Reise 06.03.2018

Die coolste Winterlocation Österreichs

Kühtai gerber hotels © Bild: Gerber Hotels/Andre Schoenherr

Der höchstgelegene Wintersportort Österreichs lockt mit unvorstellbaren Schneemassen und der Hotel-Neuheit Mooshaus zu genussvollem Sonnenskilauf bis Mitte April.

Dichte Dampfschwaden wabern, reißen bei Wind plötzlich auf und geben den Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel und die winterliche Bergwelt frei. Die Warnleuchte der Pistenraupe steuert gelbe Lichtreflexe in die unwirkliche Szenerie bei. Der Körper hat es wohlig warm: 36 Grad; der Kopf hingegen ein wenig kühl: minus 10 Grad.

Wir genießen die coolste – wenn auch zugegebenermaßen verrückteste – Location, die Österreichs Skiresorts derzeit zu bieten haben: Den 100 Meter langen Endless Sky Infinity-Pool des Hotels Mooshaus im Tiroler Kühtai auf 2020 Meter Seehöhe.

Kühtai gerber Hotels © Bild: Gerber Hotels/Andre Schoenherr

Die Dimensionen dieses Outdoor-Schwimmbeckens sind europa-, wenn nicht gar weltweit, unerreicht: Die Wasserbahn verläuft am Dach des neuen Mooshaus-Zubaus, rundum über alle vier Seitenlängen: 35 plus 15 plus 35 plus 15 Meter. Macht genau 100 Meter. Hier kann man also im (viereckigen) Kreis schwimmen – und der randlose Infinity-Pool geht optisch direkt in die Berglandschaft über. Wirkt also tatsächlich endlos.

Höchstgelegener Skiort

Wer die Sinnhaftigkeit eines beheizten Freiluft-Pools auf 2020 Meter Seehöhe im Tiefwinter mit seinem ökologischen Gewissen vereinbaren kann, der erlebt hier den Gipfel der Genüsse – im wahrsten Sinn des Wortes: Kühtai ist der höchstgelegene Wintersportort Österreichs. Wo andere aufhören, fängt es im "Kiahtai" (wie die Einheimischen sagen), erst so richtig an. Dabei ist der Bergort nur 35 Kilometer von Innsbruck entfernt, vom Flughafen oder Bahnhof der Tiroler Landeshauptstadt hierher sind es nur knapp 40 Autominuten.

Kühtai/TVB Innsbruck © Bild: Kühtai/TVB Innsbruck/Daniel Zangerl

Ski in – Ski out ist im Kühtai kein leeres Schlagwort: Wer aus dem Skistall seines Hotels kippt (egal welches), steht mitten auf den Pisten, die insgesamt 80 Kilometer umfassen und viel Platz bieten (vorwiegend leicht und mittelschwer). Wegen seiner Übersichtlichkeit und dank vier Skischulen ist das Skigebiet auch für Familien perfekt. Hier sind die Wege nie lang, um wieder zusammen zu finden. Allerdings liegen die Pisten dem Himmel fast zu nahe: zwischen 2020 und 2520 Meter. Sprich: ausschließlich im hochalpinen Gelände oberhalb der Baumgrenze.

Wenn es hier schneit, dann richtig. Wenn schlechte Sicht herrscht, ist es totaler Blindflug auf Skiern. Mit uns meint es Frau Holle ganz besonders gut: Die weiße Pracht ist so immens, dass die Zufahrtsstraßen gesperrt werden und nur mehr ein Teil der Skilifte in Betrieb genommen werden.

Ein Wintermärchen

Sellrain, Skitour, Wörgetal, Wetterkreuzkogel, Fahrer: Lorenzo Rieg, Lea Hartl © Bild: Kühtai/TVB Innsbruck/Marius Schwager

Als Outdoor-Alternative bietet sich eine Schneeschuh-Wanderung an. Astrid Zauner wartet mit der kompletten Leihausrüstung auf uns. Kurz erklärt die Berg- und Wanderführerin, Ski- und Snowboardlehrerin sowie studierte Biologin die Handhabung der Schneeschuhe – und schon stapfen wir im meterhohen Weiß bergauf Richtung Mittergrat-Hütte. Ohne Schneeteller an den Füßen würden wir hüfttief im Powder versinken. So aber erleben wir eine herrlich stille, unberührte Wintermärchenlandschaft – und eine nicht unbeträchtliche sportliche Challenge. Oben bei der Hütte reißt sogar kurz die Wolkendecke auf, gibt den Blick hinunter auf den Ort frei und lässt ein paar Sonnenstrahlen durch.

Küche vom Feinsten

Kühtai kulinarik © Bild: Gerber Hotel

So schön es hier ist, ein anderes Highlight lockt zurück zum Mooshaus: Das Abendessen im neuen Gourmet-Restaurant "Das Gerbers – Fine Asian Cuisine". Während wir auf den Punkt gebratene Thunfisch-Steaks, Jakobsmuscheln in Wasabisauce und zarteste Rindsfilets – so authentisch zubereitet wie in Bangkok – schnäbeln und vor dem Fenster weiter Riesenschneeflocken unermüdlich vom Himmel rieseln, ereilt uns die Nachricht, dass die Abreise am nächsten Tag leider unmöglich ist: Mittlerweile sind beide Zufahrtsstraßen wegen Lawinengefahr gesperrt.

Wir sind tatsächlich eingeschneit. Und eigentlich kein bisschen traurig darüber.

Grafik © Bild: Grafik

Anreise Mit der Bahn bis Innsbruck (www.oebb.at), weiter mit dem öffentlichen Bus Nr. 4166 in einer Stunde ins Kühtai. Auto: Inntal- autobahn A 12, Ausfahrt Zirl Ost, über Kematen und Sellrain ins Kühtai.

Wintersportort Kühtai 80 km Pisten, vier Skischulen, Freestyle- und KidsPark; Nachtskilauf; Tiefschnee- und Skitouren- möglichkeiten (Tipp: Staumauer des Speicher Finstertal). Heuer extrem viel Schnee, Liftschluss 15. April. 11 km Langlauf-Loipen, Rodeln, Schneeschuh- und Winterwandern.

Outdoor-Erlebnisse Astrid Zauner (z.B. Schneeschuh-Wandern), ☎ 0664/75 04 89 83, www.mountainandsea.at.

Kühtai gerber hotels © Bild: Gerber Hotels/Andre Schoenherr

Unterkunft Mooshaus Winterresort, 4*superior. Seit Dezember 2017 um einen Zubau erweitert; spektakulär ist der neue Endless Sky Pool (100 m) samt SkyLounge auf dem Dach des Neubaus; Spa- und Wellnessbereich (fünf Pools, fünf Saunen, Beauty). Kinderfreundlich: 650 m² Ravensburger Spielewelt, Kletterwand, Kino, Teens Lounge. Hauseigenes Sportgeschäft, Skiverleih und Skischule. Kulinariktipp: neues asiatisches Restaurant "Das Gerbers – Fine Asian Cuisine".www.mooshaus.at, ☎ 05239/5207,mooshaus@gerberhotels.com.

Sonnenskilauf-Pauschale im März vier Nächte mit Halbpension ab 438 Euro p.P. im DZ (4-Tage-Skipass: 144 Euro).

Auskunft Tourismus Information Kühtai, Tel. 05239/52 22, www.kuehtai.info, www.innsbruck.info/regionen/kuehtai-sellraintal

( kurier.at , Claudia Jörg-Brosche ) Erstellt am 06.03.2018