Ungewöhnliche Verkehrsregeln in Europa

Strafen kann man für zu laute Musik im Auto und Rauchen am Steuer zahlen.
Eine Hand hält eine brennende Zigarette während der Fahrt.

Wer im Urlaub weite Strecken mit dem Auto zurücklegt, sollte sich vorher über eigenwillige Verkehrsbestimmungen im Ausland informieren. In Frankreich zahlt man beispielsweise 75 Euro Strafe, wenn man im Auto zu laut Musik hört, in Italien kann bei Nichteinhaltung der 0,5-Promille-Grenze sogar das Fahrzeug beschlagnahmt werden und in Spanien sollte man Handy und Radio während des Tankens abdrehen.

"Im Ausland können unterschiedliche Tempolimits gelten, es gibt stark abweichende Mitführpflichten und der europäische Mautdschungel ist fast schon eine Wissenschaft für sich", zählte ÖAMTC-Touristikerin Kristina Tauer am Freitag in einer Aussendung einige Hürden für Autofahrer im europäischen Ausland auf. "Abseits davon gibt es außerdem Verkehrsbestimmungen, mit denen man überhaupt nicht rechnet."

Alkohol am Steuer

In Italien zum Beispiel gilt die 0,5-Promille-Grenze, bei Missachtung ist eine Mindeststrafe ab 530 Euro fällig. "Hat man mehr als 0,5 Promille, kann aber auch das Fahrzeug beschlagnahmt werden", betonte die Expertin. Ein anderes Beispiel aus unserem südlichen Nachbarland: Verstöße wie überhöhte Geschwindigkeit kosten zwischen 22 und 7 Uhr ein Drittel mehr - und für Führerscheinneulinge gelten in den ersten drei Jahren nach der Führerschein-Ausstellung sogar eigene Tempolimits (auf Autobahnen 100 statt 130 km/h, auf Schnellstraßen 90 statt 110 km/h).

Zum Thema Alkohol sollte man im Frankreich-Urlaub wissen, dass ein Alkohol-Testgerät mitgeführt und bei einer Kontrolle auf Verlangen vorgezeigt werden muss. "Das Nichtmitführen wird allerdings nicht bestraft", sagte die ÖAMTC-Touristikerin. Und ganz aktuell: "Seit 1. Juli 2015 wird in Frankreich zu laute Musik im Fahrzeug mit 75 Euro bestraft, wenn dadurch Umgebungsgeräusche nicht wahrgenommen werden können."

In Spanien sind "während des Tankvorgangs alle elektrischen und elektromagnetischen Geräte abzuschalten", informierte Tauer. Das betrifft z. B. Mobiltelefone und Radio, aber auch die Fahrzeugbeleuchtung.

Vorrang im Kreisverkehr

Ist man in Griechenland unterwegs, sollte man in Kreisverkehren vorsichtig sein. "Das einfahrende Fahrzeug hat Vorrang. Das kann für denjenigen, der es anders gewohnt ist, durchaus gefährlich werden", warnte die Expertin. Außerdem herrscht im Fahrzeug Rauchverbot, wenn Kinder unter zwölf Jahren an Bord sind. In San Marino ist das Rauchen am Steuer eines Fahrzeugs komplett verboten.

Wichtig für Kroatien-Urlauber: Lenker unter 25 Jahren müssen immer um zehn km/h langsamer fahren als regulär erlaubt wäre. "Diese Regelung gilt prinzipiell nur für kroatische Staatsbürger. Sie sollte aber dennoch eingehalten werden, um Probleme bei einer etwaigen Kontrolle zu vermeiden", empfahl Tauer.

In Ungarn muss man beim Parken auf der Hut sein, denn Samstage können per Gesetz zu Werktagen erklärt werden. Auf Parkplätzen, die samstags in der Regel gebührenfrei sind, müssen dann plötzlich Parkgebühren entrichtet werden.

Kuriose Gesetze im Urlaub

Eine lächelnde Frau mit Sonnenbrille sitzt in einem Auto.

In Deutschland ist es zwar nicht verboten nackt Auto zu fahren, tunlichst vermeiden sollte man aber textilfrei auszusteigen. 40 Euro Bußgeld kann das kosten.

Eine Skulptur von Nessie, dem Monster von Loch Ness, ragt aus dem Wasser.

Wenn Sie im Urlaub auf Nessi treffen, versuchen Sie es unversehrt zu lassen, denn die Briten haben das Ungeheuer von Loch Ness unter Naturschutz gestellt.

Zwei Männer schwimmen im Meer, im Hintergrund ein Schlauchboot mit weiteren Personen.

Wenn Sie in China jemanden vor dem Ertrinken retten, werden Sie nicht als Held gefeiert, denn: In das Schicksal anderer darf nicht eingegriffen werden.

Mehrfarbige Mülltonnen stehen vor einer Steinmauer mit Recycling-Symbolen.

