühl. Darüber blitzblauer Himmel ohne Wölkchen wie aus dem Prospekt.

Folegandros ist ein winziges Eiland mit 600 Einwohnern, zwölf Kilometer lang, vier Kilometer breit. Nur per Fähre von Santorin oder Milos zu erreichen.

Wenn in Österreich der Büroalltag beginnt, wacht Folegandros erst einmal gemächlich auf. Die Luft ist klar und trocken, Katzen folgen den wenigen Spaziergängern wie Hündchen durch die schmalen Gassen. Hoch über Chora, der Inselhauptstadt, steht Panagia, eine weiß gekalkte Kirche, die auf den Ruinen eines antiken Tempels erbaut worden sein soll. In Serpentinen geht es eine Straße hinauf, die nur zum Teil gepflastert ist. Ein Häusermeer aus eng aneinandergeschmiegten kleinen Gebäuden breitet sich neben der Steilküste aus, die fast senkrecht nach unten abfällt.

Im Hafen von Karavostasis wartet schon unser Schiff. Eine Tagestour rund um die 32 Quadratkilometer kleine Insel steht auf dem Programm: Die meisten Strände sind nur auf dem Wasserweg zu erreichen.

Nach vielleicht 20 Minuten drosselt der Skipper den Motor. Sachte lenkt er das Schiff in eine kleine, stille, abgeschiedene Bucht. Ein perfekter Badetag mit "Buchten-Hüpfen" ist angesagt. Bis zu eineinhalb Stunden bleiben wir an einem Strand, ehe der Skipper uns das nächste Badeparadies zeigt. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt - mit Mittagessen und Getränken an Bord.

Später am Abend zeigt sich das beschauliche Chora von seiner lebendigen Seite: Gegen 22 Uhr füllen sich die Tische in den Lokalen am Hauptplatz. Vor der Taverne "Kritikos", der besten auf Folegandros, wird gegrillt, der Wirt schenkt Ouzo aus. Ein riesiger Pfefferbaum wächst beinahe ins Lokal. "So haben wir immer frischen Pfeffer - mit ein Grund für unser besonders feines Essen", schmunzelt der Chef.

Bilderbuchinsel Santorin

Von Folegandros geht es per Fähre nach Santorin mit den berühmten schwarzen Lavastränden. Die beliebtesten sind Kamari, Perissa und Armeni. Doch das wahre touristische Highlight ist die
Bucht bei Oia. Esel bringen die Touristen in den Ort, die den gepflasterten Weg nicht selbst gehen wollen. Die weißen Häuser wirken wie in den Fels gemeißelt. Jeden Abend versammeln sich Hunderte Touristen am höchsten Punkt des Bilderbuch-Ortes, um dem angeblich schönsten Sonnenuntergang Griechenlands zu applaudieren. Wer ihn von einem der Lokale aus bewundern will, muss rechtzeitig reservieren. Besonders empfehlenswert ist "Franco's Bar", die zu einer der "zehn besten Bars der Welt" gekürt wurde. Sensationell: Oliven im Bierteig.

Von Santorin aus sollte man sich auch einen Bootsausflug zu den unbewohnten vulkanischen Mini-Inseln gönnen. Dabei erlebt man, wie der Vulkan noch brodelt und raucht, und man badet in einer Bucht mit warmem Schwefelwasser.

Bizarres Milos

Wir hüpfen weiter zur nächsten Insel: Milos ist vor allem wegen einer antiken Dame bekannt. Hier fand 1820 ein Bauer die gleichnamige Venus, eine Statue ohne Arme, die heute im Louvre in Paris zu bestaunen ist. Im Museum von Plaka gibt's eine Kopie zu sehen.

Ein originales Highlight auf Milos ist der der Sarakinikos-Strand mit seinen bizarren, meterhohen Sandformationen. Eine Mondlandschaft aus weißem Bimsstein. Ein interessantes Ausflugsziel abseits von Strand und Meer sind die Katakomben bei Tripiti: Bereits im ersten Jahrhundert bestatteten hier Christen ihre Toten. Beliebtes Fotomotiv sind auch die Fischerhäuser in Klima oder Mandrakia mit ihren bunten "Bootsgaragen".

Info

Flug Lauda Air fliegt bis 19. September jeden Montag ab Wien, Linz und Salzburg nach Santorin.
Oneway-Ticket ab 159 Euro. www.laudaair.com

Hotel-Tipps:
- Santorin: 4*-Hotel Villas Pantheon, 3 Kilometer von Fira und zehn Autominuten von Oia entfernt. 16 Appartements (maximal 6 Personen) mit Küche, Balkon oder Terrasse und Süßwasserpool, fünf haben eigenen Pool. www.pantheon-villas.gr
- Folegandros: 4*-Chora Resort & Hotel Spa im Zentrum von Chora, dennoch ruhig. 24 Zimmer mit Terrassen, Pool. Perfekter Blick auf die Bergkirche Panagia. www.choraresort.com
- Milos: 4*-Kapetan Tasos Suites im Dorf Pollonia. Klein & fein in Strandnähe. www.kapetantasos.gr


Pauschal

Der Klagenfurter Veranstalter Springer Reisen bietet Hotel-Arrangements mit Flug, Ausflüge sowie Inselhüpfen an. Beispiele:
- Santorin/Villas Pantheon: Eine Woche mit Flug und Frühstück im Doppelzimmer-Studio ab 1135 Euro pro Person, Kinder unter zwölf Jahre ab 526 Euro.
- Folegandros/Chora Resort: Eine Woche mit Flug, Transfers und Frühstück im Superior-Doppelzimmer ab 1019 Euro pro Person. Kinder unter fünf Jahre ab 550 Euro.
- Milos/Kapetan Tasos Suites: Eine Woche inklusive Flug und Transfers im Minisuite-Doppelzimmer ab 965 Euro pro Person. Kinder unter zehn Jahre ab 559 Euro.

Ausflüge
- Santorin: Sonnenuntergang-Bootstour mit Abendessen, 38 Euro.
- Folegandros: Bootstour mit Mittagessen 29 Euro.
- Milos: Bootstour um die Insel, 30 Euro. Motor-/Segelboot-Tour mit Mittagessen, 70 Euro.
- Bustour nach Tripiti (Fundort der Venus von Milos) 30 Euro.

Info & Buchung:
Tel.: 0463/ 38 70-777,
www.springerreisen.at

Allgemeine Auskünfte Griechische Zentrale für Fremdenverkehr in Wien,
Tel.: 01/512 53 17-0, email: grect@vienna.at
www.visitgreece.gr