Reise
31.08.2017

Ein Königreich für 250 Dollar am Tag

Touristensteuer. Bhutan interpretiert All-inclusive anders. Genauso wie den Begriff "Nichtraucher"-Land.

Tourismus ist noch ein neues Phänomen in Bhutan. Im Vorjahr zählte das Land knapp 210.000 Touristen, um 35 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: Die Hoteliers der etwa gleich großen Schweiz kamen allein im Halbjahr auf 17,6 Millionen Gästenächtigungen. Das heißt nicht, dass Bhutan nichts zu bieten hat, sondern nur, dass es bisher zu wenige Hotels gab. Das ändert sich rapide – in allen Preisklassen.

In Paro betreibt etwa Le Meridien ein idyllisch am Fluss gelegenes Hotel mit Wellnessanlage, in der Hauptstadt Thimphu ein Luxushotel in bester Lage. Empfehlenswert auch das Taj Tashi in Thimphu, in dem auch schon die britischen Royals Kate und William oder die schwedische Königin abgestiegen sind. Luxus-Bleiben gibt es auch abseits der Städte, etwa das Dhensa-Resort in Punakha.

Wohnen im Bauernhaus

Man kann auch einfacher und authentischer nächtigen. Bauernfamilien vermieten neuerdings einfache Zimmer (keine Dusche, kein WC), wie Frau Pema Dema im Haa-Tal. Die fröhliche Hausherrin tischt Nationalgerichte wie Momos oder Ema Datse (gedünstete Chilischoten in Yakkäsesauce) auf und bringt Gästen gerne bei, wie sie diese zubereitet. Gegessen wird am Fußboden. Dass der Nationalschnaps Ara verkostet wird, ist Ehrensache.

Touristen zahlen im "glücklichsten Land der Welt" eine Touristensteuer von rund 250 Dollar pro Tag, bekommen dafür aber alles von der Unterkunft bis zur Transport-Begleitung durch einen Guide geboten. Das Königshaus setzt auf sanften Tourismus. Der alte König hat in einem Interview gesagt, dass es ihm am allerwichtigsten ist, dass seine Landsleute glücklich sind. Das war die Geburtsstunde des Bruttosozialglücks, für das Bhutan bekannt geworden ist.

Für alle Raucher, die um den vermeintlichen "Nichtraucherstaat" Bhutan einen Bogen gemacht haben, gibt es Entwarnung: Im religiösen Land dürfen zwar offiziell keine Zigaretten verkauft werden, rauchen ist aber nicht verboten. In den meisten Hotels stehen Aschenbecher am Balkon bereit.

Bhutan

Anreise

z. B. mit Air India von Wien nach Delhi, von dort spektakulärer Flug mit der Drukair – Royal Bhutan Airlines über die Berge nach Paro.

Visum/Einreise

Alle Reisen müssen über ein autorisiertes Reisebüro organisiert werden, das sich auch ums Visum kümmert. Pro Besuchs- tag sind je nach Saison 200 bis 250 Dollar Touristentaxe fällig, darin enthalten: Unterkunft auf 3*-Niveau (Aufzahlung für Luxus möglich), Verpflegung, Transport, Begleitung durch Guide, alle Eintritte.

Währung

1 Euro = 75 Ngultrum, am besten Euro oder Dollar vor Ort wechseln, ein Essen im Restaurant kostet 100 bis 150 Ngultrum.

Beste Reisezeit

März bis Mai oder September und Oktober.

Übernachten

z. B. im Le Meridien, Riverfront (in Paro), Le Meridien (Thimphu), Taj Tashi (Thimphu), Dhensa Resorts, (Punakha), Bauernhaus im Haa-Tal

Buchung

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