Zimmermädchen gibt erste Pressekonferenz

Nafissatou Diallo geht in die Öffentlichkeit
Foto: APA/JUSTIN LANE

Das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer Nafissatou Diallo geht weiter in die Offensive. Ihr Anwalt hat eine neue Strategie.

Sie ist nun das wohl berühmteste Zimmermädchen der Welt, doch kaum jemand kennt ihren Namen: Nafissatou Diallo ist jene Hotelangestellte, die den einstigen Chef des IWF, Dominique Strauss-Kahn, stürzte. Nachdem sie sich bereits einmal im Fernsehen gezeigt hatte, trat sie am Donnerstag vor die versammelte Medienwelt zur ersten Pressekonferenz.

"Ich habe meiner Tochter versprochen, stark zu sein. Stark für alle Frauen auf der Welt", sagte Diallo in New York. "Wir sind die letzten zwei Monate durch eine harte Zeit gegangen. Wir weinen jeden Tag. Wir können nicht schlafen." Sie versicherte, vieles, was über sie gesagt wurde, sei nicht wahr. "Meine Tochter sagte eines Tages zu mir: Sie kennen dich nicht. Strauss-Kahn kennen alle und wissen, was für ein mächtiger Mann er ist. Dich kennen nur wenige, aber diese wenigen sagen gute Dinge über dich. Höre auf zu weinen und kämpfe." Deshalb sei sie in die Öffentlichkeit gegangen. "Was mir passiert ist, soll keiner Frau auf der ganzen Welt passieren", sagte Diallo in ihrer kurzen Ansprache. Sie wiederholte ihre Anschuldigungen aber nicht im Detail.

"Übersetzungsfehler"

Nafissatou Diallo geht in die Öffentlichkeit Foto: APA/JUSTIN LANE Nafissatou Diallo geht in die Öffentlichkeit

Strauss-Kahn war vor einem knappen Monat nach sieben Wochen unter Arrest wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Allerdings darf er die USA nicht verlassen. Ein Richter hatte ihn freigelassen und die Millionenkaution aufgehoben, weil die Staatsanwaltschaft selbst Zweifel an ihrer wichtigsten Zeugin öffentlich gemacht hatte. So soll sie einem in Haft sitzenden Freund am Telefon vorgeschlagen haben, Geld aus der Sache zu schlagen.

Diesem Bild will nun Diallos Verteidiger mit einer neuen Strategie entgegentreten: Die Zweifel an seiner Mandantin beruhten auf Übersetzungsfehlern aus einem seltenen westafrikanischen Dialekt, meinte Kenneth Thompson. Nicht sie habe den Vorschlag gemacht, sondern der Mann. Diallo habe nicht, wie von den Ermittlern behauptet gesagt: "Er hat eine Menge Geld. Ich weiß, was ich tue." Stattdessen habe sie auf die Macht des Franzosen hinweisen wollen und gesagt, er sei "mächtig und reich". Der nächste Richtertermin für Strauss-Kahn ist am 23. August in Manhattan.

Unterstützer

Nafissatou Diallo geht in die Öffentlichkeit Foto: APA/JUSTIN LANE Nafissatou Diallo geht in die Öffentlichkeit

Die Pressekonferenz in einem überfüllten Kirchenzentrum wurde von der afrikanischen Gemeinde und Unterstützern Diallos organisiert. Sie würden "unsere Schwester" bis zum Ende unterstützen. "Wir wollen Gerechtigkeit! Wir fragen nach nichts weniger als Gerechtigkeit." Es gebe überall Unterstützer für die 32-Jährige, täglich würden E-Mails, Briefe und Blumen eintreffen.

(apa/dpa / csm) Erstellt am
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