Acht Tage: Highlights entlang der Rhone

pont d'arc…
Foto: /Herbert Gartner(4) Die Naturbrücke Pont d’Arc.

Weiße Pferde, schwarze Stiere und ein singender Kapitän – Logbuch einer Flusskreuzfahrt auf der Rhone.

Tag 1 Die A-rosa Luna steht in der Schleuse. Die Stimmung am Sonnendeck ist entspannt. Die Auslaufparty gewinnt an Schwung, als der Diskjockey den Höhepunkt des Abends ankündigt: den Auftritt des Schiffskapitäns Mikael Lebrune (33). Der greift zum Mikro, wirft sich in Pose und schmettert karaokemäßig den Andrea-Bocelli-Hit "Vivo per lei" ins Publikum. Vielen weiblichen Gästen gefällt’s. Ihren Begleitern weniger. Kommentar: "Hoffentlich ist er wenigstens ein guter Nautiker". Trotzdem kann der Einstieg zur Flusskreuzfahrt auf der Rhone – von Lyon ans Mittelmeer – als gelungen bezeichnet werden.

arosa kapitän… Foto: /Herbert Gartner Tag 2 Aufwachen im Dunkeln. Vor der "Balkontür" der Kabine eine Betonwand. Wieder eine Schleuse. Also den Kopf nicht zu weit rausstrecken. Zwischen Wand und Schiff sind keine zwanzig Zentimeter Spielraum. Muss gar nicht so einfach sein, die etwa 126 Meter lange und und 11,4 Meter breite Luna in die knapp 12 Meter breite Kammer zu bringen. Ohne anzustreifen.

Um 13 Uhr erreichen wir schließlich Viviers, eine der schönsten mittelalterlichen Städte Frankreichs.

Nachmittags, Ausflug in die Schluchten der Ardèche. Eine wildromantische, zerklüftete Landschaft mit dem tief eingegrabenen Flussbett der Ardèche. Höhepunkt: Die Pont d’Arc, eine natürliche Steinbrücke über den Fluss. 60 Meter lang, 54 Meter hoch. Rückkehr zum Schiff. Um 19 Uhr wird abgelegt.

Avignon Bridge with Popes Palace, Pont Saint-Benez Foto: Getty Images/iStockphoto/Bertl123/IStockphoto.com Tag 3 Kurz nach Mitternacht erreicht die Luna Avignon. Am Vormittag wird die Stadt der Päpste (von 1309 bis 1423) erforscht. Im Zentrum: Der Papstpalast und natürlich die legendäre Brücke ("Sur le pont d’Avignon"). Bei der nächsten Station geht es brückenmäßig noch weiter in die Vergangenheit zurück. Denn die Pont du Gard ist eines der best erhaltenen römischen Bauwerke in Europa. Zudem beeindruckt das 275 Meter lange und 49 Meter hohe Aquädukt sowohl ästhetisch, als auch technisch. Die Franzosen sehen das Wunderwerk freilich pragmatisch. Unter und neben den Grundpfeilern wird unbeeindruckt gebadet und gesportelt.

White Camargue Horses run in the swamps nature res Foto: Getty Images/iStockphoto/ANDREY GUDKOV/IStockphoto.com Tag 4 Die Stadt Arles ist erreicht. Ein Ausflug in die Camargue steht auf dem Programm. Im Bus geht es durch das Rhonedelta, zwischen Reisfeldern und Sümpfen, immer auf der Suche nach den weißen Pferden und den schwarzen Stieren. Die Fremdenführerin hat ein scharfes Auge. "Da links sind die Tiere zu sehen". Alles stürzt nach links. "Nein, doch rechts." Der Bus neigt sich nach rechts. Oder doch, links? Schließlich tun uns die Pferde und Stiere den Gefallen sowohl links, als auch rechts zu grasen.

Ankunft in Saintes-Marie-de-la-Mer, Marienwallfahrtsort und Wallfahrtsort der Roma und Sinti (Gitanes) zu Ehren ihrer Schutzpatronin der Schwarzen Sarah. Herrliches 360-Grad-Panorama vom Dach der Kirche. Am Nachmittag wird noch Arles (römisches Amphitheater, Plätze an denen Vincent van Gogh malte) besichtigt.

