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Schweden
12/01/2013

God Jul! Advent in Stockholm

Wenn die Tage so kurz werden, dass sie fast nur noch aus Nacht bestehen, hat der Glögg Hochsaison.

Auch wenn der Weihnachtsmann am Nordpol beheimatet sein soll: Die Schweden müssen die Adventzeit erfunden haben. An kaum einem anderen Ort wird so reduziert, aber geschmackvoll geschmückt und gefeiert. Die Schweden verzichten auf blinkende Farbenspiele, stattdessen stellen sie in jedes Fenster einen schlichten Lichterbogen und dekorieren mit Naturmaterialien und den Farben Rot, Weiß und Grün. Die Hauptstadt eignet sich besonders gut für einen Streifzug durch die Vorweihnachtszeit. Die Altstadt bildet mit ihrem klassischen Weihnachtsmarkt, kuscheligen Cafés und verwinkelten Gassen den Kern der Winterkulisse wie aus dem Bilderbuch. Authentizität und Abwechslung versprechen auch die anderen Märkte, die je nach Lage unterschiedliche Highlights bieten.

Lussekatt

Auf Djurgården, im ehemaligen königlichen Jagdrevier, liegen zwei ganz unterschiedliche Adressen. So zieht in Skansen, dem Freilichtmuseum mit Tierpark, im Dezember großzügige Adventstimmung ein. Am 22. Dezember wird die Wintersonnenwende mit einem umfassenden Programm gefeiert. Mit einer „Lussekatt“, einem speziellen Safran-Hefegebäck, in der Hand kurz bei Elchen und Rentieren vorbei- oder den Eis-Schnitzern beim Erschaffen imposanter Skulpturen zuschauen – das erlebt man nicht überall.

Weniger spektakulär ist der Markt in Rosendals Garten inmitten der Insel: In Stockholms kreativer Bio-Oase werden Leckereien, Weihnachtsdeko und Keramik von Künstlern angeboten. Nur über den Seeweg hingegen erreicht man den kulinarisch ausgerichteten Markt der Insel Utö im wild-romantischen Schärengarten: Geräucherter Fisch und selbst gebackenes Brot sorgen auch bei steifer Brise für rustikale Stärkung.

Doch wohin man auch geht, wird immer wieder eine Spezialität auftauchen. Mandeln und Rosinen gehören hinein, sonst ist sie nicht echt. Die Rede ist vom Glögg, dem schwedischen Glühwein. Wenn die Tage so kurz werden, dass sie fast nur noch aus Nacht bestehen, hat er Hochkonjunktur. Ob stark, leicht oder nicht-alkoholisch: Das Getränk zählt für die meisten Schweden zu den Advent-Highlights. Auch in Sachen Essen zeichnet das Land eine Weihnachtstradition aus, in der das Julbord seinen Platz hat: Zu den Bestandteilen dieses Buffets gehören gekochter Schinken, Fleischbällchen, Hering, Würstchen und das Kartoffelgratin mit dem verheißungsvollen Namen „Janssons Versuchung“. Obwohl im privaten Kreis erst am Heiligabend aufgetischt wird, bieten Restaurants das Buffet schon im Advent an.

Lux Dag för Dag

Eine Adresse abseits der durchaus charmanten, aber oft überteuerten Dinnercruises und Altstadt-Lokale ist etwa das neu eröffnete RestaurantLux Dag för Dag“ auf der Insel Lilla Essingen: In einem Industriegebäude kocht ein junges Team mit saisonalen Produkten und serviert neben den hochwertigen Menüs auch die Weihnachtsspezialitäten. Trotz Michelin-Stern sind die Preise für schwedische Verhältnisse moderat.

So präsent die Tradition auch ist: In Schweden wird sie gekonnt mit Innovationen verschmolzen. So laden etwa von Designschulen initiierte Weihnachtsmärkte am ersten und dritten Adventwochenende zum Stöbern zwischen besonderen Stücken ein. Ob mit Königsporträt oder Rentiergeweih: Was den Studenten und Absolventen einfällt, trägt immer auch ein Augenzwinkern.

Nordic Sea Hotel in Bahnhofsnähe, puristisches Design. Im Gebäude befindet sich auch die berühmte Eisbar, wo Frühstück auf Eis serviert wird und abends Wodka-Cocktails fließen. www.nordicseahotel.se

Clarion Hotel Sign: Zum Spa- Bereich gehört ein beheizter Pool auf dem Dach mit super Blick über die Stadt. www.clarionsign.com

– Für das kleine Budget eignet sich das Hostel Old Town in der Altstadt. www.oldtownhostel-stockholm.com

Der Hype um die neue nordische Küche ist spürbar, junge Küchenchefs überraschen mit kreativem Know-how. Etwa im Lux Dag för Dag, das nicht nur für das Julbord einen Abstecher wert ist. www.luxdagfordag.se

Lunch-Tipp: Um etwa 15 Euro unbegrenzt zulangen kann man im Fazer auf Kungsholmen (Salat-Sortiment, zwei warme Gerichte, Dessert). www.fazer.se

Wer nur einen Markt schafft, sollte unbedingt in Skansen die Kombination aus Gemütlichkeit und Nähe zur Natur genießen. (www.skansen.se) Auch der Weg durch die verwinkelten Altstadtgassen hin zum Stortorget lohnt sich, schließlich wartet hier ein überschaubarer Markt umgeben von reizenden Cafés (Kaffekoppen) und dem Nobelmuseum, wo man sich aufwärmen kann. Durch die Nähe zu Bahnhof, Theater und der Shopping-Straße Drottninggatan überzeugt der Kungsträdgården.

– Im NK („Nordiska Kompaniet“, Hamngatan 18-20) sind internationale Top-Marken vertreten. Um Weihnachten werden literarische Motive in Szene gesetzt.

– Kreative Shoppingmeile: Die Götgatan verläuft durch ganz Södermalm und beherbergt schwedische Marken wie Filippa K. und 10 Swedish Designers.

Für ein langes Wochenende eignet sich das 72-Stunden-Ticket für Busse und Bahnen. Wer ein zentral gelegenes Hotel wählt, kann die meisten Wege allerdings auch zu Fuß gehen. Die Bootsfahrten sind im Winter reduziert, ein Ausflug nach Utö kostet etwa 18 €. Wer mehr Inseln kennenlernen will – der Island-Hopper-Pass für 5 Tage kostet ca. 50 €. visitskargarden.se

www.visitsweden.com

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