Zwei Tote: Drama am Alpenflugplatz

Foto: apa

Sonntagmittag passierten gleich zwei Flugzeugunglücke. Im Lungau starb der Betriebsleiter des Flugplatzes Mauterndorf.

Ein viersitziges Motorflugzeug ist am Sonntagnachmittag beim Lungauer Flugplatz Mauterndorf kurz nach dem Start abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Die zwei Insassen hatten keine Chance. Sie waren sofort tot.

Für die Mitglieder des höchstgelegenen Alpenflughafens in Österreich ist dieses Unglück ein besonderer Schock. Denn in der Maschine saß Wilhelm Huber, der Betriebsleiter des Flugplatzes.

"Wir stehen alle unter Schock. Wilhelm Huber hatte die meisten Flugstunden am Platz. Er ist sein ganzes Leben lang geflogen", erzählt Flughafenobmann Heinz Schäfer über den 62-Jährigen.

Unfallursache unklar

Ein 51-jähriger Pilot aus Mittelhof in Deutschland war mit seinem Motorflugzeug am Samstag in den Lungau gekommen und ist bei Mauterndorf über Nacht geblieben. "Am Sonntag ist der Deutsche dann gemeinsam mit Huber geflogen. Er hatte darum gebeten, einen erfahrenen Piloten bei seinem Flug dabei zu haben", erzählt Schäfer.

Was dann genau nach dem Start passiert ist, ist noch unklar. Das Flugzeug befand sich gerade im Steigflug, als es aus unbekannter Ursache aus einer Höhe von rund 30 Metern abgestürzt ist. Die Maschine ist in der Nähe des Museumsbahn-hofes aufgeprallt und gleich darauf in Flammen aufgegangen. "Wir sind selbst mit der Situation überfordert. Huber wusste, was geht und was nicht. Nur die beiden Insassen können vermutlich genau sagen, was geschehen ist", sagt Schäfer.

Mauterndorf gilt als einer der anspruchsvollsten Flugplätze Österreichs, weil er auf 1110 Metern Seehöhe mitten in den Alpen gelegen ist und dort die Luft dünn ist.

Zweiter Unfall

Auch in Oberösterreich gab es Sonntagmittag einen Unfall mit einem mehrsitzigen Sportflugzeug. Beim Flugplatz in Suben krachte ein Flieger in eine Terrasse. Von den drei Insassen wurde eine Person verletzt. Beim Flugzeug waren die Tragfläche und zahlreiche andere Teile abgebrochen. Glück hatte die Besatzung des Rettungshubschraubers: Sie saß kurz vor dem Unglück noch auf der Terrasse.

Flugunfälle beim Flugplatz Mauterndorf

Der Flugplatz Mauterndorf ist der höchstgelegene Alpenflugplatz Österreichs. Aufgrund der schwierigen Gegebenheiten werden ortsunkundige Piloten in die Besonderheiten eingewiesen. Es kommt aber immer wieder zu Flugunfällen. Hier eine Chronik der jüngsten Flugunfälle in Mauterndorf.

8. September 1991 Beim Absturz eines Segelflugzeuges unmittelbar nach dem Windenstart in Mauterndorf (Lungau) erleidet der Pilot schwere Verletzungen, denen er wenige Stunden nach dem Unglück erliegt.

24. Juli 2000
Ein 74-Jähriger aus Ried wird bei einer Bruchlandung mit dem Segelflugzeug in Mauterndorf verletzt.

11. Juli 2001 Ein Segelflugzeug erreicht nach dem Start in Mauterndorf zu wenig Höhe und muss auf der Katschberg Bundesstraße notlanden. Bei einer Kollision mit einem Pkw wird der Pilot leicht verletzt.

15. Juni 2002 Beim Absturz eines Segelflugzeuges im Bereich des Mauterndorfer Flugplatzes wird der 66-Jährige Pilot schwer verletzt.

16. August 2006
Der Obmann des Flugplatzes Heinz Schäfer stürzt kurz nach dem Start mit einer "Robin Regent" kopfüber in die Taurach. Er und drei Fluggäste wurden verletzt. Er selbst kann sich nicht erklären, weshalb die Maschine plötzlich an Höhe verloren hat.

30. September 2007
Eine einmotorige Piper "PA 28 Warrior "aus Wels (OÖ) kracht rund 100 Meter vom Alpenflugplatz entfernt in ein Niedrig-Waldgebiet. Drei Menschen werden verletzt. Das Flugzeug war zu schwer und langsam und gewann daher zu wenig Höhe.

11. Juli 2008
Vier Menschen werden beim Absturz einer "Rubin DR 400 verletzt. Die Maschine kann nach dem Start nicht an Höhe gewinnen, stürzt ab und prallt nach der Piste auf ein Grundstück.

6. Juli 2011 Eine "Cessna 172 Skyhawk" aus Deutschland erreicht nach dem Start keine Höhe und prallt gegen einen Bahndamm. Die beiden Insassen werden schwer verletzt.

21. August 2011
Ein erfahrener einheimischer Pilot und ein Pilot aus Rheinland-Pfalz kommen bei einem Absturz ums Leben. Die Maschine war kurz nach dem Start abgestürzt und ging in Flammen auf.

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(KURIER, apa / Brigitte Kirchgatterer) Erstellt am
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