In Florida dürfen Mistkübel nicht sexuell belästigt werden. Noch kurioser: Nackt duschen ist verboten. Und Orangen dürfen nicht in der Badewanne verzehrt werden.

Papst Franziskus sitzt auf einem Stuhl vor einem blauen Vorhang.

Ob man dort von diesem Herrn schon gehört hat?

Ein Mann in Arbeitskleidung steht an der italienischen Grenze und hält einen Reifen.

Im Italienurlaub im Sommer alte Winterreifen "abzufahren" kann teuer werden. Im beliebten Nachbarland wurde ein Gesetz erlassen, das die Urlaubskasse schnell überstrapazieren könnte. 400 bis 1700 Euro sind fällig, wenn man in Italien in den Sommermonaten mit den "Winterpatscherl" erwischt wird.

Der Canal Grande in Triest mit Blick auf die Kirche Sant'Antonio Taumaturgo.

Ordnung sowie Sicherheit sind auch in Triest Thema. Bürgermeister Roberto Cosolini führte eine Regelung ein, laut der Geschäfte, Cafés und andere Lokale in der Innenstadt zwischen 23 und 5 Uhr keine Getränke in Flaschen und Dosen mehr verkaufen dürfen. So soll die Innenstadt sauber gehalten werden

Blick auf das Forum Romanum mit seinen Ruinen und Säulen in Rom.

In Rom ist das Hinsetzen beim Essen oder Trinken an historischen Plätzen in der römischen Altstadt verboten.

Ein Paar küsst sich im Auto.

In der Stadt Eboli, darf man nicht beim Schmusen im Auto erwischt werden. Sonst drohen auch hier bis zu 500 Euro Strafe.

Der Markusplatz in Venedig mit dem Campanile und vielen Menschen.

Das Füttern von Tauben muss man sich leisten können: Auf dem Markusplatz in Venedig  drohen bis zu 450 Euro Strafe und in der toskanischen Stadt Lucca können es sogar 500 Euro werden.

Eine kunstvolle Sandburg steht am Strand vor blauem Himmel und Meer.

Schlechte Nachrichten für Möchtegern-Bauherren: In der venezianischen Stadt Eraclea ist es untersagt, am Strand Burgen zu bauen oder Löcher in den Sand zu buddeln.

Ein Mann sitzt in einem Pub und trinkt ein dunkles Bier zu seinem Sandwich.

Aber auch Großbritannien steht den Italienern in Sachen verrückte Gesetze um nichts nach: Dort dürfen sich Betrunkene nicht in Pubs und Restaurants aufhalten.

Ein Mann beugt sich zu einer lächelnden Frau in einem schwarzen Kleid.

Und wenn es nun doch einmal passiert, dass man im Pub betrunken wird, sollten Männer auf keinen Fall auf Flirtkurs gehen. Frauen um Sex zu fragen kann nämlich brenzliger werden als in anderen Ländern: Die Strafe beträgt bis zu 180 Euro oder drei Monate Gefängnis.

Eine Briefmarke mit dem Porträt von Königin Elisabeth II.

Vorsicht: Es ist auch nicht gestattet, die Briefmarke der Queen verkehrt herum auf die Postkarte zu kleben. Das gilt als Hochverrat.

Luftaufnahme des Palace of Westminster und des Big Ben in London.

Es ist zwar nicht erlaubt, im britischen Parlament zu sterben, wenn es nun aber doch passieren sollte, hat der Tote Anrecht auf ein Staatsbegräbnis.

Nahaufnahme von mehreren Knoblauchknollen.

Langos-Liebhaber aufgepasst: In Indiana ist es nach heftigem Knoblauchverzehr vier Stunden lang untersagt, Straßenbahn zu fahren oder ein Kino und Theater zu besuchen.

Ein einzelner, leicht gebogener Hundert-Dollar-Schein.

Ist man in Illinois bargeldlos unterwegs, kann man wegen Landstreicherei verhaftet werden.

Ein rotes Cabriolet fährt auf einer von Bäumen gesäumten Straße entlang; eine Frau streckt die Arme in die Luft.

In Texas darf man ohne Windschutzscheibe fahren, wer jedoch keine Scheibenwischer besitzt, macht sich strafbar.

Eine Schüssel Hühnersuppe mit Gemüse, Brot und Knoblauch auf einem Holztisch.

Egal wie heiß die Suppe ist, schlürfen Sie ja nicht in der Öffentlichkeit, wenn Sie sich in New Jersey befinden. Andernfalls können Sie verhaftet werden.

Eine Hotelangestellte spannt ein weißes Bettlaken über ein Bett.

Im Hotel Pornos zu sehen, ist in Israel strafbar. Wer dabei erwischt wird, kann bis zu drei Jahre hinter Schwedischen Gardinen landen.

Wladimir Putin fährt ein weißes Auto.

Fährt man in Moskau ein schmutziges Auto, kann es bis zu 200 Euro Bußgeld kosten.

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