Reise
30.10.2017

Städtetrip nach Hongkong, Macau und Bangkok

Die ehemals britische Kronkolonie wirkt nur auf den ersten Blick nobel zurückhaltend. Das liegt nicht allein am benachbarten Spielerparadies Macau.

Zwei Städte mit klingenden Namen in sechs Tagen. Das verspricht reichlich Abwechslung: Erst Bangkok, dann Hongkong. Eine Journalistengruppe machte sich noch im Sommer auf, um Neuigkeiten für ihre Leser auszukundschaften, die mehrheitlich im Winter Asien erkunden. Eines gleich vorweg: Beide Städte sind nicht nur dann eine Reise wert, wenn wie dieser Tage bei uns Nebel und Nässe einfallen.

Grenzenloses Vergnügen soweit das Auge reicht und überbordende Gastfreundschaft, diese zwei Gesichter Asiens, die viele aus Thailand kennen, erwarten uns nach unserer Ankunft in Hongkong. Die ehemals britische Kronkolonie wirkt auf den ersten Blick gesetzter als Bangkok.

An Superlativen kann sie es mit der thailändischen Hauptstadt spielend aufnehmen. Angeflogen wird die Stadt nicht mehr im nervenaufreibenden Tiefflug über die Hochhäuser, sondern über einen Airport abseits der Wolkenkratzer, dessen Gelände künstlich neu aufgeschüttet wurde. 1200 Flugzeuge werden hier pro Tag abgefertigt.

47.000 Menschen sind hier beschäftigt. Viele der aus Festland-China Anreisenden zieht es weiter ins Las Vegas Asiens, nach Macau. Mit dem Schnellboot sind es von Hongkong aus noch 60 Minuten. Ab kommendem Jahr dürfte es noch schneller gehen. Dann ist eine 55 km (!) quer übers Meer gebaute Brücke befahrbar.

Kunst im Spielerparadies

Mit 40 Casinos und 1,14 Milliarden Dollar Umsatz ist Macau sechs Mal größer als Las Vegas. Angesichts der Gondolieri im "The Venetien", die Touristen durch künstliche Indoor-Kanäle schippern, und dem 24-Stunden-Betrieb in den Hotel-Casinos wähnt man sich bald wie in den USA. Unerwartet und daher umso beeindruckender die Begegnung mit dem alten Macau.

Im 16. Jahrhundert als portugiesische Überseeprovinz gegründet, wurde Macau Europas ältester Vorposten im Fernen Osten. Davon zeugen bis heute Prachtbauten, aber auch Ruinen wie das Tor zur Kathedrale Sao Paulo, ein Wahrzeichen Macaus, das als monumentales Architektur-Skelett über der Altstadt thront.

Auch Hongkong präsentiert sich als eine Stadt der faszinierenden Gegensätze. Seit kurzem steht hier das mit 695 Zimmern weltweitgrößte Pentahotel, das auch für schmälere Brieftaschen guten Komfort und young-urban-style bietet.

Wer einmal fein essen gehen will, sollte sich das Restaurant "Felix" im Peninsula gönnen. Das direkt am Wasser gelegene Luxus-Hotel bietet nicht nur einen fantastischen Blick auf die Skyline von Hongkong und die tägliche abendliche Lasershow.

Der malerische alte Hafen Aberdeen ist eine Rundfahrt wert. Mitten im Wald aus Wolkenkratzern leben noch dreitausend Fischer auf ihren Hausbooten. Auf dem Vogelmarkt werden lebende Heuschrecken im Netz als Futter verkauft. Ein paar Straßen weiter verführt einer der ausladendsten Blumenmärkte Asiens Augen und Nase.

Hongkong-Handeltricks

Ist Hongkong noch wie einst ein Einkaufsparadies? Auskenner vor Ort sagen: Handeln lohnt sich bei Uhren. Man notiert auf der Visitenkarte des Geschäftes den angebotenen Preis und geht damit zum nächsten – bis nichts mehr runtergeht. Ohne langes Feilschen um 20 bis 50 Prozent günstiger angeboten werden Objektive für Fotokameras.

Alles in allem muss Hongkong trotz der Enge, die der Stadt Wolkenkratzer dicht an dicht aufzwang, der Gesundheit zuträglich sein. Selbst die Männer, die überall auf der Welt früher sterben als die Frauen, werden hier im Durchschnitt 81 Jahre alt. Und das, obwohl in Hongkong asiatische und nicht europäische Standards die Regel sind: 12 Stunden Arbeit täglich von Montag bis Freitag, 15 Tage Urlaub und zwei Monate Mutterschaftsurlaub.

Megacity mit Charme

Zehn bis 15 Millionen gibt Thailands Hauptstadt als aktuelle Einwohner-Zahl an. Es gibt keine Meldepflicht, daher wird so locker mit den Menschen-Millionen herumjongliert. Sicher ist: In Bangkok sind 8 Millionen Autos gemeldet. Wer schnell weiterkommen will, nimmt eines der wendigen Tuk-Tuks, die U-Bahn oder den Skytrain.

