Politik 27.03.2012

Zahl der Asylanträge 2011 stark gestiegen

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Weltweit haben um 20 % mehr Menschen um Asyl angesucht als 2010. Grund dafür sind vor allem die Auswirkungen des Arabischen Frühlings.

Die Zahl der Asylwerber in den Industrieländern ist im vergangenen Jahr nach UNO-Angaben um 20 Prozent gestiegen. Insgesamt gab es 2011 in 44 Ländern rund 441.300 Asylanträge, im Vorjahr waren es lediglich 368.000, wie das UNO-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) am Dienstag in Genf mitteilte. Grund für den hohen Anstieg seien vor allem die Auswirkungen des Arabischen Frühling, hieß es.

   Die Zahl der Asylwerber aus Tunesien stieg den Angaben zufolge von 900 im Jahr 2010 auf 7.900 Anträge im Folgejahr. Libyer stellten 2011 insgesamt 3.800 Anträge und damit fünfmal so viele wie im Vorjahr. Daneben gab es 8.400 Asylanträge von Menschen aus Syrien, was einen Anstieg um 68 Prozent entspricht. In Folge des blutigen Machtkampfes in Cote d`Ivoire (Elfenbeinküste) stieg auch die Zahl der Anträge aus dem westafrikanischen Land um 180 Prozent auf 5.200 an.

   "Die hohe Zahl der Asylanträge zeigt deutlich, dass 2011 ein Jahr großer Schwierigkeiten für sehr viele Menschen war, sagte UNO-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres. Trotz des hohen Anstiegs von Flüchtlingen aus arabischen Ländern kamen die meisten Asylanträge nach UNO-Angaben aus Afghanistan (mehr als 35.000). 24.400 Asylanträge kamen aus China, gefolgt vom Irak mit 23.500 Anträgen.

   Auf Platz eins der beliebtesten Länder für Einwanderer listete die UNO 2011 weiterhin die USA, wo 74.000 Anträge gestellt wurden, gefolgt von Frankreich mit 51.900 und Deutschland mit 45.700 Anträgen.

 

 

Erstellt am 27.03.2012