The Old Port of Marseille with Fort Saint Jean Foto: Getty Images/iStockphoto/Daniiielc/IStockphoto.com Tag 5 Die Luna legt Richtung Port St. Louis ab. Wir fahren im Bus nach Marseille, dem Tor zum Mittelmeer. Frankreichs zweitgrößte Stadt fasziniert durch den alten Hafen (Vieux Port) mit interessanten neuen Museumsbauten und den verwinkelten Gassen der Altstadt. Stößt aber wieder ab, wenn man von der auf einem Hügel gelegenen Kirche Notre-Dame de la Garde aus nicht nur das tiefblaue Mittelmeer, sondern auch die trostlosen Vorstädte sieht.

Tag 6 Rückreise nach Lyon. Die Luna macht Kilometer. Langsam zieht die Landschaft vorbei. Inklusive völlig fehlplatziert wirkender Atomkraftwerke. Wieder Schleusen. Insgesamt 24 sind bei Hin- und Rückfahrt zu bewältigen.

arosa luna, rhone… Foto: /Herbert Gartner Letzte Station vor dem Heimathafen Lyon ist das Städtchen Tournon. Besonderheit: Der "Garten Eden". Eric, ehemaliger Manager eines Gartencenters, hat nach einem Burn-out das extrem steile Gelände unterhalb der Stadtmauer gekauft und daraus einen fantastischen Garten gemacht. Ein Ort der Ruhe und Kontemplation. Nach der Besichtigung fragen sich freilich viele, wie ein Mann und seine Frau es geschafft haben, aus einem derart schwierigen Gelände einen Garten Eden zu machen. Ohne weiteres Burn-out. Eric schweigt darüber. Um 21 Uhr verlässt die Luna schließlich Tournon.

Tag 7 Am frühen Morgen Anlegemanöver in Lyon. Heute bleibt Zeit, die Stadt zu erkunden. Die sehenswerte Altstadt, die Kirche Notre-Dame de Fourvière mit dem danebenstehenden Metallturm, das Opernhaus, ein Werk des Architekten Jean Nouvell und das 2014 eröffnete Musée des Confluences. Letzteres wurde übrigens von der Wiener Architektengruppe Coop Himmelb(l)au entworfen und soll "globales Wissen mit Schwerpunkt Naturwissenschaften" vermitteln.

lyon käse… Foto: /Herbert Gartner Sehens- und riechenswert ist die nach dem Großmeister der Lyoner Küche, Paul Bocuse, benannte Markthalle, in der die kulinarischen Köstlichkeiten der Region angeboten werden. Von allen Arten und Variationen von Käse bis zu Hühnern (aus Bresse), von Wein (natürlich aus dem Rhonetal)bis zu den berühmten Lyoner Würsten.

Für letztere zeigen am Tag 8 auch die Damen und Herren der Security des Flughafens von Lyon starkes (nicht kulinarisches) Interesse. Nach testweisem riechen und schütteln, dürfen die als nicht-explosiv eingestuften Würste aber doch im Handgepäck bleiben.

Info

Anreise Austrian fliegt Lyon von Wien aus direkt an. www.austrian.com

Das Schiff A-rosa Luna hat 86 Außenkabinen auf drei Decks (kein Lift). 27 Außenkabinen mit nicht zu öffnenden Fenstern, 57 Kabinen mit französischem Balkon, 2 Kabinen mit Zusatzbett, alle Kategorien 14,5 qm, max. 174 Gäste , 50 Crewmitglieder

Grafik… Foto: /Grafik Die Reise Auf der Rhône/Saône werden 6 Reisen angeboten (5 bis 14 Nächte). Route Méditerranée wird im Juli und August befahren.

Das Essen Selbstbedienungsbuffet mit internationaler Küche unter Einbeziehung regionaler Produkte.

Die Preise für Saison 2018: 8 Tage ab 2049€/ p. P. Abfahrt 4. August, (Außenkabine mit franz. Balkon, Kategorie D), Premium alles inklusive, bei Buchung bis 30.11.2017

Auskunft A-Rosa Service-Center ☎ +49 (0) 381 - 202 60 01, www.a-rosa.de

(kurier) Erstellt am
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