Oder – noch besser und garantiert beschaulicher – er bewegt sich per Boot die Lebensadern Bangkoks entlang, die Klongs. Mehr als 1100 dieser Kanäle durchziehen Bangkok.

Gespeist werden sie vom Fluss Chao Praya, der die Millionen-Metropole in zwei Hälfen teilt. Wer entlang der Klongs dahintuckert, sieht kein einziges Hochhaus, sondern wähnt sich angesichts der Hütten entlang der Kanäle in einem Dorf.

50 km sind es in den Süden bis zum Meer, 300 km führt der Chao Praya in den Norden hinauf. Nur 60 km sind es bis zum Sommerpalast von König Rama V., der von 50 Gärtnern sichtlich auf Schuss gehalten wird. Die Architektur der Paläste und Tempel mutet mitten in Asien sehr europäisch inspiriert an. Vor dem verglasten Königschlafzimmern herrscht aber auch, ein Jahrhundert nach dem Tod des Herrschers, noch strengstes Fotoverbot.

Faszinosum Rooftop-Bars

Kulinarisch kommt in Bangkok jede Brieftasche auf ihre Kosten. Eine frisch zubereitete und schmackhafte Nudelsuppe gibt es für 50 Bat (1,20€) in einer der hunderten Garküchen am Straßenrand. Wer ganz hoch hinauf will, kann in einem Rooftop-Restaurant auch schon 500 Euro für ein einziges Abendessen zu zweit hinblättern.

Rooftop-Bars & Restaurants sind der Renner in der Stadt. Sie bieten nicht nur atemberaubende Blicke. Im Sommer lässt es sich hier auch für längere Zeit angenehm im Freien aushalten.

Pralles Bangkok-Feeling bietet am Abend Chinatown, wo sich eine Garküche an die andere reiht. Autos kommen kaum durch, die Straße gehört den Essern und Flaneuren. Von Dim Sum zu 40 Bat (= 1 Euro) für zwei Stück über Seafood bis frittierte Heuschrecken ist alles wohlfeil zu haben. Wer shoppen will, kommt auch hier fast rund um die Uhr auf seine Kosten. Kaufhäuser halten sieben Tage die Woche bis 22 Uhr, 7-Eleven-Läden für Lebensmittel 24 Stunden offen.

Bangkok und Hongkong im Schnelldurchgang – ein Vergleich? Der Unterschied der Lebenskulturen lässt sich am besten über zwei höchst unterschiedliche Menschen erzählen.

Unser Hongkong-Reiseführer Vincent Chai ist freundlichst und emsigst bemüht, aber verschwendet kein Wort zu viel.

In Bangkok erwartet uns Tob, immer mit einem breiten Lächeln und einer humorvollen Geschichte auf den Lippen.

Beide Lebenskulturen haben ihre Reize – take your choice.

Info

Anreise Direktflüge von Wien nach Bangkok und von Wien nach Hongkong (ab 699 €) mit Austrian Airlines. Flüge ab/bis Bundesländer möglich. www.austrian.com

Währungen Thailand: 1 € = 39 THB (Thai Baht)
Hongkong:1 € = 9,2 HKD (Hongkong Dollar)

Beste Reisezeit In Bangkok ist das Klima ganzjährig ziemlich gleichbleibend. Temperaturen zwischen 32 bis 34°C. Die Hauptregenphase zwischen April und November regnet es, aber im Normalfall selten ganz lange und über viele Tage.
In Hongkong ist das Wetter von Dezember bis April sehr stabil und die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch. Ab April und bis Oktober kann es immer wieder heftig regnen. Im August und auch noch im September muss in Hongkong mit Taifunen gerechnet werden.

Hotels Bangkok: 5* The Landmark Bangkok, 1 Nacht im DZ/Premium mit Frühstück, ohne Flug ab 56 € pro Person.
Hongkong: Pentahotel Hong Kong in Kowloon/Hongkong, 1 Nacht im DZ/Penta mit Frühstück, ohne Flug ab 56 € pro Person.
Macau: 5* Sofitel Macau at Ponte 16, 1 Nacht im DZ/Superior City View mit Frühstück, ohne Flug ab 99 € pro Person.
www.dertour.at

Pauschalangebote Thailand inkl. Nonstop-Flug, 2 Nächte im DZ/Deluxe im The Peninsula Bangkok 5* plus, in Bangkok; 2 Nächte im DZ/Deluxe und 5 Nächte im DZ mit Frühstück in einem 5*-Hotel im Badeort Hua Hin (Sheraton Hua Hin Resort & Spa), inkl. Flug mit Austrian ab/bis Wien ab1316 € pro Person. www.meiers-weltreisen.de


Auskunft www.discoverhongkong.com, Thailändisches Fremdenverkehrsamt: Tel. 01/ 585 36 31 39,
thailand.austria@aviareps.com. www.tourismusthailand.at