Reise
14.12.2017

Ein Natur-Juwel umgeben von Traumstränden

Die Dominikansiche Republik hat jede Menge Überraschungen parat: endlose Palmenstrände, türkisblau funkelndes Meer, aber auch natürliche Aquarien, bizarre Inselformationen, Naturparks und fröhliche Menschen.

25 Minuten noch", ruft uns Pedro zu, während wir in Gummistiefeln über den matschigen Pfad im Nationalpark auf der Halbinsel Samaná im Norden der Dominikanischen Republik stapfen. "25 dominikanische Minuten", fügt er lachend hinzu. Die Dominikaner nehmen es mit der Zeit nicht so genau. Und da sind wir schon beim Ersten, das Urlauber genießen sollten: Spontanität und Lebensfreude spielen für die Einheimischen eine viel größere Rolle als Pünktlichkeit und Exaktheit – ein Lebensgefühl, das die meisten nach wenigen Tagen auf der Insel aber ohnehin mitreißt.

Und tatsächlich stapfen wir länger als 25 Minuten durch den sattgrünen Wald. Wie lange genau, weiß niemand in der Gruppe. Keiner schaut auf die Uhr, als wir an unserem Ziel angelangt sind: Der Wasserfall " El Limon" entlockt allen ein staunendes "Wow". Über eine 50 Meter hohe senkrechte Felswand stürzt das Wasser in ein natürliches Becken, das ein erfrischendes Bad im feuchtheißen Tropenwald erwarten lässt. Die Dominikaner haben sich darauf eingestellt und sogar kleine hölzerne Umkleidekabinen aufgestellt. Eine wirkliche Abkühlung ist es zwar nicht. Dafür ist das Wasser zu warm, aber es macht Spaß.

Wie aus der Urzeit

Die Dominikaner sorgen übrigens bestens dafür, dass der Nationalpark auch geschützt bleibt. Touristen dürfen nur in geführten Touren zum Wasserfall wandern, Gummistiefel gibt es zum Ausborgen. Alternativ wird auch angeboten, den Weg durch die üppige Vegetation zu Pferd zurückzulegen.

Die Halbinsel Samaná ist eine der jüngsten Entdeckungen der internationalen Touristiker auf der Dominikanischen Republik. Sie ist wohl auch die abwechslungsreichste Gegend des Inselstaats. Schon am nächsten Tag entführt uns der Guide ins nächste Paradies: den Nationalpark Los Haitises, den Lonely Planet erst kürzlich zum besten Reiseziel der Welt für 2018 gewählt hat. Los Haitises – ein Wort aus der Sprache der Ureinwohner, das so viel wie "Erhebung" bedeutet – umfasst unzählige kleine Inseln außerhalb der Bucht von Samaná – zerklüftet, mit Steilküsten zum Meer und tiefgrünen Wäldern, die aussehen als hätten die Inselchen grüne Hauben auf. "Ein Ökosystem wie aus der Urzeit", nennt es Lonely Planet.

Mit dem Boot, das im kleinen Hafen der Hauptstadt der Region Samaná, Santa Barbara, gestartet ist, fahren wir durch die schmalen Kanäle zwischen den unbewohnten Inseln und bestaunen die Vogelwelt. 110 unterschiedliche Vogelarten soll es hier geben – von Pelikanen, Truthahngeiern bis zu Fregattvögel. Das sagt unser Führer, der, wie die meisten Dominikaner, die im Tourismus arbeiten, bestens Deutsch spricht.

Präkolumbianische Funde

Auf einer der größeren der Inselchen legen wir an. Im Kalksteinfels ist hier über die Jahrtausende eine Höhle entstanden. Eine der größten, die Boca del Diablo, durchwandern wir. Stolz zeigt uns der Guide präkolumbianische Malereien an den Wänden – die einzigen, die in der Dominikanischen Republik gefunden wurden. Die von den Spaniern zur Gänze ausgerotteten Ureinwohner Taino sollen die Zeichnungen hinterlassen haben. Wie viel davon wirklich echt ist, ist schwer zu sagen. Denn dominikanische Fischer hatten sich vor Jahren wohl einen Spaß daraus gemacht, einiges dazu zu malen. Eindrucksvoll sind die Höhlen mit den beachtliche Stalaktiten und Stalagmiten trotzdem.

Eine der Höhlen, die Cueva de la Linea, zeugt von der jüngeren Geschichte: Die Amerikaner hatten eine Bahnlinie vom Inneren des Landes quer durch die Insel-Zone Los Haitises zum Hafen in Santa Barbara gebaut. Wertvolle Bodenschätze wurden so transportiert.

Zurück im Hafenstädtchen Santa Barbara lohnt sich ein Abstecher zum lokalen Markt. Dort tauchen wir ein in den Alltag der Einheimischen: Die Bauern verkaufen Gemüse und prächtige tropische Früchte an den Ständen und Fischer bieten ihren Fang feil. Es wird gehandelt, gescherzt, geplaudert. Der Markt ist der tägliche Treffpunkt und Lebensbasis für viele Einheimische. Landwirtschaft prägt die Dominikanische Republik, Tourismus ist ein vergleichsweiser junger, aber stark wachsender Wirtschaftszweig.

Schnorcheln und Tauchen

Von der Ferienanlage Grand Paradise in Las Galeras, an der Spitze der Halbinsel Samaná, steht der dritte spektakuläre Ausflug an. Eine Schnorchel- oder auch Tauchtour in ein "natürliches Aquarium". Die Unterwasserwelt und die Korallenlandschaften bieten alles, was das Taucherherz begehrt.

Wer die Region Samaná in den Wintermonaten besucht, kann Buckelwale in der Bucht beobachten. Die bis zu 15 Meter langen und bis zu 40 Tonnen schweren Meeressäuger kommen alljährlich in die Bucht, um ihre Jungen auf die Welt zu bringen. Die flachen Gewässer vor der Küste von Samaná bieten den Walen Schutz vor Hai-Angriffen. Bei den Whale-Watching-Touren sollen mitunter bis zu 200 Tiere zu sehen sein. Das staatliche Tourist Board sorgt auch dafür, dass diese Wal-Beobachtungen tier- und umweltverträglich ablaufen. Experten begleiten die Touren, übernehmen das Fotografieren und registrieren die gesichteten Wale. Gelingt das auf Dauer, sollte der wachsende Tourismus mit den natürlichen Schätzen des Landes vereinbar sein.

Info

Anreise Die Fluglinie Condor hat seit Anfang November einen Direktflug von Frankfurt nach Samaná aufgenommen. Zubringerflüge auch von den Bundesländern, jeweils Samstag

www.condor.com

Das Land Die Dominikanische Republik nimmt zwei Drittel der Insel Hispaniola ein, ein Drittel ist Haiti. Die rund zehn Millionen Einwohner sind großteils Schwarze. Die Landessprache ist Spanisch.

Beste ReisezeitDas Klima in der Dominikanischen Republik ist im Norden eher tropisch, im Süden trocken. Optimale Reisezeit für den Norden sowie für den Süden ist November bis April.

Währung Landeswährung der Dominikanische Peso (DOP), 1 Euro = 57 Peso

Tipps Das Hotel organisiert Ausflüge in den Nationalpark, Tauch- und Schnorcheltouren sowie Bootfahrten durch die Inselgruppe Los Haitises. Auch Besichtigungen von Zigarrenfabriken und landwirtschaftlichen Kooperativen sind möglich. Von Individualreisen mit Leihautos wird abgeraten.

Angebot ITS Billa Reisen und Jahn Reisen Austria bieten Flug und Unterkunft in der All-inclusive-Anlage Grand Paradise in Las Galeras, Samaná, ab 2380 € p. P./ Woche an. www.billareisen.at

Auskunft www.godominicanrepublic.com